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Jahresrückblick: Diese Themen beschäftigten uns 2021!

Gepostet am 30.12.2021 von Watchlist Internet

2021 gingen wieder tausende Meldungen unserer Leserinnen und Leser an die Watchlist Internet. Dadurch konnten wir zahlreiche Warnmeldungen verfassen und über 3.200 Fake-Shops und Markenfälscher auf unsere Liste betrügerischer Online-Shops stellen. Doch nicht nur klassische Fake-Shops beschäftigten uns heuer, sondern auch unseriöse Dropshipper und China-Shops, die wir seit einigen Monaten in unserer neuen Liste problematischer Shops sammeln. Womit wir uns sonst noch im Jahr 2021 befasst haben, lesen Sie in unserem Jahresrückblick.

Das Jahresende möchten wir nutzen, um uns bei unseren Leserinnen und Lesern für die Mithilfe zu bedanken. Durch Ihre zahlreichen Meldungen unterstützen Sie uns dabei, rasch vor aktuellen Betrugsmaschen warnen zu können. Außerdem blicken wir zurück und zeigen Ihnen, welche Internetfallen uns heuer beschäftigt haben und informieren, wie Sie sich davor schützen können.


Seit 2021 bekämpfen wir Fake-Shops in Echtzeit

Alle Jahre wieder warnen wir in unseren Jahresrückblicken vor den zahlreichen betrügerischen Online-Shops im Internet. Obwohl wir uns bereits seit Jahren damit beschäftigten, stoßen wir immer wieder auf neue Entwicklungen und Trends bei Fake-Shops. Die Kriminellen reagieren zunehmend auf saisonal stark nachgefragte Produkte sowie wie auf ausverkaufte Produkte, um Ihre Opfer zu ködern.

So ploppen seit Ende des Jahres 2020 bis heute zahlreiche Fake-Shops auf, die die ausverkaufte Playstation 5 anbieten. Auch die starke Nachfrage nach Fahrrädern und E-Bikes spiegelt sich beim Angebot betrügerischer Online-Shops wider. Außerdem stoßen wir immer wieder auf sogenannte Cluster von Markenfälschern. Zum Beispiel Shops, die die Webseiten von beliebten Schuhmarken kopieren, Shops, die alle mit den gleichen „Über Uns“-Text ein starkes Kundendienstteam versprechen oder Shops, die alle die gleiche E-Mail-Adresse verwenden.

Eine weitere Auffälligkeit im Bereich der Fake-Shops: Sie werden immer professioneller und dadurch schwieriger zu erkennen. Um Sie dennoch vor Internet-BetrügerInnen schützen zu können, haben wir den Fake-Shop Detector entwickelt. Während Sie im Internet shoppen, überprüft dieses Plugin, ob Sie sich auf einem seriösen oder auf einem betrügerischen Online-Shop befinden - und warnt Sie in Echtzeit. Auf fakeshop.at können Sie das Plugin herunterladen. Wenn Sie kein Plugin installieren wollen, können Sie auch unseren Shop-Check nutzen, bevor Sie Einkaufen!


Neue Liste mit problematischen Online-Shops

Nicht immer handelt es sich bei unseriösen Online-Shops um klassischen Betrug. So werden uns immer wieder Online-Shops gemeldet, bei denen es Probleme mit Lieferzeit, Lieferkosten oder mit Retouren gibt. Meist handelt es sich dabei um Unternehmen, die Ihren Sitz außerhalb der EU haben oder die von außerhalb der EU liefern lassen (Dropshipper). Das ist an sich kein Problem. Allerdings kommt es bei manchen dieser Shops zu unangenehmen Überraschungen, die im Vorfeld nicht kommuniziert oder sogar absichtlich verschleiert werden: Dazu zählen zusätzliche Steuern und Zollgebühren bei der Einfuhr in die EU, die aus einem vermeintlichen Schnäppchen ein überteuertes Produkt machen. Auch lange Lieferzeiten und Probleme bei Retoursendungen werden uns immer wieder gemeldet.

Da wir auch vor solchen Webseiten warnen wollen, haben wir uns dafür entschieden eine neue Liste problematischer Online-Shops zu veröffentlichen. Diese hilft Ihnen dabei, sich vor unseriösen China-Shops und Dropshippern zu schützen!

Viele dieser problematischen Online-Shops bewerben Ihre Produkte aggressiv über verschiedene Social-Media-Kanäle. Das zeigt eine Studie, die wir gemeinsam mit der Arbeiterkammer Wien durchgeführt haben.Auch wenn Sie auf Facebook, Instagram, TikTok oder Google auf Werbung stoßen, bedeutet dies nicht, dass diese Werbung seriös ist. Bevor Sie bei einem Online-Shop bestellen, sollten Sie daher immer im Vorfeld überprüfen, wie seriös dieser ist.

 


Massive Welle betrügerischer SMS

Noch nie haben uns betrügerische SMS so stark beschäftigt wie in diesem Jahr. Während wir vor Phishing-Mails schon seit unserem Bestehen warnen, scheint das sogenannte Smishing eine immer wichtigere Betrugsmasche zu werden. Smishing ist eine besondere Form des Phishings, bei dem Kriminelle SMS statt E-Mails verschicken. Darin befindet sich ein Link, über den Sie geheime Daten eingeben, Zahlungen auslösen oder Schadsoftware installieren sollen.

Vor allem Benachrichtigungen von vermeintlichen Paketdiensten wie zum Beispiel von DHL oder ups wurden heuer massenhaft verschickt. „Sie haben eine neue Voicemail“ ist eine weitere SMS, die uns heuer viele LeserInnen meldeten und die darauf abzielte, dass sich die Opfer Schadsoftware herunterladen. Außerdem geben sich BetrügerInnen per SMS auch gerne als Banken (zum Beispiel als Volksbank oder als BAWAG P.S.K.) aus, um an Ihre Zugangsdaten für das Online-Banking zu kommen.

Damit soviele dieser SMS von Anfang an abgefangen werden, empfehlen wir Ihnen den Spamschutz zu aktivieren. Tippen Sie dafür in Ihrem SMS-Ordner auf das Menü rechts oben (dieses wird beispielsweise mit Hilfe von drei Punkten angezeigt). Dort finden Sie unter den Einstellungen, den Punkt "Spamschutz". Aktivieren Sie diesen.


Betrügerische Investment-Portale sorgen für hohe Schadenssummen

Hohe Gewinnversprechen und persönliche Betreuung verleiten nach wie vor viele Menschen bei unseriösen Trading-Portalen zu investieren. Die Schadenssummen bei diesem Anlagebetrug sind dabei enorm und können existenzbedrohend sein. Für das Jahr 2020 wurde der Finanzmarktaufsicht (FMA) insgesamt eine Schadenssumme von sieben Millionen Euro gemeldet. Einzelne Opfer haben dabei zwischen 130 und 600.000 Euro an Kriminelle verloren.

Doch damit nicht gut, 2021 wurden uns erstmals sogenannte „Recovery Scams“ gemeldet: Nachdem die Opfer ihr Geld auf betrügerischen Investment-Portalen verloren haben, wurde ihnen per E-Mail oder telefonisch, Unterstützung beim Zurückholen des verlorenen Geldes, angeboten. Dahinter verbargen sich allerdings die gleichen Kriminellen, die auch die unseriöse Investment-Plattform betrieben. Für die angebliche Hilfe wurde natürlich eine Bezahlung im Voraus verlangt. Damit verlieren die Opfer weiter Geld und erhalten nichts zurück. Diese sogenannten „Recovery-Dienste“ schalten auch Werbung auf Google oder schreiben Fake-Kommentare auf Bewertungsseiten.

Die für Finanzbetrug zuständige FMA startete heuer mit der Informationskampagne redenwiruebergeld.fma.gv.at. Dort finden Sie unter anderem Informationen über Anlagebetrug, inklusiver Tipps wie Sie sich davor schützen können!


Microsoft Anrufe erleben neuen Aufwind

Eine relativ alte Betrugsmasche, die heuer eine Art Renaissance zu feiern scheint, sind Tech-Support Scams. Vor allem im Frühjahr und im Herbst wurden uns zahlreiche dieser betrügerischen Anrufe gemeldet. Die Kriminellen geben sich dabei als Microsoft- oder Apple-MitarbeiterInnen aus und täuschen ein Computerproblem vor. Doch anstatt Sie bei diesem angeblichen Problem zu unterstützen, wollen sich die BetrügerInnen nur Zugang zu Ihrem Gerät verschaffen, um so sensible Daten abzugreifen.

Ein Leser schilderte uns, dass durch einen solchen Anruf der Zugang zum Bankkonto erschlichen wurden. Dies führte zu einem Verlust von 3.700 Euro: "Am 21.4.2021 bekam ich einen Anruf von Microsoft, dass mein Computer gehackt wurde. Alle Bankkonten sollen auch gehackt worden sein. Er hat mich in ein längeres Gespräch hauptsächlich in Englisch verwickelt. Leider wurde ich nicht skeptisch, da ich vorher von Microsoft Daten heruntergeladen habe. Er hat sich mit meinem Computer verbunden und mir die Bankkonten von mir und meiner Frau gezeigt. Vorher wurde eine Software installiert. Dann habe ich mich bei der Bank eingeloggt. Er hatte Zugriff auf meinem Computer. Als er später verlangte, dass ich meinem Personalausweis in die Kamera halten soll, habe ich das Gespräch abgebrochen. Nach einiger Zeit habe ich unsere Banken darüber informiert, aber es war schon zu spät. Von dem Konto meiner Frau wurden schon 3.700 € abgehoben."


Und womit hatten wir 2021 noch zu tun?

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