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Vorsicht vor Werbung unseriöser Online-Shops!

Gepostet am 08.06.2021 von Watchlist Internet

Egal ob Facebook, Instagram, Tiktok oder Google: All diese Plattformen sind für Unternehmen attraktive Kanäle, um ihre Werbung zu platzieren. Das gilt allerdings nicht nur für seriöse, sondern auch für unseriöse Unternehmen. Immer wieder melden LeserInnen der Watchlist Internet, dass sie durch Werbeeinschaltungen auf einen problematischen Online-Shop gestoßen sind. Eine aktuelle Untersuchung der Arbeiterkammer Wien in Zusammenarbeit mit der Watchlist Internet zeigt, mit welchen Problemen KundInnen rechnen müssen.

Wer kennt es nicht? Man scrollt durch den Instagram-Feed, plötzlich taucht Werbung eines Online-Shops auf, der seine Kleidung für nur kurze Zeit um bis zu 50% billiger anbietet. Ein verlockendes Angebot. Dass es sich dabei um einen unseriösen Online-Shop handeln könnte, kommt vielen gar nicht in den Sinn. Schließlich befindet sich die Werbung auf Instagram. Doch Vorsicht! Auch auf seriösen Plattformen treiben problematische Online-Shops ihr Unwesen.

Wie gelangen KonsumentInnen auf unseriöse Online-Shops?

Die Untersuchung der Arbeiterkammer Wien (AK Wien) geht der Frage nach, wie KonsumentInnen überhaupt auf Fake-Shops oder auf unseriöse Online-Shops stoßen. Die Antwort: Häufig sind es Werbeanzeigen in Sozialen Netzwerken oder Google-Anzeigen, die dafür sorgen, dass ein Shop Aufmerksamkeit erhält und dabei gleichzeitig professionell wirkt.

Die Shops werben dabei häufig mit günstigen Angeboten. Aktuell verwenden zum Beispiel verschiedene unseriöse Online-Shops auf Facebook und Instagram einen ähnlichen Text für ihre Anzeige: 

„In dieser schwierigen Zeit mussten wir den Laden schließen. Alle Artikel werden zu den niedrigsten Preisen im Online-Shop freigegeben.“

Vorsicht vor unseriösen Dropshipping-HändlerInnen!

Die Untersuchung der AK Wien zeigt, wie schnell KonsumentInnen auf unseriöse Angebote stoßen können: Mit drei unterschiedlichen Profilen wurde jeweils bis zu einer Stunde auf Instagram, TikTok, Facebook und Google gesurft. Dabei stießen die Studienautorinnen rasch auf Werbeanzeigen von Online-Shops, die sich auf eine unserer Listen befindet. Zwölf davon wurden ausgewählt, um Probebestellungen zu machen.

Schnell zeigte sich, dass die meisten der ausgewählten Online-Shops unseriöse Dropshipping-HändlerInnen sind. Beim Dropshipping wird die Ware direkt von den HerstellerInnen oder von GroßhändlerInnen an die KonsumentInnen geschickt – die Shops selbst bekommen die Ware also nie zu Gesicht. Das ist eigentlich kein Problem, wird aber zunehmend von unseriösen Online-Shops genutzt.

Mit welchen Problemen müssen KonsumentInnen rechnen?

Lange Lieferzeiten oder Lieferausfälle: Bei zehn der durchgeführten Bestellungen wurden die Waren innerhalb von 7 Tagen bis zu 2 Monaten geliefert. Zwei Bestellungen kamen nicht an. Wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Produkte zu einem späteren Zeitpunkt geliefert werden.

Starke Abweichungen zu den Produktbeschreibungen: Bei zwei Bestellungen kamen Produkte an, die sich stark von der bestellten Ware unterschieden.

Mindere Produktqualität: Bei den anderen Bestellungen kamen zwar ähnlich aussehende Produkte an, die Qualität der Produkte ließ jedoch zu wünschen übrig.

Rücktritte nur schwer oder gar nicht möglich: Bei allen Shops, die eine Ware geliefert haben, wurde ein Rücktritt verunmöglicht oder zumindest deutlich erschwert. So gab es zum Beispiel keine Rücksendeadresse, es wurde nicht auf E-Mails geantwortet oder die Rücksendung war mit hohen Zollkosten verbunden.

Schwierige Rechtsdurchsetzung: Für die KonsumentInnen ist es schwierig ihr Recht durchzusetzen, da die AnbieterInnen unbekannt sind oder ihren Sitz außerhalb der EU haben.

Wie können KonsumentInnen unseriöse Dropshipping-Shops erkennen?

Bevor Sie bei einem unbekannten Online-Shop bestellen, sollten Sie überprüfen, ob der Online-Shop einen Sitz innerhalb der EU hat bzw. ob die Ware von einem Land außerhalb der EU versendet wird. Wird direkt aus Asien geliefert, müssen Sie mit deutlich längeren Lieferzeiten und Zollkosten rechnen. Finden Sie gar keine Informationen zu den HändlerInnen sollten Sie lieber nicht bestellen.

Außerdem können Sie überprüfen, ob die Webseite auf unserer Liste betrügerischer Online-Shops oder auf der Liste problematischer Online-Shops gelistet wird. Weitere Tipps finden Sie in unserem Artikel Zusatzkosten & lange Lieferzeiten? So vermeiden Sie Probleme bei Online-Shops außerhalb der EU!

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

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