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online seit 18.09.2023

Verkaufen auf Vinted: Vermeintliche Käufer:innen locken auf gefälschte Zahlungsplattform

Sie verkaufen etwas auf Vinted? Vorsicht, wenn interessierte Käufer:innen nach Ihrer E-Mail-Adresse fragen. Dahinter steckt eine Betrugsmasche, die darauf abzielt, Sie auf eine gefälschte Vinted-Zahlungsplattform zu locken. Auf dieser Plattform erhalten Sie angeblich den Kaufbetrag. Tatsächlich stehlen die Kriminellen dort Ihre Bank- oder Kreditkartendaten und überzeugen Sie, Zahlungen freizugeben.

Betrügerische Käufer:innen erfragen E-Mail-Adresse und schicken gefälschte Vinted-Benachrichtigungen

Sie freuen sich: Jemand möchte Ihr Produkt kaufen. Im Chat tauschen Sie sich noch ein wenig zum Produkt aus. Dann schickt Ihnen die Person plötzlich einen Screenshot mit der Anmerkung, dass sie den Kauf nicht abschließen kann. Bei ihr in der App erscheint die Meldung, dass sie die E-Mail-Adresse des Verkäufers bzw. der Verkäuferin – also Ihre E-Mail-Adresse – angeben muss. Als Beweis schickt sie den Screenshot dieser vermeintlichen Meldung.

Der Screenshot wirkt echt. Sie denken sich nichts dabei und übermitteln Ihre E-Mail-Adresse.

Daraufhin erhalten Sie im Vinted-Chat einen weiteren Screenshot – angeblich wieder eine Benachrichtigung, die dem Käufer bzw. der Käuferin angezeigt wird. Mit dem Screenshot wird Ihnen angeblich bestätigt, dass ein Auftrag erteilt wurde und Vinted Ihnen ein E-Mail sendet. Dort steht auch, dass das E-Mail möglicherweise im Spam-Ordner gelandet sein könnte. Im Folgenden der Screenshot, den die betrügerischen Käufer:innen schicken.

Im selben Augenblick kommt auch ein E-Mail.

Gefälschtes Vinted E-Mail

Im E-Mail steht, dass Ihr Artikel, das Interesse von Interessenten geweckt hat. Sie werden gebeten, den Verkauf zu bestätigen, um die Transaktion abzuschließen. Das E-Mail wirkt professionell, da es im Vinted-Design gestaltet ist und sogar eine Transaktionsnummer beinhaltet. Sie müssen nur noch die Transaktion bestätigen. Über einen Button können Sie direkt auf die „Bestätigungsseite“ gehen.

Gefälschte Zahlungsplattform

Wenn Sie auf den Link im E-Mail klicken, landen Sie auf einer gefälschten Zahlungsplattform, wo Sie angeblich Ihr Geld erhalten. Ihr Produkt, Ihre Daten und der Kaufpreis sind dort angelegt – was die Plattform glaubwürdig erscheinen lässt. Sie werden außerdem informiert, dass Sie nach der Bezahlung von einem Zustelldienst kontaktiert werden, um einen günstigen Zeitpunkt für die Lieferung zu finden.

Info Icon

Eine gefälschte Zahlungsplattform erkennen Sie an der Internetadresse. Die Internetadresse der Zahlungsplattform lautet „https://viinted-at.view128.info/“ und wirkt auf den ersten Blick glaubwürdig. Bei näherer Betrachtung fällt aber auf, dass „vinted“ falsch geschrieben ist und die Internetadresse nicht die richtige Internetadresse von Vinted ist.  

Auf der Zahlungsplattform werden Sie aufgefordert, Ihre Kreditkartendaten einzugeben. Zur Unterstützung poppt ein Chat-Fenster auf. In der Chat-Nachricht wird Ihnen erklärt, dass Sie Ihre Kreditkartendaten eingeben und auf weitere Anweisungen warten sollen.

Geben Sie dort Ihre Daten ein, landen diese bei Kriminellen. Die Kriminellen lösen dann im Hintergrund Zahlungen aus. Diese müssen aber in der Regel von Ihnen freigegeben werden. Im Chat manipulieren die Kriminellen Sie und behaupten, dass Sie die Zahlung in der Bank-App freigeben müssen, um das Geld zu erhalten. Tatsächlich geben Sie aber Zahlungen frei und überweisen Kriminellen Geld!

Flexible Betrüger:innen

Sollten Sie keine Kreditkarte haben, sind die Kriminellen darauf vorbereitet. Sie erhalten dann ein weiteres E-Mail – wieder mit einem Link. Sie landen erneut auf der Zahlungsplattform – nun müssen Sie aber Ihre Bankdaten eingeben. Auch hier loggen sich die Betrüger:innen im Hintergrund in Ihr Konto ein und weisen Sie im Chat an, Logins und Überweisungen freizugeben. Geben Sie Zahlungen frei, verlieren Sie Ihr Geld.

Wie kann ich mich vor dieser Betrugsmasche schützen?
  • Übermitteln Sie keine persönlichen Daten wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer.

  • Bleiben Sie immer in der App bzw. auf der Plattform. Ob Sie noch auf der Plattform sind, erkennen Sie an der Internetadresse. Betrügerische Plattformen haben eine andere Internetadresse.

  • Überprüfen Sie E-Mails von der Plattform, um herauszufinden, ob sie echt sind. Schauen Sie sich dafür die E-Mail-Adresse an. Ist diese untypisch, handelt es sich um ein gefälschtes E-Mail.

  • Wenn Sie Geld erhalten, müssen Sie nichts in Ihrer Banking-App freigeben.

  • Informieren Sie sich, wie der Verkaufsprozess auf der jeweiligen Plattform abläuft. Brechen Sie lieber ab, wenn Sie ein komisches Gefühl haben und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.

Das können Sie tun, wenn Sie Ihre Daten eingegeben haben
  • Wenden Sie sich umgehend an Ihre Bank. Möglicherweise kann die Überweisung noch gestoppt werden.

  • Erstatten Sie außerdem eine Anzeige bei der Polizei.

Wir danken unserem Kooperationspartner der Erste Bank, für die detaillierte Dokumentation dieser Betrugsmasche!

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