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online seit 31.07.2023

Sie verkaufen Ihr Auto? Vorsicht bei Abwicklung über Kurierdienste oder Speditionen

Auf allen gängigen Verkaufsplattformen gibt es sie: betrügerische Anfragen. Die Person will Ihr Auto ohne Besichtigung und Preisverhandlung kaufen, schickt ungefragt eine Ausweiskopie und wirkt unkompliziert. Da die Person aber im Ausland ist und das Auto nicht abholen kann, beauftragt sie einen Kurierdienst. Spätestens jetzt sollten die Alarmglocken schrillen, denn es handelt sich um eine Betrugsmasche!

So kommunizieren die Kriminellen

Betrügerische Anfragen erkennen Sie in der Regel bereits an der Kommunikation. Diese verläuft immer sehr ähnlich. Im Folgenden schildern wir einen betrügerischen Gesprächsverlauf beim Verkauf eines Autos:

  • Sie inserieren Ihr Auto auf einer Verkaufsplattform wie Willhaben, AutoScout24 oder ländleanzeiger.at.

  • Rasch meldet sich eine interessierte Person.

  • Sie stellt ein paar Fragen wie: Sind Sie der Erstbesitzer des Autos? Warum verkaufen Sie das Auto? Wann wurde das Auto das letzte Mal gewartet? Was ist der letzte Preis für Ihr Auto?

  • Um Vertrauen aufzubauen, wird eine Ausweiskopie angehängt.

  • Nachdem Sie geantwortet haben, erhalten Sie die Zusage, dass die Person Ihr Auto kaufen will und mit dem Preis einverstanden ist.

  • Ein Telefongespräch findet meist nicht statt.

  • Nachdem die Verkaufsbedingungen geklärt wurden, teilt die Person, die Ihr Auto kaufen möchte mit, dass sie im Ausland ist oder keine Zeit hat, das Auto abzuholen. Die Käuferin bzw. der Käufer beauftragt einen Kurierdienst.

Abwicklung über Kurier und N26 ist betrügerisch

Da die Person das Auto nicht abholen kann, schlägt sie vor, einen Kurierdienst oder eine Spedition zu beauftragen. Wenn Sie zustimmen, teilt Ihnen die Person mit, dass sie den Kaufpreis sowie die Kosten für die Spedition bei ihrer Bank eingezahlt hat. Die Bank verwaltet angeblich das Geld bis zur Übergabe Ihres Autos an die Spedition und fungiert als Treuhänder. Im Folgenden ein E-Mail, indem eine betrügerische Käuferin erklärt, wie eine Verkäuferin nun weiter vorgehen muss:

Im E-Mail steht, dass der Betrag inklusive Versandkosten für das Auto an die N26-Bank überwiesen wurde. Sie erhalten als Bestätigung ein E-Mail von der Bank. Um sicherzustellen, dass Sie vertrauenswürdig und bei der Abholung tatsächlich anwesend sind, müssen Sie die Versandkosten per Echtzeitüberweisung an die Spedition überweisen. Die Kontodaten werden im E-Mail genannt.

Wie angekündigt erhalten Sie ein E-Mail der N26-Bank. Dieses ist aber gefälscht!

Was passiert, wenn Sie das Geld für die Fake-Spedition überweisen?

Man wird noch mehr Geld von Ihnen fordern. Erst wenn Sie den Betrug durchschauen, bricht der Kontakt ab.

Wenn Sie den Betrug erkennen und nicht an die Fake-Spedition überweisen, werden die Kriminellen, die sich als N26 oder Spedition ausgeben, Ihnen wahrscheinlich mit rechtlichen Folgen und Strafen drohen, wenn Sie nicht bezahlen. Ignorieren Sie diese und antworten Sie nicht mehr.  

So schützen Sie sich vor Betrug
  • Vermeiden Sie Verkäufe ins Ausland.

  • Vorsicht, wenn Käufer:innen den Verkaufsgegenstand per Kurier oder Spedition abholen lassen wollen.   

  • Überweisen Sie als Verkäufer:in niemals Geld. Auch nicht, wenn Sie es angeblich zurückbekommen oder ein „seriöses“ Unternehmen das Geld verwaltet.

Sie haben bezahlt? Das können Sie tun:
  • Kontaktieren Sie Ihre Bank und versuchen Sie, die Überweisung zu stoppen. Die Erfolgschancen dafür sind aber eher schlecht.

  • Erstatten Sie eine Anzeige bei der Polizei.

Beratung & Hilfe

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite Beratung & Hilfe für Sie aufgelistet haben.

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