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Kleinanzeigenbetrug mit angeblichem Post-Kurier boomt!

Gepostet am 03.11.2021 von Watchlist Internet

Zahlreiche LeserInnen wenden sich derzeit an uns, da Kriminelle eine gefälschte Webseite der Post für Kleinanzeigenbetrug verwenden. Dabei suchen die BetrügerInnen auf Willhaben, Ebay, Shpock und Co. nach teuren Angeboten und erklären den VerkäuferInnen, dass der Kauf über einen Kurierdienst der Post abgewickelt werden soll. Aber Vorsicht: Die Post bietet einen solchen Kurierdienst gar nicht an.

Die betrügerische Webseite post.service-delivery.site schaut der echten Webseite der Post (post.at) zum Verwechseln ähnlich. Sie wird aktuell genutzt, um Kreditkartendaten, inklusive Geld, von Kleinanzeigen-VerkäuferInnen zu stehlen.

Abwicklung über Post-Kurierdienst ist Betrug!

BetrügerInnen kontaktieren Personen, die auf einer Kleinanzeigen-Plattform teure Produkte verkaufen und erklären, dass sie das Produkt kaufen wollen.

Gleichzeitig tauchen Probleme auf: Die angeblichen KäuferInnen befinden sich im Ausland oder sind an Covid-19 erkrankt. Eine Abholung kommt daher nicht in Frage. Stattdessen würden sie den Kauf gerne über einen Kurierdienst der Post abwickeln. Folgende WhatsApp-Nachrichten der BetrügerInnen zeigen wie kreativ und glaubwürdig sie dabei vorgehen:

Habe mich entschieden, dass Ihr Produkt am besten geeignet ist, danke ???? Nur ein Problem…mein Mann und ich wurden gestern positiv auf Covid getestet…ich denke, in diesem Zustand zu Ihnen nach Wien zu gehen ist keine gute Idee.

Ich habe darüber nachgedacht, was ich am besten tun soll, und bin zu dem Schluss gekommen, dass es am besten ist, die Lieferung zu veranlassen. Ich meine die Lieferung per Kurier, so dass Sie den Tisch nicht zur Versandstelle bringen müssen. Die Lieferkosten gehen natürlich auf mich. Was halten Sie davon?

Ich habe Angst vor Direktüberweisungen (mir wurde einmal eine Seife in einer Telefonzelle statt des Telefons selbst geschickt). Ich habe mir überlegt, den PostAT-Kurierdienst zu nutzen, weil er genauso funktioniert wie ein Bürge. Mit anderen Worten: Ich bezahle die Ware, sobald ich die Lieferung über das System abgewickelt habe. Auf diese Weise ist Ihnen das Geld garantiert, und mir ist die Ware garantiert. https:// post.service-delivery.info/help.html

Gefälschte Webseite greift Kreditkartendaten ab!

Wer auf den mitgeschickten Link klickt, landet auf einer nachgebauten Post-Webseite, die täuschend echt aussieht. Dort wird der Kurierdienst folgendermaßen beschrieben:

AUSFÜLLEN DES LIEFERFORMULARS. Der Käufer füllt das Lieferformular aus, zahlt die Kurierdienste und die Waren separat.

BEZAHLUNG DER WARE UND ERHALT DES GELDES. Sobald der Käufer die Ware bezahlt hat, wird unser System einen Link erstellen, um das Geld zu erhalten. Der Käufer muss dem Verkäufer einen Link geben, um die Zahlung zu erhalten. Nach Erhalt des Links muss der Verkäufer auf den Link klicken und die Daten der Bankkarte angeben, für die er Geld erhalten möchte.

Stellen Sie sicher, dass Ihre Kartendaten korrekt sind, und bestätigen Sie den Zahlungseingang über die Mobile Banking App oder den Code von SMS.

TREFFEN MIT DEM KURIER. Sobald Sie das Geld erhalten haben, warten Sie, bis der Kurier Sie innerhalb von 12 Stunden nach Erhalt des Geldes anruft.(Die Verpackung ist die Verantwortung des Kuriers und ist auch in den Versandkosten enthalten).

PAKETZUSTELLUNG. Verhandeln Sie mit dem Kurier über die Zeit und den Ort für die Übergabe der Fracht \ des Pakets.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Broschüre „Richtig Adressieren“.

Wer den weiteren Anweisungen folgt, wird nach Kreditkartendaten gefragt. Diese werden angeblich zum Erhalt der Zahlung abgefragt. Aber Vorsicht: Wer nicht aufpasst, gibt eine Zahlung frei. Das Produkt selbst wird gleichzeitig nie bezahlt.

Wie erkennen Sie den Betrug?

  • Die Post bietet keinen Kurierdienst, wie er hier beschrieben wird, an. Daher gilt: Will jemand einen Kauf über einen Kurier der Post abwickeln, handelt es sich um Betrug!
  • Vorsichtig sollten Sie bereits werden, wenn die angeblichen InteressentInnen nicht über die Kleinanzeigen-Plattform kommunizieren wollen, sondern über Mail oder WhatsApp.
  • Achten Sie auf Ungereimtheiten: Es wurden uns zum Beispiel Fälle gemeldet, bei der die Kriminellen angaben in Österreich zu leben. Gleichzeitig war eine nicht-österreichische Vorwahl bei der Kommunikation zu sehen.
  • Sehen Sie sich außerdem die Webadresse an, wenn es sich angeblich um bekannte Unternehmen handeln soll. Die Adresse der Post lautet post.at und nicht post.service-delivery.info!

post.service-delivery.info ist nicht die einzige Webseite, die für diese Masche genutzt wird. Vor etwa einem Monat wurde die Webseite post-service.online für den gleichen Zweck verwendet. Daher gehen wir davon aus, dass in Zukunft auch weitere gefälschte Seiten auftauchen werden!

Sie sind in die Falle getappt?

Wenn Sie noch nichts bezahlt und keine Kreditkartendaten eingegeben haben, brechen Sie einfach den Kontakt mit den Kriminellen ab. Melden Sie außerdem die Anzeige bei der Kleinanzeigen-Plattform. Ansonsten müssen Sie sich keine weiteren Sorgen machen.

Wenn Sie bereits Ihre Daten eingegeben und vielleicht sogar bezahlt haben, sollten Sie Kontakt zur Ihrem Kreditkarteninstitut aufnehmen. Fragen Sie nach, ob die Zahlung gestoppt oder zurückgeholt werden kann. Klären Sie, ob es sinnvoll ist, die Karte sperren zu lassen.

Außerdem können Sie eine kostenlose Strafanzeige bei der Polizei erstatten.

Beratung & Hilfe

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei den LeserInnen für die Meldung des Kleinanzeigenbetrugs.)

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