Zum Seiteninhalt
News

Gefälschte Klarna-Rechnung verbreitet Schadsoftware

Gepostet am 05.03.2018 von Watchlist Internet

Kriminelle versenden eine Rechnung mit dem Betreff „Automatische Konto-Lastschrift von Klarna Bank konnte nicht durchgeführt werden“. Sie fordern die Empfänger/innen der Nachricht dazu auf, dass sie weiterführende Informationen zur offenen Forderung einer ZIP-Datei entnehmen. Sie verbirgt Schadsoftware. Aus diesem Grund dürfen Adressat/innen die angebliche Rechnung nicht öffnen.

Internet-Nutzer/innen erhalten von vermeintlichen Rechtsanwälten oder Inkassobüros eine Zahlungsaufforderung mit dem Betreff „Automatische Konto-Lastschrrift von Klarna Bank konnte nicht durchgeführt werden 05.03.2018“. Darin fordern die Absender/innen sie dazu auf, eine beigefügte Rechnung zu öffnen:

Sehr geehrte(r) Vorname Nachname,

bedauerlicherweise haben wir festgestellt, dass unsere Aufforderung Nr. 170055246 bis heute erfolglos blieb. Heute bieten wir Ihnen nun letztmalig die Möglichkeit, den ausstehenden Betrag der Firma Ebay AG zu begleichen.

Aufgrund des bestehenden Zahlungsverzug sind Sie verpflichtet zusätzlich, die durch unsere Tätigkeit entstandene Gebühren von 53,47 Euro zu tragen. Da Sie sich in Verzug befinden, sind Sie auch zur Zahlung der Zinsen verpflichtet.

Bei Rückfragen oder Reklamationen erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb von drei Werktagen. Um weitete Mahnkosten zu vermeiden, bitten wir Sie den fälligen Betrag auf unser Konto zu überweisen. Berücksichtigt wurden alle Zahlungseingänge bis zum 24.02.2018.

Hinterlegte Daten:

Vorname Nachname
Musterweg 3
0000 Musterdorf

Überweisen Sie den nun fälligen Betrag unter Angaben der Rechnungsnummer so rechtzeitig, dass dieser spätestens zum 06.03.2018 auf unserem Bankkonto eingeht. Können wird bis zum genannten Termin keine Überweisung bestätigen, sind wir gezwungen unsere Forderung an ein Inkassounternehmen zu übergeben. Sämtliche damit verbundenen Zusatzkosten gehen zu Ihrer Last.

Eine vollständige Forderungsausstellung Nummer 170055246, der Sie alle Positionen entnehmen können, ist beigefügt.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Malte Vogt

Anlagen: Vorname Nachname Klarna 05.03.2018.zip

Wie geht es weiter?

Nachrichten-Empfänger/innen, die die vollständige Forderungsaufstellung öffnen, finden darin ein Exe-Programm. Sie führen es mit einem Doppelklick aus und installieren damit Schadsoftware. Diese kann den infizierten Computer unbrauchbar machen, wichtige Dateien oder Dokumente verschlüsseln, Passwörter stehlen und das befallene Endgerät für den Vertrieb von illegalten Materialien nützen.

Woran erkennen Sie die gefälschte Rechnung?

Dass die Rechnung mit dem Betreff „Automatische Konto-Lastschrrift von Klarna Bank konnte nicht durchgeführt werden 05.03.2018“ gefälscht ist, können Sie unter anderem anhand der nachfolgenden Punkte erkennen:

  • Sie erhalten die Zahlungsaufforderung ohne Grund, denn es gibt keine offene Rechnung, die Sie begleichen müssen.
  • Im Betreff der Nachricht ist davon die Rede, dass es eine Geldschuld bei der Klarna Bank gäbe, im Text hingegen betrifft diese beispielsweise die EBay AG.
  • Die in dem Schreiben genannten Rechtanwält/innen gibt es nicht. Das zeigt Ihnen beispielsweise eine Suchanfrage im österreichischen Rechtsanwaltsverzeichnis oder im deutschen, bundesweiten amtlichen Anwaltsverzeichnis.
  • Klarna versendet niemals Rechnungen in einer ZIP-Datei. Das ist unseriös und gefährlich, denn sehr oft verwenden Kriminelle dieses Format dafür, um Schadsoftware zu verbreiten.
  • In der ZIP-Datei verbirgt sich ein EXE-Programm. Es kann Veränderungen am Betriebssystem vornehmen und Schaden verursachen.

Erklärvideo zu gefälschten Rechnungen

Hinweis: Alternativ können Sie das Erklärvideo auf https://vimeo.com/136098097 sehen.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Öffnen Sie keine Rechnungen, die sich in ZIP-Datei befinden sollen. Sehr oft nutzen Kriminelle dieses Format, um Schadsoftware zu verbreiten!

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei Leser/innen für die Meldung der gefälschten Klarna-Rechnung.)

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann