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Vorsicht beim Kauf von Konzertkarten über Facebook

Gepostet am 28.02.2019 von Watchlist Internet

Konsument/innen finden auf den Facebookseiten unterschiedlichster Konzerte und Events Ticket-Verkaufsangebote von Privatpersonen. Wer die Tickets kaufen möchte, tritt häufig in Kontakt mit Kriminellen, die Fake-Profile nutzen. Das Geld soll ins Ausland überwiesen werden, die Konzertkarten existieren nicht und die Nutzer/innenkonten der Betroffenen werden später für die gleiche Betrugsmasche missbraucht.

Vielleicht kennen Sie das auch: Sie möchten auf ein Konzert gehen, aber es sind bereits alle Tickets ausverkauft oder die Karten sind einfach viel zu teuer. Genau das nutzen Kriminelle häufig aus. Sie erstellen Fake-Profile auf Facebook und bieten auf den Seiten der Konzerte und Veranstaltungen Tickets zum Verkauf an. Dabei erstellen die Betrüger/innen häufig selbst Postings und hoffen auf Zuschriften oder antworten auf Kommentare Ticketsuchender.

Treten Sie mit den Verkaufenden in Kontakt, erfahren Sie, dass sich diese im Ausland befinden oder aus anderen Gründen keine persönliche Übergabe möglich ist. Häufig sprechen die Personen auch nur Englisch, obwohl das ursprüngliche Verkaufsangebot noch auf Deutsch erfolgte. Die Bezahlung der Karten soll per Überweisung oder per PayPal erfolgen. Um gegenseitiges Vertrauen zu schaffen, werden Erfahrungsberichten zufolge auch Ausweiskopien zugeschickt, die zum jeweiligen Verkaufsprofil passen und im Gegenzug ebenfalls Kopien verlangt. Schließen Sie den Kauf ab, treten Sie in eine Falle und verlieren Geld, denn die Tickets existieren nicht! Im schlimmsten Fall wird möglicherweise Ihre Identität für dieselbe Betrugsmasche missbraucht.

Die Bezahlung

Die Zahlung kann, wie erwähnt, per Banküberweisung oder PayPal erfolgen. Eine Banküberweisung bietet Ihnen keinerlei Sicherheit und überwiesenes Geld ist verloren. Zusätzlich fällt auf, dass die Überweisungen immer auf fremde Konten erfolgen sollen, die nicht zu den Facebook-Profilen passen. Begründet wird dies mit der Sperre eigener Konten oder einer leichteren Abwicklung wegen eines „internationalen Kontos“. Derartige Behauptungen sind frei erfunden.

PayPal hingegen bietet einen Käuferschutz an, der vor Betrug schützen soll. Achtung: Dieser gilt nicht bei Nutzung der Funktion „Überweisung an Freunde oder Familie“! Da dies einigen Konsument/innen nicht bewusst ist, soll durch das Angebot der PayPal-Zahlung über die genannte Funktion Vertrauen geschaffen werden. Kommen Sie den Aufforderungen nach, verlieren Sie das bezahlte Geld.

Übermittlung von Ausweisdokumenten

Um ein Vertrauensverhältnis zu schaffen, werden häufig Ausweisdokumente übermittelt, die zu den Facebook-Profilen passen. Häufig wird angeboten, dass nur die Hälfte im Voraus bezahlt werden muss, damit das Risiko sich in Grenzen hält. Im Gegenzug sollen auch Sie Ihren Ausweis übermitteln, da ja nun auch ein Risiko bei der Verkäufer/in vorliegt.

Kommen Sie dieser Aufforderung auf keinen Fall nach, denn der Sinn der Aufforderung liegt darin, dass die Kriminellen dadurch auch über Ihr Profilbild inklusive passender Ausweiskopie verfügen! So kann mit Leichtigkeit ein neues Fake-Profil mit Ihrem Namen und einer Kopie Ihres Profilbildes erstellt und die gleiche Betrugsmasche mit Ihrer Identität wiederholt werden.

Ein solcher Identitätsdiebstahl kann unangenehme Konsequenzen für Sie haben. Neben ständigen Nachfragen von Personen, die glauben, von Ihnen ein Ticket erworben zu haben, können auch die Behörden im Rahmen von Ermittlungen wegen Verbrechen in Ihrem Namen auf Sie zukommen. Sie müssen sich daraufhin mühsam rechtfertigen und nachweisen, dass Sie nicht hinter der Betrugsmasche stecken, sondern selbst Opfer wurden.

Sie sind Opfer geworden?

Sollten Sie selbst Opfer der Betrugsmasche geworden sein, ist Ihr Geld höchstwahrscheinlich nicht mehr zurückzuholen. Dennoch sollten Sie polizeiliche Anzeige erstatten. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie Ausweisdokumente an die Kriminellen übermittelt haben, denn nur so wissen die Behörden darüber Bescheid, dass Ihre Identität gestohlen wurde, sollte es zu Verbrechen in Ihrem Namen kommen.

Es empfiehlt sich außerdem, immer wieder nach Fake-Profilen mit dem eigenen Namen und Bild zu suchen und entsprechende Facebook-Profile zu melden und löschen zu lassen.

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei zahlreichen Leser/innen für die Meldung der Ticket-Verkauf-Betrugsmasche.)

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