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Samsung Galaxy S9-Aktion führt zu kostspieligem Abo

Gepostet am 11.06.2018 von Watchlist Internet

Facebook-UserInnen erhalten momentan Werbung von Tech4you.online auf Ihrer Timeline. Wer der Werbung folgt, kommt zu einem vermeintlichen redaktionellen Artikel, laut dem Samsung das Galaxy S9 für nur 1 Euro anbieten würde. Der Fake-Artikel führt auf mangiks.com, wo InteressentInnen ihre Daten eingeben und einen Euro per Kreditkarte bezahlen sollen. Wer den Schritten folgt, erhält kein Handy und findet nicht autorisierte Abbuchungen auf der Kreditkartenabrechnung.

Beim durchstöbern der Facebook-Timeline stößt man momentan womöglich auf eine Werbeanzeige von „tech4you.online“. Klickt man auf die Werbung, wird man zu einem Artikel mit der Headline „Auf diese Weise bekommen Österreicher das neue Galaxy S9 für nur 1€!“. Im Artikel wird behauptet, dass Samsung mit der Firma „Mangiks“ zusammenarbeiten würde und für eine Marketingkampagne zuständig sei. In einem Statement wird fälschlicherweise Folgendes behauptet:

Letztes Jahr ist der Verkauf von Samsung Produkten in Deutschland enorm zurückgegangen. Wir verkauften 35% weniger als im Jahr zuvor. Wir verloren viele Kunden, durch die neuen Apple Handys. Um die Leute in Österreich wieder von unseren Produkten zu überzeugen, geben wir ihnen die Galaxys für nur einen Franken, um sie als bleibende Samsung Kunden zu gewinnen und auch ihre Freunde zu überzeugen.

Zusammengefasst soll jeder, der sich rechtzeitig anmeldet und einen Euro auf Mangiks bezahlt, ein Samsung Galaxy S9 erhalten. Um zusätzliches Vertrauen in die betrügerische Masche zu stiften, werden am Ende des Artikels Fake-Kommentare begeisterter Nutzer von Mangiks angezeigt.

Damit mehr Personen zur Bezahlung des Euros bewogen werden, setzen die Abzocker zusätzlich auf Druck. So will man die LeserInnen glauben lassen, dass die Stückzahl limitiert sei und man deshalb rasch zuschlagen sollte.

Mangiks.com

Wer einem der vielen Verlinkungen aus dem Artikel auf mangiks.com folgt, kommt auf die folgende Seite, auf welcher man die eigenen Daten eingeben kann, um das Galaxy S9 zu bestellen:

In weiterer Folge sollen die Kreditkarteninformationen eingegeben werden, um das Smartphone für nur einen Euro zu erhalten.

Versteckte Kosten!

Bei der Eingabe der persönlichen Informationen und Kreditkartendaten ist immer von Kosten in der Höhe von € 1,- die Rede. Von zusätzlichen Kosten oder gar einem Abonnement fehlt jede Spur. Wer die Seite allerdings genauer durchforstet, findet ganz unten im Footer der Website Hinweise auf zusätzliche Kosten, eine 5-Tage-, aber auch eine eintägige Testphase und „einem Gewinner für jede 700 Teilnehmer“. Die Angaben sind allerdings in derart brüchigem Deutsch verfasst, dass es unmöglich ist die Angaben inhaltlich vollständig zu verstehen.

Überhöhte Kreditkartenrechnung

Wer an der Aktion teilgenommen, all Seite Daten bekanntgegeben und per Kreditkarte bezahlt hat, stellt auf der nächsten Kreditkartenabrechnung fest, dass nicht nur ein Euro, sondern mehr Geld von der Kreditkarte abgebucht wurde. Erfahrungsgemäß bewegt sich der Betrag zwischen 19 und 89 Euro. Zusätzlich handelt es sich um ein Abo, das heißt der Betrag wird fortan monatlich abgebucht.

Müssen Betroffene das Geld wirklich bezahlen?

Die Antwort lautet ganz klar „nein“, denn ein gültiger Vertrag über die Zahlung eines monatlichen Betrages kam nie zustande. Das würde nämlich voraussetzen, dass sich zwei Parteien auf den Preis und die Dienstleistung einigen. Das ist nur dann der Fall, wenn KonsumentInnen offensichtlich und transparent über anfallende Kosten bei einer Bestellung informiert werden. Diese Einigung gibt es bei Mangiks.com nicht, denn ein Kostenhinweis ist lediglich im Fließtext der Website versteckt. Dieser ist zusätzlich vollkommen unverständlich beschrieben. Ebenso wenig ist bei einem Kauf eines Produkts zu einem angegebenen Fixpreis davon auszugehen, dass ein Abo zu einem monatlichen Mitgliedsbeitrag abgeschlossen wird. Das ist irreführend und berechtigt zur Wandlung eines allfälligen Vertrages.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Nachdem Sie keinen gültigen Vertrag mit Mangiks.com abgeschlossen haben, gibt es auch keinen Rechtsgrund zur Zahlung. Da die Abbuchungen automatisiert erfolgen, sollten Sie versuchen mit dem Anbieter in Kontakt zu treten, um das abgebuchte Geld zurückzuverlangen und das Abo zu beenden. Laut der Rückmeldungungen einiger betroffener KonsumentInnen konnte über die bei Abbuchung bzw. Bestellung mitgeteilte E-Mail-Adresse bereits das Geld zurückgefordert werden. Gelingt es Ihnen nicht, das Problem direkt mit der Gesellschaft zu lösen, wenden Sie sich an den Internet Ombudsmann. Er bietet kostenlose Streitschlichtung und Beratung für Online-Geschäfte an.

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei LeserInnen für die Meldung von mangiks.com.)

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann