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Medikamente sicher und legal online kaufen

Gepostet am 15.04.2020 von Watchlist Internet

Apotheken sind in Österreich trotz Corona-Krise geöffnet. Dennoch wollen Menschen die Ansteckungsgefahr in den Apotheken vermeiden und kaufen rezeptfreie Medikamente online. Es gibt jedoch zahlreiche Fake-Apotheken im Internet, die mit scheinbar rezeptfreien Medikamenten werben. Mit dem EU-Sicherheitslogo erkennen Sie legale Apotheken und können Medikamente ohne Risiko legal online kaufen.

Ob Potenzmittel, Valium, Antidepressiva oder starke Schmerzmittel wie Morphium: Viele Fake-Apotheken im Internet geben vor rezeptpflichtige Medikamente zu versenden, ohne das ein Rezept notwendig ist. Das klingt für manche verlockend und ist auch ein Grund, wieso diese Fake-Shops nicht nur jetzt während der Corona-Krise beliebt sind, sondern das ganze Jahr. Allerdings werden trotz Bezahlung entweder gar keine Medikamente oder gefälschte Arzneimittel geliefert. Das macht Online-Apotheken besonders gefährlich: Sie erleichtern nicht nur Ihre Geldtasche, sondern können auch Ihre Gesundheit gefährden.

Verschreibungspflichte Medikamente ohne Rezept kaufen?

Insbesondere die gefälschten Online-Apotheken apotheke-rezeptfrei.net, rezeptfrei-24.com, apothekeoesterreich.eu und top-apotheke.com wurden uns in letzter Zeit immer wieder gemeldet. Sie alle haben gemein, dass sie sich auf verschreibungspflichtige Medikamente wie besonders starke Schmerz- und Schlafmittel, Potenzmittel oder Antidepressiva spezialisieren. Gleichzeitig wird auf diesen Webseiten betont, dass alles ohne Rezept erhältlich ist und der Liefervorgang schnell und diskret verläuft.  

Bei diesen Versprechungen sollten schon die ersten Alarmglocken läuten, denn rezeptpflichtige Medikamente dürfen nie ohne Rezept verkauft werden. Dazu kommt, dass legale Internetapotheken ausschließlich rezeptfreie Arzneimittel in und nach Österreich verkaufen dürfen. 

Achten Sie auf das EU-Sicherheitslogo!

Ein weiteres Merkmal, dass die genannten, aber auch andere Fake-Apotheken gemeinsam haben: Es fehlt das EU-Sicherheitslogo auf den Seiten. Dieses Logo müssen jedoch alle legalen Versandapotheken sichtbar auf ihrer Webseite platzieren. Das Logo besteht aus einem Sicherheitsmerkmal, der Flagge eines EU-Mitgliedsstaates (aber auch von Norwegen, Island und Liechtenstein) sowie dem Hinweis „Zur Überprüfung der Legalität dieser Website hier klicken“ in der jeweiligen Landessprache.

Um sicherzugehen, dass es sich um eine seriöse und legale Versandapotheke handelt, sollten Sie also wie folgt vorgehen:

  1. Suchen Sie das EU-Sicherheitslogo, das wir oben abgebildet haben. Wenn Sie dieses nicht finden, kaufen Sie hier nichts ein.
  2. Als nächstes stellen Sie sicher, dass im Logo die Flagge des Landes zu sehen ist, in dem die Apotheke ihren Sitz hat. Den Firmensitz finden Sie im Impressum. In der jeweiligen Landessprache muss zudem der Hinweis „Zur Überprüfung der Legalität dieser Website hier klicken“ zu finden sein.
  3. Im letzten Schritt klicken Sie das Logo an. Der Link muss zur nationalen Arzneimittelbehörde führen. Dort muss bestätigt werden, dass der Online-Shop im Versandapothekenregister gemeldet ist. Überprüfen Sie, ob die Angaben im Online-Shop und im Versandapothekenregister übereinstimmen. Ist dies nicht der Fall, brechen Sie den Kauf ab.

In Österreich handelt es sich bei der nationalen Arzneimittelbehörde, um das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen. Dort finden Sie auch eine Liste aller in Österreich registrierten Online-Apotheken. Im Zweifelsfall können Sie direkt in dieser Liste überprüfen, ob die Online-Apotheke registriert und damit legal ist. Ähnliche Register anderer EU-Länder finden Sie auf der Seite der Europäischen Arzneimittel-Agentur. Wie bei anderen Fake-Shops im Internet gibt es außerdem auch bei Online-Apotheken die Möglichkeit den Shop mit dem Österreichischen E-Commerce-Gütezeichen zu zertifizieren.

InternetnutzerInnen berichten über Mahnungen und Drohungen

LeserInnen der Watchlist Internet melden zudem, dass Online-Apotheken selbst bei bei bereits bezahlten oder stornierten Aufträgen Mahnungen versendet werden sowie mit dem Einschalten eines Inkassobüros gedroht wird. Als BetreiberInnen von Fake-Shops gibt es dafür jedoch keine rechtlichen Grundlagen. Wir empfehlen Ihnen daher, sich von solchen Drohungen nicht einschüchtern zu lassen und auch nicht zu zahlen.

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei zahlreichen LeserInnen für die Meldung von betrügerischen Online-Apotheken.)

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