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Gefälschte Spar Umfrage: Versteckte Kosten statt gratis Technik!

Gepostet am 29.01.2019 von Watchlist Internet

Eine erfundene Umfrage wird momentan von Kriminellen massenhaft verschickt. Betroffene Personen, die den Links in der Nachricht folgen und die Umfrage durchführen, sollen mit einem gratis iPhone X, XS, Galaxy S9 oder einem MacBook belohnt werden. Ein versteckter Kostenhinweis bei der Eingabe der Kreditkartendaten zeigt aber: Statt Smartphone oder Laptop gibt’s nur monatliche Kosten!

Momentan sind gefälschte Mails der Supermarktkette Spar im Umlauf. Die Empfänger/innen, laut Nachricht nur „150 ausgewählte Konsumenten“, werden darin dazu aufgefordert, an einer kurzen Befragung teilzunehmen. Als Belohnung werden in der E-Mail "Geschenkgutscheine, Elektronikartikel, Hautpflegeprodukte und vieles mehr" versprochen.

Konsument/innen, die dem Link in der Nachricht folgen, gelangen auf eine Website im typischen Spar-Design. Dass es sich um keine echte Spar-Website handeln kann, zeigt aber schon die Internetadresse, auf der man sich befindet.  Neben einem angeblich einmaligen Bonuscode, welcher in Wahrheit bei allen Zusendungen der gleiche ist, werden auch die Gewinne dargestellt. Statt von Geschenkgutscheinen, Elektronikartikeln und Hautpflegeprodukten, ist aber nur noch von iPhone XS, iPhone X, Samsung Galaxy S9 und einem Apple MacBook die Rede.

Nachdem alle Fragen beantwortet wurden, gelangt man auf eine Seite zur Auswahl der Belohnung. Auszuwählen ist aufgrund hoher Nachfrage angeblich nur eines der Geräte. Obwohl es sich um eine Entschädigung für die Teilnahme an der Umfrage handeln soll, sind bei den Produkten auch Preise angegeben. Das iPhone XS ist beispielsweise für 1,99 Euro, statt 1249 Euro zu haben.

In unserem Test gelangte man nach Auswahl des iPhone XS auf eine Seite, auf der man zur Anmeldung aufgefordert wird und E-Mail-Adresse und Passwort angeben soll. Seltsamerweise ist hier aber folgender Satz auf Englisch zu finden: „Join and you could WIN the new iPhone XS“. Übersetzt sollen sich Konsument/innen also anmelden, um die Chance zu haben, ein iPhone XS zu gewinnen. Von einem sicheren Erhalt des Geräts ist plötzlich nicht mehr die Rede.

In weiterer Folge wird man auf eine Website weitergeleitet, auf der die Kreditkartendaten eingegeben werden sollen. Um Druck auszuüben und zu einer schnellen, unüberlegten Dateneingabe zu drängen, läuft ein zehnminütiger Countdown ab. Der Preis ist plötzlich mit 0 Euro für eine „Normale Mitgliedschaft“ angegeben. Von den zuvor angekündigten 1,99 Euro für das iPhone XS fehlt jede Spur.

Stattdessen ist in Blau gehalten ein versteckter Kostenhinweis zu finden. Darin wird auf ein nach fünf Tagen automatisch abgeschlossenes Premium-Konto hingewiesen. Der Text dazu lautet wie folgt:

Dies ist eine kostenlose Registrierung. Warum werde ich nach meinen Kreditkartendaten gefragt? Es dient zur Überprüfung. Wenn Sie Ihr Konto nicht innerhalb der Probezeit von fünf Tagen kündigen, wird Ihr Konto automatisch für usd 49.99 pro Monat zu einem Premium-Konto verlängert. Wenn Sie sich für die kostenlose Testversion anmelden, können wir einen oder mehrere variable Beträge auf Ihrem Konto einfrieren, um zu überprüfen, ob die Karte gültig ist und ob Sie der autorisierte und legitime Karteninhaber sind. Diese Beträge werden nur für wenige Tage auf Ihrer Karte eingefroren.

Wer den gesamten Vorgang durchläuft, die eigenen Daten eingibt und auf ein gratis Gerät hofft, wird schlussendlich enttäuscht, denn das Smartphone oder der Laptop werden nie verschickt. Stattdessen folgen unerwartete monatliche Abbuchungen auf der Kreditkarte.

Wie erkennen Sie, dass die Nachricht gefälscht ist?

Die im Namen von Spar versandte Nachricht enthält einige Hinweise auf betrügerische Absichten:

  • Der Inhalt der E-Mail ist frei erfunden und die Texte sind in fehlerhaftem Deutsch mit englischen Wortfetzen verfasst. Spar versendet keine derart seltsam formulierten Kundenbefragungen.
  • Die Absendeadresse lautet auf info@financejoin.com. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass seriöse Unternehmen über E-Mail-Adressen, die nichts mit der Firma zu tun haben, mit ihren Kund/innen kommunizieren.
  • Der Link in der Nachricht leitet Sie nicht auf eine Seite von Spar, sondern eine fremde Seite weiter. Dies erkennen Sie an der URL, die in der Adresszeile Ihres Browsers zu finden ist.
  • Sie sollen für ein als kostenlos angepriesenes Gerät Ihre Kreditkartendaten bekannt geben. Spätestens hier sollten die Alarmglocken läuten, denn dies ist ein klares Zeichen für kriminelle Praktiken.
  • Die weiteren Unstimmigkeiten, wie die sich ändernden Preisangaben, die unterschiedlichen Gewinnversprechungen, der Countdown auf der Zahlungsseite oder die englischen Texte, deuten ebenfalls auf einen Betrugsversuch hin.

Sie wurden Opfer der Betrugsmasche?

Wenn Sie in die Falle getappt sind, werden Ihnen zunächst die Eurobeträge, die Sie tatsächlich freigegeben haben, von der Kreditkarte abgezogen. Wenn Sie keine weiteren Schritte setzen, folgen monatlich die Abbuchungen für das nie gültig abgeschlossene Abonnement. Das versprochene iPhone XS, X, Samsung Galaxy S9 oder MacBook erhalten Sie hingegen nie.

Um sich von dem Abonnement abzumelden, suchen Sie auf Ihrer Kreditkartenabrechnung, auf der Bestellbestätigung (falls Sie diese erhalten haben) oder bei den Abonnement-Anbietern nach einer Kontaktmöglichkeit und verlangen Sie die umgehende Kündigung des vermeintlichen Abo-Vertrags.

Sollte dies erfolglos bleiben, setzen Sie sich mit Ihrem Kreditkartenanbieter in Verbindung, um unter Verweis auf den genauen Sachverhalt das weitere Vorgehen zu besprechen und um eine Rückerstattung des abgebuchten Betrages zu ersuchen. Beträge, die Ihnen ohne Ihre Zustimmung abgebucht wurden (z.B. Beträge, auf die beim Kauf nicht ausreichend hingewiesen wurde oder die über den Wert Ihrer Bestellung hinausgehen) sind gemäß § 67 Zahlungsdienstleistungsgesetz 2018 von Ihrem Zahlungsdienstleister zurückzuerstatten. Versuchen Sie auch den Anbieter für weitere Abbuchungen von Ihrer Kreditkarte zu sperren, sofern dies möglich ist.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Sollten Sie Beratung oder Hilfe benötigen, wenden Sie sich an unsere Expert/innen vom Internet Ombudsmann. Die Beratung ist kostenlos. Das Anfrageformular ist der schnellste Weg, Ihre Fragen zu stellen:

 

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei zahlreichen Leser/innen für die Meldung der gefälschten Spar-E-Mail.)

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