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Augen auf beim Online-Gebrauchtwagenkauf

Gepostet am 13.03.2019 von Watchlist Internet

Konsument/innen, die im Internet nach Gebrauchtwagen suchen, müssen sich vor folgender Betrugsmasche in Acht nehmen: Laut Verkaufsanzeigen befindet sich das Auto in Österreich. Später wird behauptet, dass es mittlerweile im Ausland ist und daher keine Besichtigung möglich ist. Bezahlung und Lieferung sollen versichert über erfundene Transport- und Zahlungsdienstleister erfolgen. Überwiesene Beträge sind verloren und die kommen nie an.

Sind Sie momentan auf der Suche nach einem Gebrauchtwagen? Dann nehmen Sie sich vor betrügerischen Angeboten in Acht. Uns liegen zahlreiche Berichte von Konsument/innen vor, die auf autoscout24.at, gebrauchtwagen.at oder ähnlichen Plattformen mit Kriminellen in Kontakt geraten sind. In den Anzeigen geben die Kriminellen an, die Autos seien in Österreich und eine betrügerische Absicht ist weder für die Verkaufsplattformen noch für Interessent/innen wie Sie erkennbar. Lediglich die Preise sind teils vergleichsweise günstig gewählt. Sobald Sie sich mit den vermeintlichen Verkäufer/innen in Verbindung setzen und um eine Probefahrt oder Besichtigung bitten, wird der Betrug erkennbar. Die Rückmeldungen auf derartige Anfragen sehen beispielsweise folgendermaßen aus:

Sie können das Auto nicht sehen, weil das Auto nicht in Österreich ist.
Das Auto ist derzeit in Stockholm, Schweden.
Ich habe dieses Auto gekauft, als ich in Österreich als Bauingenieur für die PORR AG gearbeitet habe. Jetzt bin ich zurück in Schweden und bin gezwungen, das Auto zu verkaufen.
Ich wollte das Auto für meine Familie behalten, aber die Einfuhr- und Zulassungssteuern sind sehr teuer und ich bin gezwungen, das Auto nach Österreich zu verkaufen, da das Auto in Österreich zugelassen ist (mit dem Typenzertifikat und den österreichischen Nummernschildern).
Das Auto ist wie auf den Bildern, ist in sehr gutem Zustand innen und außen, hatte nie Unfälle, immer in der Garage gehalten. Wenn Sie vorhaben, das Auto zu besuchen, können Sie in Schweden kommen, um es persönlich zu besichtigen. Der nächstgelegene Flughafen Stockholm Arlanda Airport, Ich kann Sie vom Flughafen abholen, auch wenn Sie spät ankommen, Ich kann Ihnen mein Gästehaus oder einen Führer zu lokalen Hotels anbieten.
Wenn Sie sich entscheiden, das Auto zu kaufen, kann ich es an Ihre Hausadresse liefern und Sie haben 5 Tage Testzeit, um das Fahrzeug und die Dokumente mit Ihren lokalen Behörden zu überprüfen, bevor Sie Ihre endgültige Entscheidung treffen. Lassen Sie mich wissen, wenn Sie noch am Kauf des Autos interessiert sind, und ich werde Ihnen alle Details über Lieferung und Zahlung geben. Alles wird sehr schnell ausgeführt und Sie werden das Auto binnen 2-3 Tagen erhalten.

Man teilt Ihnen also mit, dass das Auto sich nicht mehr in Österreich befindet und eine Besichtigung nicht oder nur sehr schwer möglich ist.

Wenn Sie den Kontakt weiterführen und sich noch nicht gegen den Kauf entschieden haben, garantieren Ihnen die Kriminellen in der Regel folgendes:

  • Der angegebene Preis beinhaltet die Versandkosten.
  • Die Transportfirma wickelt sowohl Zahlung als auch Lieferung ab und agiert als Treuhandunternehmen. Alles ist zu 100 % sicher.
  • Das Auto ist bereits in Österreich zugelassen und es muss keine NOVA bezahlt werden.
  • Sobald das Auto bei Ihnen ankommt, haben Sie einige Tage Zeit, das Auto zu begutachten. Sollte es Ihnen nicht gefallen, können Sie es über das gleiche Versandunternehmen wieder zurücksenden und erhalten Ihr Geld retour.

Erfundene Zahlungs- und Versanddienstleister

Wenn Sie sich für den Kauf entschließen, teilt man Ihnen mit, dass das Auto mittlerweile beim Versandunternehmen ist und dieses mit Ihnen Kontakt aufnehmen wird. Kurz darauf erhalten Sie eine Nachricht von den erfundenen Unternehmen. Bisher liegen uns hier Meldungen zu payamz.eu, angeblich ein Zahlungsdienst von Amazon, milengate.net, jprt-gmbh.com, zamoratrans.com und akon-services.com vor. Sämtliche Websites der angeblichen Treuhandunternehmen sind gefälscht und die Unternehmen existieren nicht.

In den E-Mails finden Sie meist ausführliche Rechnungen, die professionell aufgesetzt wirken und nochmals alle Informationen zur Transaktion enthalten. Außerdem werden Sie zur Zahlung aufgefordert. Diese erfolgt auf ein Konto im Ausland. Sobald die Kriminellen die Überweisung erhalten haben, bricht jeglicher Kontakt ab oder man versucht, Sie durch Hinhaltetaktiken noch für einige Zeit von einer polizeilichen Anzeige abzuhalten. Damit versucht man, überwiesene Beträge für die Behörden schwerer nachverfolgbar zu machen.

Ausweiskopien zur Absicherung?

Sollten Sie skeptisch werden oder den Kontakt im Verlauf des Betruges abbrechen, versuchen die Kriminellen häufig, Sie durch Zusendung von Ausweiskopien oder gar Bildern der eigenen Familie von ihrer Seriosität zu überzeugen. Achtung: Die Dokumente stammen von Identitätsdiebstählen und bilden nicht die tatsächlichen Betrüger/innen ab. Die Personen auf den Ausweisdokumenten wurden selbst Opfer eines Identitätsdiebstahls. Mehr zum sicheren Teilen von Ausweiskopien lesen Sie unter Ausweiskopien mit Wasserzeichen versehen. So vermeiden Sie es, selbst Opfer eines derartigen Datenmissbrauchs zu werden.

Hilfe für Opfer

Sollten Sie in die Falle getappt sein, so müssen Sie umgehend polizeiliche Anzeige erstatten und den Behörden die Geschehnisse möglichst genau schildern. Je kürzer der Betrug zurückliegt, desto höher sind die Chancen auf Ausforschung der Täter/innen.

Liegt die Überweisung noch nicht lange zurück, so können Sie auch versuchen, sich mit Ihrer Bank in Verbindung zu setzen. Wurde der Betrag noch nicht überwiesen oder das Geld bei der Empfängerbank noch nicht behoben, so könnte eine Rückholung möglich sein. Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich wieder an Ihr Geld zu gelangen, ist bei derartigen Betrugsfällen leider äußerst gering.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Sollten Sie Beratung oder Hilfe benötigen, wenden Sie sich an unsere Expert/innen vom Internet Ombudsmann. Die Beratung ist kostenlos. Das Anfrageformular ist der schnellste Weg, Ihre Fragen zu stellen:

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei zahlreichen Leser/innen für die Meldungen der Betrugsversuche beim Gebrauchtwagenkauf.)

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