Zum Seiteninhalt
News

Angespannter Arbeitsmarkt sorgt für betrügerische Job-Angebote

Gepostet am 26.03.2020 von Watchlist Internet

Aufgrund der durch das Coronavirus bedingten Arbeitsmarktsituation, suchen viele InternetuserInnen momentan online nach Jobs oder einer zusätzlichen Verdienstmöglichkeit. Dies nützen Kriminelle gezielt aus, indem Sie betrügerische Job-Angebote im Internet inserieren. Die Fake-Berufe können zu Geldwäsche führen, Pyramidensysteme sein oder zu gefährlichen Investments verleiten.

Laufend berichten wir auf der Watchlist Internet zu betrügerischen Job-Angeboten oder unseriösen Investment-Plattformen. Der angespannte Arbeitsmarkt führt momentan zu einem gehäuften Aufkommen dieser Betrugsmaschen. Seien Sie daher besonders vorsichtig bei Versprechen, die zu schön sind, um wahr zu sein. Im schlimmsten Fall machen Sie sich selbst strafbar, bekommen Probleme mit Ihrer Bonität oder verlieren viel Geld.

Geldwäsche als „Money Mule“

Dabei inserieren Kriminelle Job-Offerten, bei denen Sie angeblich bei der Abwicklung von Finanztransaktionen helfen sollen. Die Arbeit kann von zu Hause aus durchführt werden und verspricht gute Bezahlung bei relativ wenig Aufwand. Alles was Sie für Ihre Aufgabe brauchen ist ein Bankkonto. Zahlungen, die bei Ihnen eingehen, sollen Sie auf andere Konten oder in Form von Bitcoin weiterüberweisen und können sich dafür eine Provision einbehalten. Achtung! Die Zahlungen, die auf Ihrem Konto eingehen, stammen aus Betrugsmaschen und Sie helfen den Kriminellen bei der Geldwäsche. Ein aktuelles Beispiel für derartigen Betrug: Eine DD Holiday Service GmbH schreibt Jobs für Übersetzungstätigkeiten aus, verlangt im Arbeitsvertrag aber auch Finanztransaktionen über das eigene Bankkonto.

Hier finden Sie beispielhaft einen Artikel zu einem angeblichen Job-Angebot, das zu Geldwäsche verleitet.

Bankkonten in Ihrem Namen durch Umfragen

Andere Job-Offerten führen zu betrügerischen Umfrageplattformen. Bei einer Anmeldung müssen Sie Ausweisdokumente teilen. Diese landen direkt in den Händen Krimineller und erlauben es, ein Bankkonto in Ihrem Namen anzumelden. Ihnen wird dabei vorgespielt, dass Sie im Rahmen Ihrer ersten Umfrage das Video-Identifikationsverfahren einer Bank testen sollen. Tatsächlich führen Sie aber das echte Identifikationsverfahren durch und eröffnen ein echtes Bankkonto in Ihrem Namen. Die Kriminellen können darüber frei verfügen und es beispielsweise als Zielkonto hinter einem Fake-Shop einsetzen. Es kommt also ohne Ihr Wissen zu Geldwäsche in Ihrem Namen.

Hier befassen wir uns genauer damit, wie Umfragen zu Geldwäsche in Ihrem Namen führen können.

Pyramiden- und Schneeballsysteme

Pyramiden- und Schneeballsysteme benötigen ständig wachsende TeilnehmerInnenzahlen, um zu funktionieren. Tatsächliche Gewinne erwirtschaften hauptsächlich die BetreiberInnen und einige wenige andere. Der Großteil der Teilnehmenden erleidet hingegen Verluste, da für den Einstieg Anfangsinvestments notwendig sind. Da diese Konstrukte auf unendliches Wachstum bei endlichen Rahmenbedingungen angewiesen sind, brechen sie in aller Regel wieder zusammen und der Betrieb ist in großen Teilen der Welt – so auch in Österreich – untersagt. Derartige Systeme werden häufig über Social-Media-Kanäle verbreitet und aggressiv mit unglaublichen Gewinnen beworben. Womöglich versuchen Sie auch Bekannte, zu Investments zu überreden, die bereits selbst eingestiegen sind.

In unserer Warnung vor den Geschäftspraktiken bei FutureNet finden Sie genauere Informationen zum Vorgehen bei derartigen Pyramiden- und Schneeballsystemen.

Gefährliche Investment-Portale

Auch im Zusammenhang mit betrügerischen Investments kommt es zu zahlreichen Betrugsfällen. Die Kriminellen nützen dabei häufig die Gesichter prominenter Personen, um die betrügerischen Plattformen zu bewerben. Nach einer ersten Anmeldung werden Sie ständig angerufen und zu weiteren Einzahlungen gedrängt. Gleichzeitig spielt man Ihnen unglaubliche Gewinne vor, die Sie in Ihrem Profil selbst mitverfolgen können. Tatsächlich fließt das Geld aber direkt in die Taschen der VerbrecherInnen und Auszahlungen sind nicht möglich. Alle Einzahlungen sind höchstwahrscheinlich verloren.

Wie wir hier erläutern, nützen Kriminelle Promis und Medien für ihren Bitcoin-Betrug.

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei zahlreichen Leserinnen und Lesern für die Meldungen zu betrügerischen Job-Angeboten.)

Unterstützt von:

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann