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Fake-Abmahnung der Kanzlei Schmidt im Umlauf

Gepostet am 22.09.2016 um 11:25 Uhr von Watchlist Internet

Unternehmen erhalten eine Abmahnung der Rechtsanwaltskanzlei Jörg Schmidt. Darin heißt es, dass es zu einer Verletzung von Urheberrechten der abbywinters.com BV gekommen sei, weil Empfänger/innen den Erotikfilm „Girl & Girl Pee Marigold & Christiana“ verwertet haben. Aus diesem Grund sollen sie 950,- Euro zahlen. Es handelt sich um einen Betrugsversuch.

Der Briefkopf der Kanzlei Schmidt.

In der betrügerischen „Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzungen und Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung“ der Kanzlei Schmidt heißt es auszugsweise:

Hiermit zeigen wir an, dass uns die Filmproduzentin abbywinters.com BV, Spui 10a Amsterdam, NH 1012WZ Niederlande mit der Wahrnehmung ihrer rechtlichen Interessen beauftragt hat.
Gegenstand dieses Schreibens ist die Verletzung von Urheber- und Leistungsschutzrechten durch die unenaubte (sic!) Verwertung des Erotikfilms

„Girl & Girl Pee Marigold & Christiana“ (63 Minuten) am 28.08.2016 um 13:18:54 Uhr über Ihren Internetanschluss.

Namens und in Vollmacht unserer Mandantin fordern wir Sie hiermit gemäß §§ 97, 77, 78 Nr. 1, 85, 19a UrhG auf,

1. es zu unterlassen, geschütztes Filmmaterial unserer Mandantin ohne deren erforderliche Einwilligung im Internet verfügbar zu machen, sowie
2. sich zu verpflichten bei künftigen Zuwiderhandlungen einer Vertragsstrafe zu unterwerfen.

Im Interesse einer einvernehmlichen außergerichtlicher Beendigung der Angelegenheit bietet unsere Mandantin Ihnen an, die vorliegende Angelegenheit umfassend im Wege eines Vergleichs beizulegen, indem Sie unserer Mandantin aufgrund der von zweifelsfrei über Ihren Internetanschluss begangenen Verletzung von Urheberrechten zustehenden Ersatzansprüche durch Zahlung eines Vergleichsbetrags in Höhe von 950,00 Euro ausgleichen.(…)

Androhung hoher Kosten

Das Schreiben der Kanzlei Schmidt hält fest, dass die „Rechtsanwaltskosten bei einem Streitwert in Höhe von 20.000 Euro im Verfahrensfalle 2.828,97 EUR (betragen). Hinzu kämen, im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung, Ihre eigenen Rechtsanwaltskosten in Höhe von 2.231,25 EUR. Die Gerichtskosten betragen 1.035,00 EUR. Das Prozesskostenrisiko für 3 Instanzen beträgt insgesamt 8.483,24 EUR zzgl. Schadenersatzansrpüche“. Aus diesem Grund empfiehlt RA Jörg Schmidt den Adressaten der Abmahnung:

Zusammenfassnd raten wir Ihnen im Hinblick auf eine rasche, gütliche Erledigung der vorliegenden Angelegenheit zu folgendem konkreten Vorgehen.

1. Stellen Sie sicher, dass keine weiteren Urheberrechtsverletzungen mehr über Ihren Internetanschluss erfolgen können. (Entfernung von Trojanern, BitTorrent-Clients auf allen Geräten, Sicherung des WLANs)
2. Senden Sie uns bis spätenstens 23.09.2016 die beigefügte strafbewehrte Unterlassungserklärung unterzeichnet zurück.

Abschließend findet sich in der von der Kanzlei Schmidt beigefügten Unterlassungserklärung der Hinweis, dass „(n)ach Zahlungseingang alle Ansprüche der Gläubigerin im Zusammenhang mit der genannten Rechtsverletzung vollständig abgegolten" sind.

Sollen Sie die 950,- Euro bezahlen?

Sie müssen den Vergleichsbetrag in Höhe von 950,- Euro nicht bezahlen, denn das Schreiben ist unseriös und betrügerisch. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass es die behauptete Rechtsverletzung nicht gibt. Weitere Auffälligkeiten im Hinblick auf die Abmahnung sind unter anderem die Tatsachen,

  • dass es im deutschen, bundesweiten amtlichen Anwaltsverzeichnis keinen RA Jörg Schmidt, der seine Kanzlei am Kurfürstendam 234 in 10719 Berlin hat, gibt.
  • dass die Domain der Kanzlei Schmidt - kanzlei-schmidt-berlin.de - erst am 13.September 2016 registriert wurde. Das, obwohl es auf der Website heißt, dass „Rechtsanwalt Schmidt (…) bislang in verschiedenen deutschen Großkanzleien tätig (war) und (…) seit 2014 seine eigene Kanzlei (betreibt).“
  • dass die auf kanzlei-schmidt-berlin.de veröffentlichen Fotos von anderen Websiten aus dem Internet übernommen wurden.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Ignorieren Sie die „Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzungen und Aufforderung zur Abgabe einer Unterlassungserklärung“ der Kanzlei Jörg Schmidt. Zahlen Sie nicht die von Ihnen verlangten 950.00 Euro, denn dafür gibt es keinen Rechtsgrund! Benötigen Sie Hilfe, wenden Sie sich an den Internet Ombudsmann. Er bietet kostenlose Streitschlichtung und Beratung für Online-Geschäfte an.

 

Weiterführende und laufend aktualisierte Informationen zu der Fake-Abmahnung finden Sie auf der Website raoe.at.

 

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