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Zyloslim – die neue Diät-Masche auf Facebook

Gepostet am 31.10.2013 von Watchlist Internet

Immer wieder findet sich auf Facebook Werbung für Diätprodukte. Sie verspricht das Blaue vom Himmel und versucht, dem/der Konsument/in Produktproben schmackhaft zu machen. Am Ende des Tages stellt sich jedoch heraus, dass mit der Bestellung ein kostenpflichtiges Abo eingegangen wird.

Aktuell wird das Abnehmprodukt „Zyloslim“ auf Facebook beworben. Es ist angeblich die „wissenschaftliche Sensation in Sachen Abnehmen“. Die  Konsument/innen sollen sich „für die beste Figur (bereit machen), die Sie je hatten!. Die auf Facebook geschaltenen Werbeanzeigen beinhalten oft Fotos von Prominenten (siehe Beispiel unten), die hierfür natürlich nie ihre Zustimmung erteilt haben.


Facebook-Werbeanzeige vom 30.10.2013

Auch sind die Anzeigen oft mit gefakten Zeitungsartikeln, Forenpostings oder Facebook-Seiten gekoppelt, die den/die Nutzer/in zum Kauf des Produkts verleiten sollen.


Die Werbeanzeige führt auf eine gefälschte Facebook-Seite, auf der in einem vermeintlichen „Zeitungsartikel“ über die Wunderwirkung von Zyloslim berichtet wird. Zahlreiche geklaute Logos von bekannten Medien sollen den Nutzer/innen Seriosität vorgaukeln. (Screenshot: 31.10.2013)


Die User-Kommentare auf der angeblichen Facebook-Seite sind ebenfalls gefälscht. Ein Klick auf einen der „Links“ entlarvt, dass es sich hierbei um eine statische Seite handelt. (Screenshot: 31.10.2013)

Facebook-Werbung ist die eine Variante, um schließlich auf die Bestellseite des Produkts Zyloslim zu gelangen, der Weg über untenstehende Facebook-Seite (diesmal tatsächlich im Sozialen Netzwerk selbst) die andere:


Die Werbeseite von Zyloslim auf Facebook. (Screenshot: 31.10.2013)

Über Facebook stößt der/die Nutzer/in auf den Blog zyloslim.blog.de(Zyloslim Erfahrung). Was darauf zu lesen ist, ist eine erneute Beweihräucherung des Produktes. Über den Blog stößt man fast unweigerlich auf die Website zyloslim.de:


Die Website zyloslim.de verspricht gar außergewöhnliche Abnehmerfolge. (Screenshot: 31.10.2013)

Auf zyloslim.de ist es möglich, die Produkte „Zyloslim“ oder Pure NC“zu bestellen. Wird der Bestellbutton angeklickt, stößt der/die Nutzer/in auf eine weitere Seite: im Fall von „Zyloslim“ auf
purchaseallproductsnaturalweightlosspremium.com/at/besondere/?click_id=803682786&c1=Z.DE&c2=212.XXX.XXX.XXX&c3=&AFID=410107&SID=Z.DE
oder im Fall von „Pure NC“ auf
purchaseallproductsnaturalcleansepremium.com/at/besondere/?click_id=803682838&c1=Z.DE&c2=212.XXX.XXX.XXX&c3=&AFID=410107&SID=Z.DE.


Die Bestellseite von Zyloslim. (Screenshot: 31.10.2013)

Klicks bringen bares Geld

Es ist davon auszugehen, dass die Verweise von Facebook auf den Zyloslim-Blog, auf Zyloslim.de und in weiterer Folge auf purchaseallproductsnaturalcleansepremium.com ein Affiliate-Programm darstellen. Ein solches liegt vor, wenn Unternehmen für jeden neu gewonnen Kunden eine Provision an den/die Werberin ausschüttet. Indizien dafür finden sich in den zuletzt genannten Domains: In der URL-Adresse ist eine click_id angegeben. Sie dürfte eine automatisch generierte Ticketnummer sein, die in Verbindung mit der ebenfalls in der Adresse enthaltenen IP-Adresse und der AFID (= Affiliate ID) nachvollziehbar macht, welche Benutzer/innen von welcher Seite kommend tatsächlich Produkte bestellt haben. Die erwähnte click_id, die eigene IP-Adresse und die AFID werden die ganze Bestellung gespeichert und „mitgeführt“.

Achtung: Abo-Falle!

Werden die Produkte bestellt, schließt der/die Benutzer/in – wie bereits im Falle von ähnlichen Produkten berichtet – ein Produktabo ab. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmens auf „purchaseallproductsnaturalcleansepremium.com“ heißt es auszugsweise:

Bemerken Sie bitte, dass unsere Kundendienst-Abteilung Ihnen helfen kann, Ihren Lieferplan zu ändern, wenn Sie den automatischen 30-tägigen Lieferplan ändern nötigen.

„Indem Sie ZyloSlim von ZyloSlim bestellen., bevollmächtigen Sie ZyloSlim, Ihre Kreditkarte entsprechend zu belasten. Diese Berechtigung soll in Kraft bleiben, solange Sie keine zukünftige Bestellungen der Produkte, wie in dieser Vereinbarung beschrieben, annullieren.“

Diese Bestimmungen lassen Rückschlüsse darauf zu, dass bei Bestellung einer Produktprobe ungewollt ein Abo eingegangen wird. Aus diesem Grund ist zwingend davon abzuraten, auf den Trick mit „Zyloslim“ hereinzufallen, da auch nicht davon auszugehen ist, dass das Produkt die versprochene Wirkung zeigt. Letzten Endes profitieren nur die Werbefirmen und das hinter den Diätprodukten stehende Unternehmen.

Tipp:

Sollten Sie ein Opfer von vermeintlichen „Gratis“-Testprodukten im Internet geworden sein, wenden Sie sich an den Internet Ombudsmann für weitere Schritte!

Unterstützt von:

Ein Projekt der:

Internet Ombudsmann