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Willhaben-VerkäuferInnen aufgepasst: Kurierdienst PayLivery AG ist Betrug

Gepostet am 21.03.2022 von Watchlist Internet

Wenn Ihnen vermeintliche KäuferInnen auf willhaben.at vorschlagen, die Zahlung und Übergabe der Ware über den „Kurierdienst PayLivery AG“ abzuwickeln, sollten Sie vorsichtig sein. Denn: Dieser Kurierdienst existiert gar nicht. Die dazugehörige Webseite willhaben-at.shop/help.html ist gefälscht und hat nichts mit der Kleinanzeigenplattform zu tun.

Um Ihnen Ihr inseriertes Produkt und Geld zu stehlen, erfinden BetrügerInnen eine neue Zahlung- und Versanddienstleistung für Kleinanzeigenplattformen wie Willhaben. Der „Kurierdienst PayLivery AG“ – ein vermeintliches Angebot von Willhaben.at wickelt die Zahlung angeblich über ein Portal und die Zustellung von Produkten über einen Kurier ab. Auf der gefälschten willhaben-Website willhaben-at.shop/help.html werden die Nutzungsbedingungen erklärt.

Wie funktioniert diese Betrugsmasche?

Schritt 1: Kriminelle geben sich auf Willhaben (und anderen Kleinanzeigenplattformen) als interessierte KäuferInnen aus. Die betrügerischen KäuferInnen kontaktieren in der Regel VerkäuferInnen von teuren Produkten.  

Schritt 2: In einer höflichen Nachricht bekunden sie Interesse, stellen kurze Fragen zum Produkt und sagen zu, das Produkt kaufen zu wollen.

Schritt 3: Wenn Sie nicht ohnehin auf Ihrer Privatnummer kontaktiert wurden, bitten die betrügerischen KäuferInnen spätestens jetzt um Ihre Telefonnummer und verlagern das Verkaufsgespräch auf Messenger wie WhatsApp.

Schritt 4: Die betrügerischen KäuferInnen erklären Ihnen, dass sie das Produkt nicht selbst abholen können. Sie sind angeblich gerade in Quarantäne, im Ausland oder täuschen einen anderen Vorwand vor, warum sie das Produkt nicht selbst abholen können.

Schritt 5: Die Kriminellen schlagen Ihnen vor, die Zahlung und Übergabe des Produktes über einen sogenannten „Kurierdienst“ vorzunehmen. Sie erklären Ihnen, wie sicher diese neue Variante sei und schicken Ihnen einen Link zu einer Webseite, wo der Kurierdienst beschrieben wird. Die Internetadresse lautet: willhaben-at.shop/help.html. Dabei handelt es sich um eine gefälschte Willhaben-Webseite, die den „Kurierdienst“ folgendermaßen erklärt:

Regeln Kurierdienst PayLivery AG

AUSFÜLLEN DES LIEFERFORMULARS. Der Käufer füllt das Lieferformular aus, zahlt die Kurierdienste und die Waren separat.

DIE BEZAHLUNG DER WARE UND DAS ERHALTEN DES GELDES. Sobald der Käufer die Ware bezahlt hat, wird unser System einen Link erstellen, um das Geld zu erhalten. Der Käufer muss dem Verkäufer einen Link geben, um die Zahlung zu erhalten. Nach Erhalt des Links muss der Verkäufer auf den Link klicken und die Kreditkartendaten angeben. Das Geld wird dem Verkäufer auf dieser Bankkarte gutgeschrieben.

Stellen Sie sicher, dass Ihre Kartendaten korrekt sind,und bestätigen Sie den Zahlungseingang über die Mobile Banking App oder den Code von SMS.

TREFFEN MIT DEM KURIER. Sobald Sie das Geld erhalten haben, warten Sie, bis der Kurier Sie innerhalb von 12 Stunden nach Erhalt des Geldes anruft. (Die Verpackung ist die Verantwortung des Kuriers und ist auch in den Versandkosten enthalten).

PAKETZUSTELLUNG. Verhandeln Sie mit dem Kurier über die Zeit und den Ort für die Übergabe der Fracht \ des Pakets.

Achtung:

Die Betrugsmasche mit einem gefälschten Kurierdienst gibt es auf allen Kleinanzeigenplattformen! Uns sind auch gefälschte Kurierdienste im Namen der Post, von Ebay oder DHL bekannt.

Was passiert, wenn ich den Verkauf über den „Kurierdienst“ abwickle?

Wer zustimmt, das Produkt über den Kurierdienst zu verkaufen, verliert Geld! Die Kriminellen gehen dann wie folgt vor:

  1. Sie erhalten vom betrügerischen Käufer/ der betrügerischen Käuferin einen weiteren Link. Dieser führt zu einem gefälschten Willhaben-Portal, in dem Ihr Produkt und der Kaufpreis angelegt wurden.
  2. Auf diesem Portal wird Ihnen vermittelt, dass das Produkt bereits bezahlt wurde.
  3. Meist gibt es dort auch eine Chatfunktion. Vermeintliche Support-MitarbeiterInnen leiten Sie an, wie Sie weiter vorgehen müssen. Sie werden dabei massiv unter Druck gesetzt. Sie fordern Sie auf Ihre Kreditkartendaten zu übermitteln, sodass Ihnen das Geld überwiesen werden kann.
  4. Die Kriminellen haben nun Ihre Kreditkartendaten gestohlen.
  5. Als nächstes werden die Kriminellen eine Überweisung in Höhe des Kaufpreises Ihres Produktes tätigen und Sie bitten, diese freizugeben. Sie behaupten, dass sich diese Freigabe auf die Übermittlung des Geldes an Sie bezieht. In Wirklichkeit geben Sie eine Zahlung frei und überweisen an Kriminelle Geld.

Wie erkennen Sie den Betrug?

  • Willhaben und andere Anbieter wie Post, Ebay oder DHL bieten keinen Kurierdienst, wie er hier beschrieben wird, an.
  • Die Abwicklung per PayLivery erfolgt immer direkt im Chat von willhaben.at. Sobald vermeintliche KäuferInnen Ihre Telefonnummer verlangen und in weiterer Folge per SMS oder WhatsApp auf ein Bezahlservice verweisen, brechen Sie den Kontakt sofort ab!
  • Die Webadresse „willhaben-at.shop/help.html“ ist Fake. Die echte Webadresse von Willhaben lautet: „www.willhaben.at“. Lassen Sie sich nicht vom Design der Webseite täuschen! Checken Sie, ob Sie sich tatsächlich auf der Webseite von Willhaben befinden.
  • Vorsicht ist auch geboten, wenn die KäuferInnen angeblich gerade im Ausland sind oder die Ware aus einem anderen Grund nicht persönlich abholen können. Die sicherste Variante Produkte auf Kleinanzeigenplattformen zu verkaufen, ist die persönliche Übergabe und Barzahlung.

Ich bin in die Falle getappt - Was kann ich tun?

Sie haben noch nichts bezahlt und keine Kreditkartendaten eingegeben?

Brechen Sie den Kontakt mit den Kriminellen ab. Rechnen Sie damit, dass die Kriminellen sehr hartnäckig sein werden. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und blockieren Sie am besten die Telefonnummer der BetrügerInnen.

Melden Sie außerdem die Person bei der Kleinanzeigenplattform und erstatten Sie eine Anzeige.

Sie haben Kreditkartendaten bekanntgegeben und Zahlungen freigegeben?

Kontaktieren Sie Ihr Kreditkarteninstitut. Fragen Sie nach, ob die Zahlung gestoppt oder zurückgeholt werden kann. Klären Sie, ob es sinnvoll ist, die Karte sperren zu lassen.

Erstatten Sie auch eine kostenlose Strafanzeige bei der Polizei.

Beratung & Hilfe

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei den LeserInnen für die Meldung des Kleinanzeigenbetrugs.)

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