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Wieder falsche Abmahnungen in Umlauf!

Gepostet am 20.07.2014 von Watchlist Internet

Vermeintliche Rechtsanwält/innen verschicken per E-Mail gefälschte Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen. Details zum Verstoß finden sich angeblich in einer beigefügten ZIP-Datei ‒ Achtung, hier lauert Schadsoftware!

Immer wieder erhalten Internetnutzer/innen via E-Mail gefälschte Abmahnungen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen. Im Unterschied zu früheren Formen, wird in den aktuellen Schreiben auf einen konkreten Urheberrechtsverstoß (konkreter Film, Musikalbum, etc.) hingewiesen. Um rechtliche Schritte abzuwenden, sollen die Empfänger/innen eine Geldzahlung leisten. Details dazu finden sich angeblich in einer ZIP-Datei im E-Mail-Anhang. Die E-Mails kommen von vermeintlichen Rechtsanwält/innen, die angebliche Rechte- bzw. Lizenzinhaber vertreten.

Achtung, Schadsoftware!

Öffnen Sie keinesfalls unbekannte ZIP-Anhänge! Diese können gefährliche Schadsoftware (z.B. Spyware) enthalten, die sich unbemerkt auf Ihrem Computer einnistet. Kriminelle können so etwa an persönliche Daten kommen, die auf dem Computer hinterlegt sind oder eingegeben werden.

Aktuelle Beispiele gefälschter Abmahnungen:

Von: Frank-Cyrus Hornung
Betreff: Anwaltskanzlei Kruse mahnt Sie wg. des Downloads von Justin Bieber - Believe ab

Guten Tag,

Wir von Anwaltskanzlei Kruse haben Nachweise dafür, dass Sie am 05.07.2014 von Ihrem Rechner aus das Musikalbum "Justin Bieber - Believe" geladen und gleichzeitig zur Verfügung gestellt haben. Passiert ist es um 23:13:34. Sie verstoßen damit gegen §19a UrhG, was enorme juristische Konsequenzen für Sie mit sich bringt. Soweit muss es aber nicht kommen, falls Sie uns gegenüber eine Abschlagszahlung in Höhe von 308.56 Euro vollbringen. Dieses Angebot gilt jedoch lediglich innerhalb der nächsten 48 Stunden.

Hochachtungsvoll,
Anwaltskanzlei Kruse
+498313643327

Anhang: fein_629f425e3ea8.zip (60,8 KB)

Guten Tag,

Unsere Anwaltskanzlei Von Kenne und Partner hat Hinweise darauf, dass am 02-07-2014 der Film "The Amazing Spider-Man 2" von Ihrer IP, der 43.202.88.126, illegal geladen wurde, und zwar um 06:19:23.
Das verstößt gegen §19a UrhG, was einen Gesetzesverstoß mit sich bringt. Falls Sie uns keine Strafgebühr i.H.v. 469.25
Euro innerhalb der nächsten drei Tage überweisen. Sämtliche Einzelheiten finden Sie im Anhang viceroyalty.zip. Bitte sputen Sie sich mit der
Überweisung, falls Sie ein Verfahren vor Gericht verhindern möchten.

Hochachtungsvoll,
Von Kenne und Partner
+4936471289664

Sehr geehrte/r C.H.,

am 11.06.2014 um 21:65:51 Uhr ist von Ihrer IP Adresse Nr. 67.236.243.24 eine Verletzung der Urheberrechte an dem Eigentum unserer Mandantin festgestellt. Sie haben den Film: Andere Länder, andere Titten von dem Anbieter Redtube, geladen.

Aufgrund des § 53 des UrhG sind wir in der Lage, jedes Anlegen einer privaten Kopie durch eine Anzeige zu bestrafen. Im zugefügten Ordner finden Sie den Anzeigeninhalt und den Beschwerdenachweis.

In ihrem Kabinettsbeschluss vom 22. März 2006 strich die Bundesregierung die Bagatellklausel. Demnach müssen seitdem theoretisch auch alle Privatpersonen, die P2P-Netzwerke (Tauschbörsen) nutzen, mit bis zu drei Jahren Haft rechnen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Martina Jaacks

Sehr geehrte/r C.L.,

am 12.06.2014 um 23:32:32 Uhr ist von Ihrer IP Adresse Nr. 88.24.230.22 eine Verletzung der Urheberrechte an dem Projekt unseren Auftraggeber festgestellt. Sie haben den Porno: Alarm im Darm von der Tauschbörse Megadownload, verteilt.

Aufgrund des § 53 des UrhG steht es uns frei, jedes Anschaffen einer privaten Kopie durch eine Anzeige zu bestrafen. In beigefügter Datei finden Sie die Online-Anzeige und die Tateinzelheiten.

In ihrem Kabinettsbeschluss vom 22. März 2006 strich die Bundesregierung die Bagatellklausel. Demnach müssen seitdem theoretisch auch alle Privatpersonen, die P2P-Netzwerke (Tauschbörsen) nutzen, mit bis zu drei Jahren Haft rechnen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Julia Nüß - Schindler- Elmenthaler - Rechtsanwälte

Gesendet: Montag, 21. Juli 2014 um 08:43 Uhr
Von: "RA Julia Nuess - Schindler- Elmenthaler - Rechtsanwaelte" <[email protected]>
Betreff: Anzeige gegen W.S. 17.07.2014
Sehr geehrte/r W.S.,

am 15.06.2014 um 23:42:66 Uhr ist von Ihrer IP Adresse Nr. 96.21.24.22 eine Verletzung der Urheberrechte an dem Projekt unseren Auftraggeber begangen. Sie haben den Kinofilm: Analritter 2 - Heute wird eingedost von dem Anbieter Pornotube, runtergeladen.

Aufgrund des § 53 des UrhG steht es uns frei, jedes Anschaffen einer privaten Kopie durch eine Anzeige zu bestrafen. Im zugefügten Ordner finden Sie die Anzeigedaten und die Tateinzelheiten.

Privatkopie: Im neuen § 53 wurde der Tausch von urheberrechtlich geschützten Inhalten über Peer-to-Peer-Netzwerke verboten, ausgenommen der Urheber stellt sie der Allgemeinheit zur Verfügung (z. B. Public Domain, LFFI, GPL-SFA, GPL). Die Bundesregierung verzichtet zudem darauf, die Privatkopie auch gegen technische Schutzmaßnahmen (DRM) durchzusetzen, obwohl dies gemäß Artikel 6, Abschnitt 4 der EU-Urheberrechtsrichtlinie [3] in gewissem Umfang möglich wäre. Allerdings folgt die Bundesregierung nicht den Positionen der Musik- und der Filmindustrie, das Recht auf Privatkopie auf analoge Kopien zu beschränken (IFPI) oder sie für Filme ein Jahr nach Kinostart, wie von der Filmindustrie gefordert, ganz zu verbieten. Das heißt, die private Kopie nicht kopiergeschützter Werke bleibt weiterhin, auch in digitaler Form, erlaubt.

Mit freundlichen Grüßen
RA Julia Nüß - Schindler- Elmenthaler - Rechtsanwälte

So erkennen Sie Fake-Abmahnungen:

  • Der Versand erfolgt ausschließlich per E-Mail (nicht per Post),
  • die in den Schreiben angeführte IP-Adresse stimmt nicht mit der tatsächlichen IP-Adresse der Empfängerin/des Empfängers überein,
  • der Rechtsanwalt/die Rechtsanwältin ist nicht im Verzeichnis der zuständigen Rechtsanwaltskammer gelistet oder die Namen tatsächlich existierender Anwaltskanzleien werden fälschlicherweise verwendet,
  • Details zum Urheberrechtsverstoß finden sich angeblich in einer angehängten ZIP-Datei ‒ diese enthält häufig Schadsoftware,
  • der Empfänger/die Empfängerin hat den Urheberrechtsverstoß zum angeführten Zeitpunkt nicht begangen.

Was tun bei Erhalt einer Abmahnung?

  • Fragen Sie bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer nach, ob es den Anwalt/die Anwältin, der/die Sie abgemahnt hat, wirklich gibt (in Österreich: www.oerak.or.at; in Deutschland:  www.brak.de).Möglich ist auch die Online-Suche in einem Anwaltsverzeichnis (www.oerak.or.at bzw. www.rechtsanwaltsregister.org). Sollte der Anwalt/die Anwältin tatsächlich existieren, nehmen Sie mit Ihm/Ihr am besten telefonischen Kontakt auf und erkundigen Sie sich, ob die Abmahnung echt ist. Echte Abmahnungen sollten Sie in jedem Fall ernst nehmen (hier mehr dazu lesen)!
  • Öffnen Sie keinesfalls beigefügte ZIP-Dateien, klicken Sie keine fremden Links und leisten Sie keine Zahlungen via Prepaid-Karte (z.B. Ukash) oder Online-Bargeldtransfer (z.B. Western Union).
  • Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie unsicher sind. Lassen Sie sich z.B. vom Internet Ombudsmann beraten, wie Sie reagieren sollen.

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