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Wie die Trendfrisuren 2017 in einen Abovertrag führen

Gepostet am 26.07.2017 von Watchlist Internet

Eine Werbeeinschaltung auf Facebook wirbt für die Trendfrisuren 2017. Konsument/innen, die diese sehen möchten, müssen auf einer externen Website die Schaltfläche "Weiter" betätigen. Dadurch fallen nach Anbieterangabe Kosten in Höhe von 15 Euro pro Woche an. Sie werden vom Mobilfunkanbieter der Konsument/innen in Rechnung gestellt. Eine Zahlungspflicht besteht nicht.

Auf Facebook sehen Internet-Nutzer/innen eine Werbung für die Trendfrisuren 2017. Es heißt, dass „diese 10 Frisuren (…) 2017 alle Frauen tragen (wollen)“:


Facebook-Werbung von zigzagfone.com.

Besucher/innen, die sich für die Trendfrisuren interessieren und die Werbeeinschaltung anklicken, gelangen auf die Website zigzagfone.com/(...).  Auf ihr heißt es: „Die besten Haarschnitte – BOB“. Interessent/innen müssen die Schaltfläche „Weiter“ betätigen, um eine weitere Trendfrisur 2017 zu sehen. Auf den ersten Blick nicht ersichtlich findet sich unterhalb der Schaltfläche der Hinweis, dass das Betätigen der Schaltfläche „Weiter“ zu einem Abovertrag führt:

Zigzagfone. €15 (Abo, 1 x pro Woche ), (…). Mit Klick auf “Weiter” stimme ich ausrücklich der sofortigen. Leistungserbringung und dem Verlust des Rücktrittsrechts zu. Zigzagfone ist ein Abonnementdienst. Es fallen Kosten von €15 pro Woche plus WAP/GPRS Kosten an, die über die Handy-Rechnung abgerechnet werden. (…) Mit der Anmeldung erhältst du unbeschränkten Zugang zu einem mobilen Content-Portal mit Produkten wie, Apps, Spiele, Smileys, Wallpaper, Videos und vieles mehr. Nach der Registrierung, erhältst du eine URL die verweist zum mobilen Content-Portal. Der Inhalt des Mobile-Content-Portal wird kontinuierlich aktualisiert. Infos: zigzagfone.com/AT. Zigzagfone bietet brandheisse Informationen und innovatives Entertainment für dein Handy. Anbieter: Artiq Mobile B.V. ▪ Stadhouderskade 85, 1073 AT Amsterdam, Netherlands ▪ Business registration number: 34202967 ▪ VAT number: NL8129.06.810.B01.


Die Website zigzagfone.com

SMS-Versand an den Anbieter

Das Betätigen der Schaltfläche „Weiter“ führt zu einer weiteren Frisur. Es folgt eine Abfrage darüber, bei welchem Mobilfunkanbieter Besucher/innen sind: „Gib zum Herunterladen deine Handynummer an“. Die Bekanntgabe der Rufnummer bestätigen Interessent/innen mit der Schaltfläche „Jetzt Downloaden“. Im nächsten Schritt schreibt der Anbieters schließlich: „Zum herunterladen: Sende JA an die 44044. Schon kann’s losgehen! Klicke hier, um eine SMS zu senden.“ Im Zusammenhang damit heißt versteckt im Fließtext der Website: „Es fallen Kosten von €15 pro Woche plus WAP/GPRS Kosten an, die über die Handy-Rechnung abgerechnet werden.“


Besucher/innen sollen eine SMS mit Ja an den Contentanbieter senden.

Müssen Sie den Abo-Dienst bezahlen?

Ein gültiger Dienstleistungsvertrag entsteht, wenn sich zwei Parteien auf die Leistung und den Preis dafür einigen. Das ist der Fall, wenn es einen transparenten Kostenhinweis gibt und Kund/innen darunter die Schaltfläche „Zahlungspflichtig bestellen“ oder eine andere gleichartige Formulierung betätigen. Gibt es weder den eindeutigen Kostenhinweis noch eine ordnungsgemäß beschriftete Schaltfläche sind Konsument/innen an keinen Vertrag gebunden. In diesem Fall besteht keine Zahlungspflicht!

Sie sollen 15 Euro pro Woche zahlen?

Sollten Sie Abbuchungen von Artiq Mobile B.V. auf Ihrer Telefonrechnung finden,  nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Mobilfunkanbieter auf. Erklären Sie ihm, dass Sie niemals einen wirksamen Vertrag mit dem Anbieter abgeschlossen haben. Fordern Sie deshalb eine Rückerstattung der zu Unrecht abgebuchten Beträge und ein Ende des Abos ein. Ist es Ihnen damit nicht möglich, Ihr Geld zurückzuerhalten, erheben Sie nach Erhalt der Mobilfunkrechnung einen Einspruch gegen die ungerechtfertigten Abbuchungen. Hilft Ihnen der Rechnungseinspruch nicht, Ihr Geld zurückzuerhalten, leiten Sie ein Schlichtungsverfahren bei der RTR ein.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Lassen Sie Ihre Rufnummer für kostenpflichtige Mehrwertdienste sowie WAP- und Webbilling sperren. Damit verhindern Sie den ungewollten Abschluss von Aboverträgen auf Ihrem mobilen Endgerät! Bitte beachten Sie dabei, dass Sie dadurch unter Umständen gewünschte Dienste nicht nutzen können.

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einer Leserin für die Meldung dieser Nachricht.)

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