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Warnung vor vermehrten Sex-Scams

Gepostet am 13.11.2014 von Watchlist Internet

Laut einer Aussendung des Bundeskriminalamts nimmt die Erpressung durch Nacktbilder und -videos im Internet zu. Es werden vermehrt Fälle aus dem In- und Ausland bekannt, bei denen Männer, aber auch Frauen, Opfer wurden.

Die Betrugsmasche mit Sex-Videos ist nicht neu, aber noch immer wirksam. Dem österreichischen Bundeskriminalamt sind vermehrt Fälle bekannt, bei denen Männer, aber auch Frauen, Opfer von Erpressungen wegen Sexvideos wurden. Über Dating-Plattformen im Internet wie zum Beispiel badoo.com werden die zukünftigen Opfer nach dem Zufallsprinzip und mit Fake-Profilen kontaktiert. Durch chatten wird dann eine Vertrauensbasis geschaffen. In weiterer Folge wird der Kontakt auch auf Soziale Netzwerke wie Facebook oder Messenger-Dienste wie Skype erweitert. Durch diesen Kontakt erhalten die Täter/innen auch Zugang zu Bekannten des Opfers.


Das Bundeskriminalamt warnt vor Sex-Scams: Die Erpressung durch Nacktbilder und -videos im Internet nimmt zu
(c) Patryk Kosmider, shutterstock.com

So läuft die Sex-Erpressung

Wenn genügend Vertrauen da ist, animiert der Täter/die Täterin das Opfer sich vor der Webcam auszuziehen und sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen. Von diesen Handlungen oder Bildern machen die Täter/innen dann Screenshots oder Videomitschnitte. Daraufhin kommt es zur Erpressung der Opfer: Bei Nichtbezahlung von einigen Hundert Euro werde das delikate Bildmaterial etwa den „Freunden“ auf Facebook gezeigt bzw. auf Videoportalen wie YouTube veröffentlicht. Als weiteres Druckmittel übermitteln die Täter/innen Kopien der Freundeslisten des Opfers. Das Geld ist dann mittels Bargeldtransferdiensten zu überweisen.

So können Sie sich schützen

Seien Sie misstrauisch, wenn Sie unbekannte Personen sehr schnell zu einem „heißen“ Videochat einladen oder um Nacktbilder bitten. Brechen Sie den Kontakt dann sofort ab und melden Sie den Vorfall an die Website-Betreiber!

In die Falle getappt – was tun?

Wenn Sie bei einem Sex-Chat mitgemacht haben und erpresst werden:

  • Brechen Sie den Kontakt sofort ab und gehen Sie keinesfalls auf die betrügerischen Forderungen ein. Das Bezahlen schützt nicht vor einer Veröffentlichung – ganz im Gegenteil, die Täter/innen werden immer mehr fordern und die Erpressung hört nie auf. 
  • Entdecken Sie die delikaten Inhalte tatsächlich auf Online-Portalen, wenden Sie sich umgehend an die Website-Betreiber/innen. Plattformen wie Facebook löschen Videos und Fotos mit sexuellem Inhalt gewöhnlich sehr schnell. Auch der Internet Ombudsmann kann bei Löschungen helfen.
  • Bringen Sie die Erpressung in jedem Fall zur Anzeige (lesen Sie dazu: Wie mache ich eine Anzeige?) – nur so kann die Polizei aktiv werden und auch anderen (potenziellen) Opfern helfen. Dokumentieren Sie den Vorfall mit Screenshots, E-Mails, Chat-Protokollen etc.

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