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News

Warnung vor neuen Tricks der Premium Media Service Ltd.

Gepostet am 21.08.2014 von Internet Ombudsmann

Die Premium Media Service Ltd. betreibt mehrere Abzocke-Websites im Internet, wie etwa www.rezepte-portal-24.net oder www.routenplaner-24.net. Konsument/innen, die sich auf den Websites angemeldet haben, werden nun durch unwahre Behauptungen dazu gedrängt, unberechtigte Forderungen der Firma zu begleichen.

Um die auf den zahlreichen Websites der Premium Media Service Ltd. mit Sitz in Belize angebotenen Dienste, wie z.B. Routenplaner, Kochrezepte oder Tattoo-Vorlagen, nutzen zu können, ist eine Registrierung unter bloßer Angabe einer E-Mail-Adresse erforderlich. In weiterer Folge erhält man einen Link, mit dem die Registrierung bestätigt wird, sowie Zugangsdaten zur Website.

Wenige Tage später folgt die böse Überraschung

Man erhält eine Rechnung in Höhe von 249 Euro! Die Rechnung wird von einer „Pable Domainverwaltung“ mit angeblichem Sitz in Wien (Kärntner Ring 5-7) verschickt. Unter der angegeben Adresse existiert eine solche Firma in Wirklichkeit jedoch nicht.

Der Hinweis auf die Kostenpflicht war, wie unsere Screenshots und Berichte auf der Watchlist Internet zeigen, bis vor kurzem versteckt:

Der Kostenhinweis auf www.rezepte-portal-24.net ist am unteren Ende der Seite versteckt (Screenshot: 28.05.2014)

Der Kostenhinweis auf www.routenplaner-24.net ist am unteren Ende der Seite versteckt (Screenshot: 25.06.2014).

Websites wurden geändert – neuer Kostenhinweis

Die Premium Media Service Ltd. hat nun das Design der Websites geändert. Der Kostenhinweis ist nun nicht mehr am Seitenende im Fließtext versteckt, sondern befindet sich in relativ großer Schrift am Seitenanfang:

Screenshot vom 21.8.2014.

Screenshot vom 21.8.2014.

Was bedeutet dies nur für Konsument/innen, die sich auf der Website angemeldet haben?

Für Personen, die sich VOR der erwähnten Änderung des Kostenhinweises auf der Website angemeldet haben, ändert sich nichts. Entscheidend ist nämlich, wie im Zeitpunkt der Registrierung auf die Kosten hingewiesen wurde. Der Kostenhinweis war früher bloß im Fließtext am Seitenende versteckt. Um diesen überhaupt wahrnehmen zu können, musste man an das Seitenende scrollen, bevor man zur Registrierung gelangte. Aus diesem Grund entsteht für Konsument/innen, die den Kostenhinweis übersehen haben, keine Zahlungspflicht!

Natürlich versucht die Premium Media Service Ltd. durch die besagte Änderung Konsument/innen zu verunsichern: Wer sich auf der Website angemeldet hat als noch kein wahrnehmbarer Kostenhinweis vorhanden war und die Seite, nachdem Zahlungsaufforderungen für die Registrierung eingetrudelt sind, nochmals aufsucht, wird eventuell denken, er habe den nun tatsächlich vorhandenen Kostenhinweis übersehen. In Folge zahlen die verunsicherten Konsument/innen zu Unrecht, ohne dabei daran zu denken, dass das Design der Websites zwischenzeitlich geändert worden sein könnte.

Aber auch Konsumnet/innen, die sich NACH der Änderung auf einer der Websites der Premium Media Service Ltd. angemeldet haben, trifft keine Zahlungspflicht! Abgesehen davon, dass auch der neue Kostenhinweis nach unserer Einschätzung nicht ausreichend ist (zur Registrierung gelangt man etwa auch durch einen Klick auf „zum Gewinnspiel“ wobei das Gewinnspiel an sich als kostenlos bezeichnet wird; siehe Screenshots), wird die gesetzlich vorgeschriebene Button-Lösung (Informationen dazu hier) nicht umgesetzt: Der Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrages im Internet setzt voraus, dass der Bestellbutton mit den Worten „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer gleichartigen, eindeutigen Formulierung gekennzeichnet ist. Die Beschriftung des Buttons mit dem Wort „Anmelden“ ist jedenfalls nicht ausreichend.

Erfundene Urteile

Auf der Website premiummediaserviceltd.wordpress.com wird darauf hingewiesen, dass das OLG Frankfurt (8 C 257/15) und das AG Mainz (33 C 358/15) eine Zahlungspflicht im Falle der Anmeldung auf einer der Websites der Premium Media Service Ltd. bejaht haben. Beide Urteile sind jedoch frei erfunden und dienen dem Zweck, Konsumen/innen einzuschüchtern.

Die Forderungen der Premium Media Service Ltd. sind in Wirklichkeit nicht haltbar, das Unternehmen verstößt mit seiner Tätigkeit gegen zahlreiche gesetzliche Bestimmungen.

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