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online seit 09.05.2025

Warnung: Gefälschtes Anwaltsschreiben könnte Schadsoftware enthalten!

Derzeit kursieren E-Mails einer angeblichen Anwaltskanzlei, in denen Unternehmen beschuldigt werden, Urheberrechte an Inhalten von Avident Entertainment verletzt zu haben. Über einen Download-Link kann eine Sammlung von Beweisen heruntergeladen werden. Aber Vorsicht: Der Link ist betrügerisch und enthält vermutlich Schadsoftware!

Screenshot einer betrügerischen E-Mail zu Urheberrechtsverletzung.

Wer derzeit eine E-Mail mit dem Betreff Urheberrechtsverletzung im Namen der Herbert Smith Freehills GmbH erhält, sollte besonders vorsichtig sein. Die Nachricht stammt von Kriminellen und ist darauf ausgelegt, Panik auszulösen und die Empfänger:innen zu einem unüberlegten Klick auf den Download-Link zu verleiten. Vermutlich steckt dahinter eine Schadsoftware, die Kriminellen den Zugriff auf den Rechner ermöglichen kann - inklusive Diebstahl von Passwörtern, sensiblen Unternehmensdaten oder dem Einschleusen weiterer Schadsoftware.

Woher kennen Kriminelle die Daten meines Unternehmens?

In den gefälschten E-Mails der Firmenname und eine Facebook-ID auf. Das sieht auf den ersten Blick seriös aus. Tatsächlich sind diese Informationen aber leicht öffentlich zugänglich. Viele Unternehmensdaten lassen sich mit wenigen Klicks über Impressum, soziale Netzwerke oder Online-Verzeichnisse finden. Kriminelle nutzen diese frei verfügbaren Informationen gezielt, um ihren Nachrichten mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Wie kann ich mich vor Schadsoftware schützen?

Damit Sie Ihren Computer nicht ungewollt mit Schadsoftware infizieren, richten Sie ein Benutzerkonto ein. Im Unterschied zu einem Administratorenkonto kann es keine Veränderungen am Betriebssystem vornehmen. Es verhindert somit, dass Sie unbemerkt Schadsoftware installieren, denn das müsste der Administrator mit einer Passworteingabe bestätigen. Aktualisieren Sie ihr Betriebssystem und Ihre Anwendungen laufend, sodass Sicherheitslücken geschlossen und nicht für Angriffe von Kriminellen ausgenutzt werden können. Sichern Sie wichtige Dateien auf externen Datenträgern. Das verhindert einen Datenverlust, der eintreten kann, wenn Kriminelle ihren Computer erfolgreich mit Schadsoftware infizieren. Nutzen Sie ein akutelles Antivirenprogramm und eine aktuelle Firewall.

Gefälschte Anwaltsschreiben erkennen:
  • Druck und Drohungen: Seriöse Kanzleien arbeiten nicht mit einschüchternden Formulierungen oder unrealistisch kurzen Fristen. Solche Taktiken zielen darauf ab, Personen zu unüberlegten Handlungen zu verleiten.

  • Ungewöhnliche E-Mail-Adressen: Eine seriöse Kanzlei verwendet niemals Gmail, GMX oder andere kostenlose E-Mail-Dienste für die offizielle Kommunikation.

  • Keine echten Kontaktdaten: Fehlende oder nur vage Angaben zu Kanzlei, Ansprechpartnern oder Impressum sind ein weiteres Warnsignal. Aber Vorsicht: Oft werden die Namen real existierender Kanzleien missbraucht, um Vertrauen zu erwecken. Im Zweifelsfall sollten Sie direkt bei der betreffenden Kanzlei nachfragen, ob es sich um eine echte Nachricht handelt.

  • Ungewöhnliche Zustellungsart: Bei tatsächlichen Urheberrechtsverletzungen versenden Anwälte keine E-Mails, sondern offizielle Schreiben per Post.

Ich habe auf den Link geklickt! Was kann ich tun?

Falls Sie den schädlichen Link angeklickt und die Datei geöffnet haben, besteht die Möglichkeit, dass Schadsoftware auf Ihrem Gerät installiert wurde. Um herauszufinden, ob ein Risiko besteht und dieses gegebenenfalls zu beseitigen, gehen Sie wie folgt vor:

  • 1. Antivirenprogramm: Aktualisieren Sie Ihr Antivirenprogramm und führen Sie einen vollständigen Scan durch. Wird Schadsoftware gefunden, folgen Sie den Anweisungen zur Entfernung.

  • 2. Nichts gefunden? Scan wiederholen: Wird beim ersten Scan nichts gefunden, wiederholen Sie den Scan nach einigen Tagen, da manche Schadprogramme werden erst mit zeitlicher Verzögerung erkannt werden.

  • 3. Passwörter ändern: Sobald Sie sicher sind, dass Ihr System nicht (mehr) infiziert ist, ändern Sie alle wichtigen Passwörter – insbesondere für E-Mail, Online-Banking und berufliche Zugänge.

  • 4. IT-Expert:innen hinzuziehen: Besonders wenn sensible Unternehmensdaten betroffen sein könnten, sollten Sie umgehend professionelle Unterstützung durch IT-Spezialist:innen einholen.

  • 5. Anzeige erstatten: Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei.

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