Vorsicht vor Geldwäsche-Jobs auf TikTok, Instagram und Telegram!
Kriminelle sind aktuell vermehrt auf der Suche nach sogenannten „Money-Mules“ – also Personen, die ihnen bei der Geldwäsche helfen, ohne das mitzubekommen. Nehmen Sie sich also in Acht, wenn Sie auf Telegram, TikTok oder Instagram auf Job-Angebote stoßen, die zu schön klingen, um wahr zu sein!
Wie läuft der Betrug ab?
Sie scrollen durch Social-Media und stoßen auf eine Anzeige oder ein Posting eines betrügerischen Profils. Darin wird ein Job-Angebot beworben, welches auf den ersten Blick ansprechend wirkt oder zumindest neugierig macht. Die Anforderungen sind niedrig und die Verdienstmöglichkeiten wirken gut. Ein solches unseriöses Job-Angebot sieht beispielsweise folgendermaßen aus:
Wenn Sie aus Interesse Kontakt aufnehmen, erfolgt die weitere Kommunikation zumeist über Telegram-Gruppen. Sie werden dort über Ihre Aufgaben informiert. Diese beinhalten meist, das Posten oder Liken von Social-Media-Beiträgen – dies dient der weiteren Verbreitung der Betrugsmasche – sowie das Erhalten und Weiterleiten von Zahlungen – dies wiederum dient der Geldwäsche. Auf folgendem Bild ist ein Ausschnitt aus der Kommunikation in einer der betrügerischen Telegram-Gruppen zu sehen:
Darin wird insbesondere darauf hingewiesen, dass Sie und die anderen Jobsuchenden zwischen 9 und 21 Uhr über Telegram erreichbar sein müssen, um die Aufgaben – meist der Erhalt von Geldern aufs eigene Konto mit der Anweisung zur Weiterüberweisung – möglichst schnell durchführen zu können. Die Bezahlung erfolgt dabei, indem Sie sich eine kleine Provision der erhaltenen Gelder einbehalten sollen. Werden Ihnen beispielsweise 2.000 Euro überwiesen sollen Sie 1.970 Euro weiterüberweisen und sich 30 Euro einbehalten.
Was steckt dahinter?
Kriminelle stehlen Geld im Rahmen diverser Betrugsmaschen. Sie können das Geld aber nicht ganz einfach auf ihre eigenen Konten eingehen lassen, denn dadurch wären die Zahlungen für die Strafverfolgungsbehörden zu einfach rückverfolgbar und die Kriminellen somit zu einfach greifbar. Hier kommen Sie ins Spiel: Statt auf die eigenen Konten lassen die Kriminellen das Geld auf Ihr persönliches Konto überweisen. Ihre Aufgabe besteht dann in der Weiterüberweisung der Gelder oder im Kauf von Kryptowährungen mit den Beträgen. Für den Erhalt kleiner Provisionen helfen Sie den Kriminellen somit bei der Geldwäsche und machen sich womöglich selbst strafbar!
Durch Ihre Tätigkeit als Money Mule machen Sie sich womöglich selbst strafbar: Sie können wegen Geldwäsche mit einer Freiheitsstrafe oder wegen finanzmarktrechtlicher Verwaltungsübertretung mit Geldstrafen bestraft werden. Nehmen Sie daher keine Jobs an, wenn folgendes von Ihnen gefordert wird:
- Kontoeröffnungen im eigenen Namen
- Geldtransfers über das eigene Bankkonto oder extra neu eröffnete Bankkonten
- Umwandlungen von fremden Geldern in Bitcoin oder ähnliches
- Annahme und Weiterleitung von Paketen im eigenen Namen
Sie haben bereits bei der Geldwäsche mitgeholfen?
Wir empfehlen Ihnen, umgehend polizeiliche Anzeige zu erstatten und den Kontakt zu den Kriminellen abzubrechen, sobald Sie den Verdacht haben, Opfer eines betrügerischen Job-Angebots geworden zu sein.