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Vorsicht vor COVID-19-Hilfsfonds: Unterstützungszahlungen in Millionenhöhe sind Betrug!

Gepostet am 18.11.2020 von Watchlist Internet

Die Corona-Krise ist für viele Menschen auch eine finanzielle Krise. Verschiedene Unterstützungsangebote sollen daher helfen, durch diese Zeit zu kommen. Aber Achtung! Werfen Sie einen genauen Blick darauf, wer Ihnen Geld anbietet. Denn: Derzeit werden betrügerische E-Mails von angeblichen COVID-19 Hilfsfonds versendet, in denen hohe Geldbeträge versprochen werden.

„COVID-19 Hilfsfonds - Sie erhalten einen Betrag von 1.000.000 € (Eine Million Euro).“ Wer freut sich nicht über eine solche Nachricht? Sie sollten diese E-Mails allerdings ignorieren. Es handelt sich um klassischen Vorschussbetrug.

Was versprechen die BetrügerInnen?

Vorschussbetrug beginnt meistens mit einer E-Mail, in der man Ihnen von einem sehr hohen Geldbetrag berichtet, den Sie erhalten sollen. Derzeit wird die Corona-Krise genutzt, um die Auszahlung dieser hohen Geldbeträge zu erklären: So sei ein COVID-19 Hilfsfonds eingerichtet worden, um den Menschen zu helfen oder eine Spende soll jene unterstützen, die von der Pandemie betroffen sind. Dabei handelt es sich um Geldbeträge zwischen einer Million und 2,8 Millionen Euro. Der Watchlist Internet wurden folgende drei E-Mails gemeldet:

Betreff: COVID-19 Hilfsfonds

Hiermit möchten wir Sie darüber informieren, dass Sie nach dem Zufallsprinzip als einer der Begünstigten des COVID-19-Hilfsfonds der Asia Foundation ausgewählt wurden, der eingerichtet wurde, um Geschäftsinhabern und Einzelpersonen während und nach der Koronavirus-Pandemie zu helfen. Sie erhalten einen Betrag von 1.000.000 € (Eine Million Euro) Um diesen Fonds jetzt zu beantragen, antworten Sie: E-Mail: asiafoundationgroupinboxlv

Oder

E-Mail: lawrencemac099gmailcom

E-Mail: lawrencemac099gmailcom

Grüße,

Sunder Ramaswamy

Vorsitzender der Asia Foundation

Betreff: Coronavirus-Hilfsfonds

Ich kenne Sie vielleicht nicht, aber ich glaube, wenn Sie von Gott ausgewählt wurden, um meine Geldspende in Höhe von 1,000.000,00 Euro von Herrn Azim Premji zu erhalten, gibt die Azim Foundation Spenden aus, damit Sie helfen und spenden können Essen für die Menschen in Ihrer Stadt aufgrund der Sperrung und aufgrund dieses Corona-Virus, das unsere Lieben in den Ländern tötet. Antworten Sie für weitere Informationen. Senden Sie mir eine E-Mail an: robertralphs56gmailcom Sie können auch mehr über mich über lesen der Link:

https://en.wikipedia.org/wiki/Azim_Premji

 

Freundliche Grüße

Herr Azim Hashim Premji

 

Betreff: Re: Re:

Hallo,

Sie wurden ausgewählt, um eine Spende von 2.800.000,00 € von der Callum Foundation zu erhalten. Ich habe die America Lottery im Wert von 343 Millionen US-Dollar gewonnen und spende einen Teil davon an fünf glückliche Menschen und Wohltätigkeitsorganisationen. Diese Spende erinnert an meinen verstorbenen Sohn, der an Krebs gestorben ist, und an die Verbesserung des Lebens vieler Menschen, die von diesem Coronavirus betroffen sind.
Beantworten Sie diese E-Mail für weitere Details.

Freundliche Grüße;

Frau Lerynne West
Gründer: Callum Foundation

Wie funktioniert die Betrugsmasche?

Vorschussbetrug läuft immer ähnlich ab: ­­Um die hohen Geldbeträge zu bekommen, werden in einem ersten Schritt Ihre Daten, manchmal auch Ausweiskopien verlangt. Außerdem werden Sie dazu überredet, vorab Geld zu überweisen. Um Sie dazu zu bringen, werden unterschiedliche Vorwände genannt. Zum Beispiel, dass die Überweisung einer derart hohen Summe mit einem bürokratischen Verwaltungsaufwand verbunden sei. Daher entstehen Kosten für beispielsweise Sicherheitszertifikate, notarielle Beglaubigungen oder Spesen.

Wir haben auf einer der oben genannten E-Mails mit einer Fake-Identität geantwortet, um herauszufinden, was die BetrügerInnen in diesem Fall wollen. So gehen die Kriminellen, die Ihnen im Namen der Asia Foundation Geld versprechen, vor:

  1. Die Kriminellen schicken ein Formular, mit dem wir unsere persönliche Daten wie Adresse, Telefonnummer, Name und ähnliches übermitteln sollen.
  2. Danach wurde nach unserer Bankdaten gefragt, damit die Überweisung erfolgen kann.
  3. Anschließend wurde uns ein sogenannter „Account Officer“ genannt, an den wir uns wenden sollen. Dieser würde sich um die Überweisung kümmern.
  4. Nachdem wir dem „Account Officer“ eine E-Mail geschrieben haben, meldet dieser sich im Namen einer indischen Bank und erklärt, dass das Geld nur auf ein lokales Bankkonto überwiesen werden kann. Um in unserem Namen ein Bankkonto eröffnen zu können, wird eine Ausweiskopie benötigt.

Bei diesem letzten Schritt haben wir die Kommunikation abgebrochen. Das Bankkonto könnten die BetrügerInnen für Geldwäsche und weitere Verbrechen verwenden. Ob die BetrügerInnen zusätzlich noch Geld von uns verlangen, können wir in diesem Fall nicht nachweisen.

So schützen Sie sich vor der Betrugsmasche!

Die BetrügerInnen legen sich oft richtig ins Zeug, um Sie von der Seriosität des Angebots zu überzeugen. Mit diesen Tipps schützen Sie sich dennoch:

  • Seien Sie skeptisch bei ungewöhnlichen Angeboten. Das gilt nicht nur bei Corona-Unterstützungsgelder in Millionenhöhe, sondern auch bei angeblichen Gewinnversprechen oder bei einem unerwarteten Erbe.
  • Geben Sie Teile des E-Mails mit dem Zusatz „Scam“ oder „Betrug“ in die Suchmaschine ein. Oftmals wird vor den betrügerischen Mails bereits gewarnt.
  • Wird die E-Mail im Namen einer bekannten Organisation verschickt, sollten Sie sich die E-Mail-Adresse genau ansehen: Handelt es sich bei der E-Mail-Adresse wiklich um die offizielle Adresse der Organisation?
  • Stammt das E-Mail von einer fremden Person, gilt es skeptisch zu sein. Vor allem sollten Sie fremden Personen keine Ausweiskopien übermitteln oder Geld überweisen.
  • Antworten Sie nicht auf betrügerische E-Mails. Dadurch bestätigen Sie den Kriminellen nur, dass die E-Mail-Adresse aktiv und korrekt ist.

 

Sie haben bereits geantwortet?

Das können Sie tun, wenn Sie auf die betrügerische E-Mail geantwortet haben:

  • Brechen Sie den Kontakt sofort ab und ignorieren Sie weitere Kontaktversuche! Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen!
  • Sorgen Sie dafür, dass die Kriminellen Sie nicht mehr erreichen können und blockieren Sie alle Kontaktkanäle.
  • Sichern Sie Beweise (E-Mail-Kopien, Chatprotokolle, Screenshots von Profilen,…).
  • Haben Sie Ihre persönlichen Daten und Ihre Ausweiskopie übermittelt, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Sie können nicht ausschließen, dass die Kriminellen Verbrechen in Ihrem Namen begehen. Daher sollten Sie auch Ihren Namen regelmäßig im Internet suchen.
  • Haben Sie bereits eine Zahlung geleistet, kontaktieren Sie Ihre Bank und bitten Sie um eine Rückbuchung des Betrags.

Beratung & Hilfe:

Für konkrete Beratungsanfragen wenden Sie sich bitte an die entsprechenden Stellen, die wir auf der Seite "Beratung & Hilfe" für Sie aufgelistet haben: www.watchlist-internet.at/beratung-hilfe

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei den LeserInnen für die zahlreichen Meldungen zu den betrügerischen COVID-19-Hilfsfonds.)

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