Zum Seiteninhalt
News

Vorsicht bei Veröffentlichung und Kauf beim AV Akademikerverlag

Gepostet am 02.01.2019 von Watchlist Internet
Themen: Tipp, Sonstiges

Universitätsabsolvent/innen, die nach Abschluss ihres Studiums überlegen, ihre Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten zu publizieren, ist von einer Veröffentlichung beim AV Akademikerverlag abzuraten. Während die Publikation kostenlos ist, tritt man seine Veröffentlichungsrechte an einen Verlag ab, der einen zweifelhaften Ruf hat.

Der AV Akademikerverlag ist eine Marke der SIA Omniscriptum, die in unterschiedlichsten Ländern aktiv ist. Das Unternehmen wirbt unter anderem mit der unkomplizierten Veröffentlichung von Abschlussarbeiten.

Zahlreiche Erfahrungsberichte zeigen, dass der Verlag Mails versendet, in denen Interesse am Inhalt der Arbeiten der Absolvent/innen bekundet wird. Die Veröffentlichung der Arbeiten ist kostenlos und theoretisch können sogar Gewinne dadurch erzielt werden. Basierend auf uns vorliegenden Meldungen sind aufgrund fehlender Vermarktung der Publikationen, verhältnismäßig hohen Verkaufspreisen und gewissen Mindestumsätzen lohnende Gewinne eher unwahrscheinlich.

Unrechtmäßige Zusendungen

Es ist oft unklar, wie der AV Akademikerverlag an die E-Mail-Adressen von Absolventinnen und Absolventen gelangt: In den Datenschutzbestimmungen, die nur auf Englisch zur Verfügung stehen, ist nicht angegeben, woher die Kontaktdaten und die Infos über den Studienabschluss von Absolvent/innen stammen. Weiters müssen Konsument/innen dem Unternehmen per Opt-Out mitteilen, wenn sie keine weiteren Zusendungen erhalten möchten. Datenschutzrechtlich sollten die Zusendungen vor einer Einwilligung jedoch gar nicht erst erfolgen.

Erfahrungsberichte

  • Im Internet sind zahlreiche Erfahrungsberichte zum AV-Akademikerverlag zu finden, die größtenteils negativ ausfallen. So wird berichtet, dass die Texte ohne jegliche inhaltliche Kontrolle veröffentlicht werden. Gewinne werden nicht über die Qualität der Texte erzielt, sondern über die Anzahl der Veröffentlichungen. Das Hauptinteresse dürfte also darin liegen, möglichst viele Autor/innen für sich zu gewinnen.
  • Das Unternehmen stand auch schon vermehrt in der Kritik, da Wikipedia-Artikel kopiert und in Buchform teuer weiterverkauft wurden.
  • Einige Autor/innen geben an, dass sie, da alle Veröffentlichungsrechte dem AV-Akademikerverlag übertragen und die Bücher zu extrem hohen Preisen verkauft werden, keinerlei Leserschaft für ihre Inhalte generieren konnten und ihnen auch eine Listung bei Suchmaschinen für wissenschaftliche Inhalte untersagt wurde.

Niedriges Ansehen

Die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten kann für die Karriere wichtig oder gar notwendig sein. Aufgrund bereits genannter Problematiken raten zahlreiche Universitäten auf Ihren Websites aber dringend vom Publizieren über den AV Akademikerverlag ab oder sprechen Warnungen aus. Zudem versperrt man sich durch die Abtretung sämtlicher Veröffentlichungsrechte den Weg, seine Arbeit auf unterschiedlichen Wegen zu verbreiten. Sollte man das trotzdem tun, besteht die Gefahr, dass der AV Akademikerverlag Schadenersatz verlangt.

Kontaktaufnahme nur schwer möglich

Auch die Kontaktaufnahme bei Fragen oder Kündigungsansuchen gestaltet sich oft schwierig. Es wird beispielsweise keine Telefonnummer zur Verfügung gestellt und uns liegen Berichte vor, die besagen, dass über keine der angegebenen Mailadressen oder das Kontaktformular eine Rückmeldung erfolgte.

Wir raten vom AV Akademikerverlag ab!

Wir raten von einer Nutzung des AV Akademikerverlags ab, da diese einige Probleme und Unannehmlichkeiten mit sich bringen kann.

  • Das Ansehen des Verlages ist im Bereich der Wissenschaft äußerst gering und die Verbreitung der eigenen Arbeit wird durch den AV Akademikerverlag eher eingeschränkt als vergrößert. Zudem verliert man die Veröffentlichungsrechte an seiner eigenen Arbeit.
  • Der AV Akademikerverlag stellt ganz klar Quantität vor Qualität.
  • Erfahrungsberichten zufolge ist es fast unmöglich, lohnende Gewinne durch den AV Akademikerverlag zu erzielen.
  • Eine Kontaktaufnahme ist oft nur schwer möglich und Anfragen bleiben unbeantwortet.
  • Die Zusendungen erfolgen teils unberechtigterweise und die Datenschutztexte werden nur auf Englisch zur Verfügung gestellt.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Sollten Sie Beratung oder Hilfe benötigen, wenden Sie sich an unsere Expert/innen vom Internet Ombudsmann. Die Beratung ist kostenlos. Das Anfrageformular ist der schnellste Weg, Ihre Fragen zu stellen:

(Die Watchlist Internet bedankt sich für die Meldung des AV Akademikerverlags.)

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann