Direkt zum Inhalt
online seit 27.01.2026

Visum von Privatanbietern? Warum das keine gute Idee ist

Eine enorm große Zahl an Portalen verspricht Hilfe bei der Ausstellung von Visa und anderen Einreisedokumenten. Das Problem: Die dahinterstehenden Privatanbieter verlangen einen deutlich höheren Preis als offizielle Stellen, zusätzlich ist dieser oftmals nicht klar ausgewiesen. Wir erklären, worauf bei der Suche nach dem richtigen Visumsportal geachtet werden sollte.

Ein Dauerbrenner, dem wir uns von Zeit zu Zeit etwas näher widmen, sind überteuerte Visa für Urlaubsreisen. Um von einer möglichst hohen Zahl an Menschen gefunden zu werden, setzen die Plattformbetreiber auf gesponserte Google-Suchergebnisse. Diese werden noch vor den „echten“ Treffern angezeigt. 

Als Anschauungsbeispiel dient diesmal die Website evisaentry.com. Eine Sache gleich vorweg: Es handelt sich hier NICHT um einen Fake-Shop! Hinter dem Internetauftritt steht das in Barcelona ansässige Unternehmen „Wetravel SL“. Dennoch gibt es Probleme. Und zwar mehrere.

Die Gefahren alternativer Visums-Anbieter am Beispiel evisaentry.com

Der größte Knackpunkt im Vergleich von offiziellen Stellen mit alternativen Anbietern ist der Preis. Für die Ausstellung eines Visums für Ägypten verrechnen die Betreiber von evisaentry.com zum Beispiel mehr als dreimal so viel wie offizielle Stellen. 

Der Grund für die großen preislichen Unterschiede ist rasch erklärt: Bei evisaentry.com handelt es sich um einen Privatanbieter. Als solcher verrechnet das Unternehmen zusätzlich zur Visums-Bearbeitung weitere Servicegebühren. Der Fairness halber sei festgehalten, dass ein entsprechender Abschnitt im unteren Teil der Website, dem sogenannten Footer, genau auf diesen Umstand hinweist. Zu finden ist der aber, wie gesagt, weit weg von den eigentlichen Visa-Anträgen.

Zusammengefasst bedeutet das: Wetravel SL kann gar keine Visa oder andere Reisedokumente ausstellen, sondern unterstützt seine Kund:innen „lediglich bei der Vorbereitung, Einreichung und Verwaltung von Visumanträgen bei den zuständigen örtlichen Behörden“.

Info Icon

Offizielle Stellen! Benötigen Sie ein Visum für die Einreise nach Ägypten? Unter folgender Adresse erreichen Sie das offizielle Portal der ägyptischen Regierung: visa2egypt.gov.eg

Erfahrungsberichte zu evisaentry.com

Die preisliche Differenz ist nicht der einige negative Punkt, es gibt einige weitere Warnzeichen. Im Gegensatz zur offiziellen ägyptischen Website ist bei der Erst-Registrierung auf evisaentry.com die Angabe der Telefonnummer nötig. Hier stellt sich die Frage, ob man diese einem privaten Unternehmen überlassen möchte.

Erfahrungsberichte zum Einkauf bei evisaentry.com fallen teilweise sehr negativ aus.

  • So gäbe es etwa erst nach Abschluss der Bestellung Klarheit über die tatsächlichen Kosten.

  • Wieder andere Kund:innen erzählen von immer weiter nach hinten verschobenen Zustellungsterminen – für eine vernünftige Urlaubsplanung natürlich alles andere als optimal.

  • Teils wurde das bestellte und bezahlte Visum viel zu spät oder gar nicht geliefert.

Der Vollständigkeit halber: Neben den erwähnten schlechten Erfahrungsberichten existieren auch viele positive Reviews auf der Bewertungsplattform “Trustpilot”. (Inwieweit diese tatsächlich auch echt sind, lässt sich allerdings nicht verifizieren.)

info icon

Sensible Daten weitergeben? Wer Einreisedokumente beantragt, muss im Laufe des Prozesses teils sehr sensible Daten übermitteln – zum Beispiel einen Scan des Reisepasses. Haben Sie den Verdacht, diese Informationen an Kriminelle weitergegeben zu haben? Dann erstatten Sie umgehend Anzeige bei der Polizei!

Nutzen Sie für Visums-Kauf nur offizielle Kanäle

An dieser Stelle nochmals der Hinweis: Bei alternativen Visums-Anbietern handelt es sich nicht automatisch um problematische Angebote oder gar Fakes. Unterm Strich bleibt aber die Erkenntnis, dass es über Alternativanbieter immer deutlich teurer ist als über die offiziellen Stellen. Deshalb:

  • Nutzen Sie für die Beantragung von Visa und anderen Einreisedokumenten ausnahmslos immer die offiziellen Webseiten der jeweiligen Regierung. Nur so gehen Sie sicher, dass Sie auf keiner betrügerischen oder problematischen Plattform gelandet sind.

  • Überprüfen Sie die Startseite des Visum-Portals genau. Bei alternativen Anbietern ist üblicherweise ganz unten ein entsprechender Abschnitt zu finden, in dem über den Status als Privatunternehmen und die zusätzlich anfallenden Servicegebühren aufgeklärt wird.

Link kopiert