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Virenwarnung am Smartphone führt zu Abovertrag

Gepostet am 08.01.2016 von Watchlist Internet

Eine fingierte Virenwarnung am Smartphone soll Internet-Nutzer/innen dazu bewegen, ein Schutzprogramm zu installieren. Für dessen Erhalt müssen sie auf einer Website ihre Rufnummer bekannt geben und die Schaltfläche „Herunterladen“ betätigen. Das soll angeblich mit dem Abschluss eines Abovertrags um 48 Euro pro Monat einhergehen.

Der vermeintliche Vertragsabschluss nimmt beim mobilen Surfen im Internet seinen Anfang, denn plötzlich erscheint ein (Werbe-) Fenster der Website phonecheck.mobi. Es informiert darüber, dass das eigene Endgerät mit 8 Viren befallen sei:

phonecheck.mobi
****** !!! ACHTUNG !!! Apple iPhone 4s* ****** (8) Viren gefunden !

Installieren Sie AntiVirus für android auf Ihr Handy zu schützen,
klicken Sie auf OK, um zu installieren

OK

Wer das Schutzprogramm installieren will und deshalb die Schaltfläche „OK“ betätigt, startet den angeblichen Virenscan:


Ein angeblicher Virenscan auf phonecheck.mobi.

Beim anschließenden Ausführen des Befehls „Virus jetzt entfernen“ zeigt sich eine neue Website (p.gogogy.com), die mit „AntiVirus – schütze dein mobiles Leben“ wirbt. Damit Interessent/innen ihr Smartphone schützen und das beworbene Programm erhalten können, sollen sie Ihre Rufnummer bekannt geben und die Schaltfläche „Herunterladen“ betätigen:


Werbung für ein Antivirenprogramm auf gogogy.com.

Versteckter Kostenhinweis

Wer das Antivirenprogramm herunterlädt, geht angeblich ein kostenpflichtiges Abo ein. Darauf weist Gogogy am unteren Ende der offenen Website hin: „Du stimmst einem Abo: € 12 /Woche (max. 1 digitale Inhalte pro Woche) zu.“


Versteckter Kostenhinweis auf gogogy.com.

Kein gültiger Vertragsabschluss

Allein das Betätigen der Schaltfläche „Herunterladen“ führt zu keinem entgeltlichen Vertragsabschluss zwischen Unternehmen und Konsument/innen. Damit das der Fall ist, muss der Bestellbutton mit den Worten „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer gleichartigen, eindeutigen Formulierung gekennzeichnet sein. Andernfalls sind Käufer/innen nicht an den Vertrag gebunden und müssen keine Zahlungen leisten.

Sie sind in die Abofalle getappt?

Sollten Sie Gogogy Ihre Rufnummer bekannt gegeben haben, um das Antivirenprogramm zu installieren, informiert Sie das Unternehmen über den „Abschluss“ des kostenpflichtigen Vertrags per SMS. Sie können diesen in Ihrem persönlichen Kund/innenbereich auf der Website Ihres Mobilfunkanbieters „kündigen“ oder auf die SMS mit Stop oder Stopp antworten. Das muss Gogogy akzeptieren: Das Unternehmen darf keine Abbuchungen vornehmen.

Unabhängig davon empfiehlt es sich, den Mobilfunkanbieter über den ungewollten Abovertrag zu informieren, ein Ende der Abbuchungen und die Rückerstattung der bereits abgebuchten Geldbeträge zu fordern.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

  • Um ungewollte Abos zu verhindern, lassen Sie WEB- bzw. WAP-Billing sowie Mehrwert-Dienste bei Ihrem Mobilfunkanbieter sperren.
  • Sofern es möglich ist, surfen Sie mit Ihrem Smartphone über eine gesicherte WLAN-Verbindung im Internet. Dadurch ist es Drittanbietern technisch nicht möglich, vermeintliche Aboverträge über Ihren Mobilfunkanbieter in Rechnung zu stellen.
  • Nehmen Sie in Ihrem mobilen Betriebssystem die Einstellung vor, dass Programme ausschließlich von den offiziellen Unternehmens-Websites (Google Play, Apple iTunes, Windows Phone Store und BlackBerry World) heruntergeladen und am Smartphone installiert werden dürfen. Denn diese Einstellung minimiert das Risiko, bösartige Schadprogramme auf dem mobilen Endgerät zu installieren.

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einem Leser für die Meldung dieses Fallbeispiels.)

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