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News

Ungerechtfertigte Zahlungsaufforderungen

Gepostet am 11.11.2013 von Watchlist Internet

„Ihre Lastschrift konnte nicht durchgeführt werden“ – so lautet der E-Mail-Betreff der neusten Version an gefälschten Zahlungsaufforderungen. Als Absender/innen treten vermeintliche Rechtsanwält/innen, Inkassobüros oder auch Unternehmen auf. In den Dateianhängen lauert Schadsoftware.

Wie die Watchlist Internet bereits in vergangenen Artikeln beschrieben hat, kursieren zahlreiche ungerechtfertigte Zahlungsaufforderungen von vermeintlichen Anwält/innen oder „echten Unternehmen“ im Internet. In diesen Schreiben wird eine offene Forderung eingemahnt und damit gedroht, dass enorme Kosten anfallen können, sofern es nicht doch noch zu einer Überweisung kommt. Weiterführende Informationen dazu finden sich angeblich in dem Schreiben beigefügten Dateien mit dem Namen „Rechnung“ oder dergleichen. Sie zu öffnen, ist ein Fehler, da sich darin Schadsoftware versteckt. Durch diese können der eigene Computer infiziert und persönliche Daten, wie z.B. Passwörter, ausgespäht werden. Der potenziell eintretende Schaden kann also enorm sein!

Nachfolgend eine aktuelle E-Mail dieser Art:

Absender: chantal.marseille256@orange.fr
Betreff:Ihre Lastschrift konnte nicht durchgeführt werden

Sehr geehrte/r (...),



die automatische Konto-Lastschrift für die Bestellung vom 17.09.2013 ist leider storniert worden. Es wurden Zahlungen bis zum 06.11.2013 einbezogen. 



Rechnung Nr.: 2239418183 

Ausstehender Betrag: 286,00 Euro 



Weitere Einzelheiten der PayPal Rechnung und die Kontonummer zur Überweisung sehen Sie in der beigelegten Datei.



Die Gesamtsumme der Bestellung beläuft sich auf 286,00 Euro. Unser Anwaltsbüro wurde berechtigt die fällige Gesamtsumme für Ihre Bestellung einzufordern. Dabei wird Ihnen eine Mahngebühr von 17,00 Euro berechnet und die Kosten unserer Beauftragung von 24,50 Euro. 
Falls Sie die Zahlung verweigern müssen Sie mit sehr erheblichen Kosten rechnen. Wir geben Ihnen bis zum 11.11.2013 die letzte Möglichkeit die gesamte Summe zu zahlen. 



Mit besten Grüßen 



Beauftragte Anwaltskanalei Jonas Pfeiffer

Bereits am Absender dieser E-Mail ist zu erkennen, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt: Obwohl das Schreiben mit „Anwaltskanalei (sic!) Jonas Pfeiffer“ gezeichnet ist, handelt es sich der Absender-Adresse um chantal.marseille256@orange.fr. Darüber hinaus führt eine einfache Recherche zur Anwaltskanalei Jonas Pfeiffer zu dem wenig überraschenden Ergebnis, dass es diese gar nicht gibt.

Eine Liste mit aktuell auftauchenden Absender/innen in betrügerischen Anwalts-E-Mails finden Sie hier.

Ein weiteres E-Mail-Beispiel:

Unsere Tipps:

  • Keinesfalls sollten die Anhänge (ZIP-Datei) solcher E-Mails geöffnet werden, da diese beispielsweise Viren oder Trojaner (etwa sogenannte Lösegeld-Trojaner) enthalten können.

  • Antworten Sie nicht auf entsprechende E-Mails, sondern löschen Sie diese einfach!
  • Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie unsicher sind. Lassen Sie sich z.B. vom Internet Ombudsmann beraten, wie Sie reagieren sollen.
  • Rufen Sie im Zweifel bei der zuständigen Anwaltskammer an und fragen Sie, ob es den konkreten Anwalt/Anwältin wirklich gibt (in Österreich: www.oerak.or.at; in Deutschland: www.brak.de). Möglich ist auch die Online-Suche in einem Anwaltsverzeichnis (www.oerak.or.at bzw. www.rechtsanwaltsregister.org). Sollte der Anwalt/die Anwältin tatsächlich existieren, nehmen Sie mit ihm/ihr am besten telefonischen Kontakt auf und erkundigen Sie sich, ob die Mahnung echt ist. Echte Mahnungen sollten Sie natürlich ernst nehmen!

(Diese Fallbeispiele wurde von Watchlist Internet-User/innen gemeldet.)

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann