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Unerlaubte „Handyspionage“ kann strafbar sein

Gepostet am 09.08.2013 von Watchlist Internet

Immer wieder stößt man im Internet auf Anwendungen, die die Überwachung von fremden Handys versprechen. Wird solch eine Software ohne Zustimmung des Handybesitzers installiert und verwendet, kann das strafbar sein. Häufig lauern hier auch Abo-Fallen.

„Wenn Sie schon immer herausfinden wollten, ob ihr Freund / ihre Freundin Sie belügt oder gar betrügt …“ – mit diesem Satz wird für die Anwendung „Phone Control“ des Anbieters 24fun.at geworben. Laut Eigenangaben auf der Website (Stand: 09.08.2013) handelt es sich dabei um „das modernste Handy-Überwachungs- und Verfolgungssystem weltweit“. Nach Installation einer kostenpflichtigen Software sollen angeblich Standortdaten, SMS, Handyfotos, angerufene Telefonnummern etc. von fremden Handys ausgelesen werden können – bis hin zur Anfertigung von Audiomitschnitten. Beworben wird das Angebot unter anderem per Spam-Mail, die der Watchlist Internet-Redaktion vorliegt. Schon hier sollten die Empfänger/innen misstrauisch sein: eine seriöse Firma wirbt nicht mit unerwünschten E-Mail-Zusendungen!

Auszug aus der Spam-Mail des Anbieters 24fun.at, in der für das Handyüberwachungs-System „Phone Control“ gewroben wird.

Eine „Handyüberwachung“ funktioniert nur am tatsächlichen Gerät

Für vermeintliche „Handyspionage“-Software gibt es zahlreiche Anbieter. Technisch ist eine „Handyüberwachung“ nur möglich, wenn das Programm direkt auf dem betreffenden Gerät installiert wird. In der Bewerbung solcher Anwendungen ist dies oft sehr unklar formuliert. Mit Anwendungen, die nur auf dem eigenen Handy oder über Internet laufen, können keine fremden Handys ausspioniert werden. Im Falle eines Handyverlusts kann eine Handyortungs-App, wie sie in neueren Betriebssystemen bereits vorinstalliert ist, sehr sinnvoll sein – allerdings sind diese Apps nur zum Aufspüren des eigenen Smartphones gedacht. Das geheime Ausspionieren fremder Handys ist illegal!

Ohne Zustimmung des Handybesitzers kann man sich strafbar machen

Wird eine „Handyspionage“-Software ohne Zustimmung des Handybesitzers installiert und benutzt, kann das strafbar sein. Darüber hinaus werden etwa das Recht auf Datenschutz und das Recht auf Wahrung der Privatsphäre verletzt, was Unterlassungs- und Schadenersatzforderungen nach sich ziehen kann. Außerdem bleibt völlig unklar, wie die Software-Anbieter die ausgelesenen, hochpersönlichen Daten weiterverwenden.

Daher: Hände weg von unseriösen Anwendungen, die ein Ausspionieren fremder Handys versprechen!


Lassen Sie besser die Finger von Anwendungen, mit denen angeblich fremde Handys ausspioniert werden können – das ist hochgradig unseriös und ohne Zustimmung der Betroffenen illegal! (c) rangizzz/shutterstock.com

Eltern sollten die Privatsphäre Ihrer Kinder respektieren

Die Bewerbung von Handyüberwachungs-Software richtet sich häufig auch gezielt an besorgte Eltern. Hier ist ein rechtlicher Graubereich gegeben. Eltern sollten jedoch respektieren, dass auch Kinder eine Privatsphäre haben. Viel sinnvoller als eine geheime Handyüberwachung sind gemeinsame Gespräche und ein gemeinsames Reflektieren der Handynutzung. Weitere Tipps dazu lesen Sie auf Saferinternet.at.

Was tun, wenn ich selbst überwacht werde?

Wenn Sie den Verdacht haben, selbst systematisch per Handy überwacht zu werden, wenden Sie sich an die Polizei (lesen Sie dazu: Wie mache ich eine Anzeige?).

Achtung: Abo-Fallen!

Vorsicht auch vor (angeblich) kostenlosen Handyortungs-Programmen und -Apps: Hier lauern in Wahrheit oft kostenpflichtige Abo-Fallen (lesen Sie hier mehr dazu).

(Dieser Artikel ist auf Hinweis der ORF help-Redaktion help.orf.at entstanden.)

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