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Tatsächlich … Liebe?

Gepostet am 21.09.2016 von Watchlist Internet

Kriminelle nehmen Kontakt mit Partnersuchenden auf. Diesen erklären sie, dass sie im Ausland seien. Es beginnt eine Romanze über das Internet. Nach einiger Zeit wollen die Verbrecher ihrem Gegenüber Geld für eine gemeinsame Zukunft überweisen. Dafür benötigen sie vorab eine finanzielle Unterstützung. Wer diese leistet, verliert Geld. Das Liebesglück gibt es nicht.


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Beim sogenannten Scamming (dt. Vorschussbetrug) nehmen Kriminelle Kontakt mit Opfern auf. Sie behaupten beispielsweise, dass diese bei einer Lotterie gewonnen haben, ein günstiges Schnäppchen erwerben können oder die große Liebe seien. Nach einiger Zeit fordern die Verbrecher/innen Geld von ihrem Gegenüber. Dafür führen sie bei einer vermeintlichen Gewinnzusage notwendige Kosten für einen Anwalt oder bei einer Internetromanze den Preis für ein Flugticket an. Zahlt das Opfer, verlangen die Kriminellen weitere Geldüberweisungen. Das wiederholt sich solange, bis das Opfer erkennt, dass es an Kriminelle geraten ist. Ab diesem Zeitpunkt brechen die Verbrecher/innen jeden Kontakt ab und tauchen unter.

Falsches Liebesglück aus dem Internet

Eine Form des Vorschussbetrugs ist der sogenannte Romance-Scam. Bei diesem geben sich Kriminelle als Ärzte, Soldaten oder Geschäftsführer aus. Sie kontaktieren Damen über Soziale Netzwerke oder Datingplattformen und beginnen eine Online-Romanze. Darüber schreibt eine Watchlist Internet-Leserin: „Ich habe den Herrn über Facebook kennengelernt. Vorsichtige und nette Anfrage von ihm, ob ich mit ihm korrespondiere. Er stellte sich als Arzt vor, der zurzeit ca. 18 Monate in Afghanistan arbeitet. Seine Frau ist vor 5 Jahren an Leukämie gestorben, die 11-jährige Tochter lebt in einem Internat in Aberdeen, die Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen, seine Großeltern (...) nach Amerika ausgewandert.“

Die große Liebe

Die Kriminellen äußern zahlreiche Liebesschwüre und behaupten, dass sie die Partnerin besuchen wollen: „Liebling, bist du da? Ich habe dich so vermisst meine schöne Frau, und ich kann nicht warten, um zu sehen und küssen Ihr schönes Gesicht und Körper. Sie sind meine einzige Liebe. meine Liebe mir wird nichts passieren, wird Gott immer von meinen Feinden zu schützen. keine Sorge ich mit Ihnen bald in Deutschland sein wird. Wir werden uns so schnell wie ich kommen nach Deutschland verheiratet, dann planen wir investieren zusammen und glücklick zusammen leben.“

Gemeinsame Zukunft

Nach einiger Zeit schreibt die kriminelle Bekanntschaft, dass sie ihrem Gegenüber Geld überweisen wolle. Dazu hält die Watchlist Internet-Leserin fest: „(…) sagte er mir, er habe noch 4 Monate zur Pension, nach 2 Monaten wollte er mir sein erspartes Gehalt und Dokumente schicken. Das Paket liegt in Kabul beim Zoll und soll von einem Kurierdienst abgeholt werden, zur Weiterleitung an mich.“ Im Originalwortlaut der Kriminellen liest sich das folgendermaßen: „Ich liebe dich mehr ... honey ich dich denke bringen die Dinge auf, weil nicht sicher hier ist wegen des Krieges hier is. i wollen, dass es für eine sichere Aufbewahrung zu schicken Ihnen über zu ermöglichen mir eine bekommen Haus da drüben, wenn ich ankommen und in Ihrem Land zu etablieren.“ „(…) ich gemacht haben Vereinbarungen mit einer UNITED NATION Diplomat, der versprach, den Fonds zu einem meiner auswahl Bestimmungsort zu liefern.“

Bekanntgabe von Daten erforderlich

Die Kriminellen verlangen von ihren Opfern die Bekanntgabe persönlicher Daten, damit sie Ihrem Gegenüber das Geld senden können: „Honig bitte senden Sie mir die Details, die ich über die Dinge zu verwenden, werde senden Sie ..Sie es brauchen, weil Sie den Empfänger sind, so dass sie Ihnen in Verbindung setzen, sobald das Paket in Ihrem Land ankommen. (…) Honig bitte Sie haben alles zu tun, mein Paket sicher zu bekommen, denn das ist meine harte Arbeit ist, 18 Monate Gehalt und Vergütung Bargeldüberweisung notwendig.“

Geldüberweisung ins Ausland

Nach einiger Zeit erklärt der vermeintliche Partner, dass es Probleme bei dem Bargeldtransfer gäbe. Aus diesem Grund soll das Opfer eine Überweisung ins Ausland tätigen, damit der Kurier diesen erfolgreich durchführen kann. Alternative ist es möglich, dass das Opfer seine Bankdaten bekannt geben soll. Daraufhin erhält es gefälschte E-Mails, die eine angeblich überhöhten Geldüberweisung belegen. Den Differenzbetrag soll das Opfer an einen bekanntgegebenen Empfänger senden. Kommt dieses den Zahlungsaufforderungen nach, verlieret es Geld, denn es gelangt direkt an Kriminelle. Die Verbrecher wiederholen ihre Zahlungsaufforderungen und nennen dafür zahlreiche unterschiedliche Gründe. Das geschieht solange, wie das Opfer zahlt. Eine Gegenleistung dafür gibt es nicht.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Beantworten Sie keine Kontaktanfragen von unbekannten Personen, denn in diesem Fall könnten Sie Opfer eines sogenannten Romance-Scams werden. Verlangen Unbekannte von Ihnen Geld, brechen Sie jeden Kontakt mit diesen ab!

 

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei Leserinnen für die Meldung der Fallbeispiele.)

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