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Stellenangebote für strafbare Geldwäscherei

Gepostet am 29.12.2015 von Watchlist Internet

Kriminelle bewerben in E-Mails eine sehr einfache und gut bezahlte Arbeit. Bei dieser erhalten Interessent/innen eine hohe Geldüberweisung auf ihr Konto, sollen einen Teil davon als Provision einbehalten und den Restbetrag ins Ausland transferieren. Es handelt sich um Geldwäscherei.

Die Schreiben haben unter anderem das Betreff

  • die Moeglichkeit zu verdienen.(0294626614)
  • Nebenarbeit. (5881520924)
  • Mitarbeiter sind gefragt - (0561149977)
  • Job. (9795558688)
  • hoher Lohn: (9976149707)

Inhaltlich präsentieren Sie eine Arbeitsmöglichkeit, die nebenbei zu erledigen ist und für wenig Aufwand ein sehr hohes Einkommen verspricht. Beispielsweise heißt es:

Schönen guten Tag,

Wir zahlen Ihnen großes Geld für eine leichte Arbeit. Wenn Sie in unserem Geschäftsbetrieb arbeiten werden, erhalten Sie eine Möglichkeit, Minimum 4.000,00 EUR pro Monat zu bekommen. Für diese Mitarbeit können Sie insgesamt ein Paar Stunden Ihrer Zeit 1-2 Mal pro Woche verbrauchen. Man kann diese Stellung mit Ihrer Dauerstellung unter einen Hut bringen! Ihre Vergütung beträgt bis 1.600,00 EUR für jede ausgeführte Aufgabe.

Es werden folgende Schritte nötig sein:

1. Wir transferieren eine Überweisung bis 8.000,00 EUR auf Ihr Bankkonto.
2. Am Tag, an dem die Überweisung von Geld auf Ihr Bankkonto erledigt wird, nehmen Sie die angekommene Summe in cash ab.
3. Sie behalten für sich 20% von der auf Ihr Konto angewiesenen Summe der Überweisung.
4. Den Rest der auf Ihr Konto überwiesenen Summe der Geldanweisung senden Sie unserem Unternehmen.
5. Falls Sie alles fehlerlos und zur verabredeten Frist gemacht haben, versenden wir den nächsten Geldbetrag auf Ihr Bankkonto.

Die Summen der Geldübertragungen, die auf Ihrem Konto ankommen und die Anzahl von denen können willkürlich sein, alles hängt nur von Ihrem Wunsch und Ihren Möglichkeiten ab.

Sie laufen vollends kein Risiko bei dieser Partnerschaft und Sie verstoßen gegen kein Recht der BRD und der EU.

Falls an diesem unbefristeten Arbeitsverhältnis Interesse haben, schicken Sie uns eine E-Mail. Wir setzen uns mit Ihnen zeitnah in Verbindung und beantworten Ihre Fragen.

Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit darauf, dass die Antwort auf Ihre Befragung von unserer körperschaftlichen Email-Adresse eingeht, bitte richten Sie Augenmerk auf neue E-Mails, die an Ihre E-Mail von neuen unbekannten Emails geschrieben werden.

Berichten Sie uns bitte Ihre Handynummer, das ist das beste Verfahren, sich mit uns in der nächsten Zeit ins Benehmen zu setzen. Eilen Sie sich, die Anzahl der Arbeitsplätze ist eingeschränkt.

Was passiert?

Wer auf das vermeintliche Stellenangebot reagiert, erhält von Unbekannten einen Dienstvertrag. Darin sind persönliche Daten und die Bankverbindung bekannt zu geben. In weiterer Folge nehmen Kriminelle telefonisch Kontakt bei den vermeintlichen Arbeitnehmer/innen auf und teilen diesen mit, dass sie einen hohen Geldbetrag auf ihr Konto erhalten werden. Er soll bar abgehoben und abzüglich der vereinbarten Provision über Bargeldtransferdiensteanbieter, wie zum Beispiel Western Union oder MoneyGram, ins Ausland überwiesen werden. Entgegen der Behauptung, dass diese Tätigkeit legal sei, entspricht das nicht der Wahrheit, denn bei der „Arbeit“ handelt es sich um Geldwäscherei. Aus diesem Grund machen sich die vermeintlichen Arbeitnehmer/innen als Mittäter/innen strafbar.

Woran erkennen Sie den Geldwäschereiversuch?

  • Es ist ungewöhnlich, dass sich ohne vorangehende Kontaktaufnahme ein Unternehmen meldet, und ungefragt ein gut bezahltes Stellenangebot unterbreitet.
  • Die Nachricht ist unpersönlich gehalten und es finden sich lediglich standardisierte Grußformeln, wie zum Beispiel „Schönen guten Tag“, „Hallo“ oder „Guten Tag“ - das ist ein Hinweis darauf, dass es sich um eine Massensendung handelt, die einen größtmöglichen Adressatenkreis erreichen soll.
  • Es finden sich keine Details zu dem Unternehmen, das die vermeintliche Stelle anbietet.
  • Die Bezahlung der Arbeit entspricht nicht der zu erbringenden Leistung.
  • Die E-Mail ist in einem schlechten Deutsch verfasst und weist fremdsprachige Elemente auf („nehmen Sie die angekommene Summe in cash ab“). Das spricht für die fehlende Seriosität des Angebots.
  • In dem Schreiben führen Unbekannte aus, dass die weitere Korrespondenz über eine andere Kontaktadresse erfolgen kann („bitte richten Sie Augenmerk auf neue E-Mails, die an Ihre E-Mail von neuen unbekannten Emails geschrieben werden“). Das lässt Rückschlüsse darauf zu, dass fremde E-Mailkonten von Kriminellen gekapert wurden, um Kontakt mit potenziellen Mittäter/innen herzustellen.
  • Vermeintliche Arbeitnehmer/innen sollen einen hohen Geldbetrag entgegennehmen und ins Ausland überweisen.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Reagieren Sie auf keine vermeintlich gut bezahlten Stellenangebote, die Sie in Ihrem E-Mailpostfach finden. Bei diesen handelt es sich um einen Versuch von Kriminellen, Mittäter/innen für ihre Geldwäscherei zu finden!

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei zahlreichen Leser/innen für die Meldung dieser Nachrichten.)

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