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„Sextortion“ nimmt stark zu

Gepostet am 03.03.2015 von Watchlist Internet

Über Soziale Netzwerke fordern Kriminelle ihre Opfer dazu auf, auf Skype oder WhatsApp einen Sex-Videochat zu starten oder Nacktfotos auszutauschen. Wenn das gelingt, erpressen sie das Opfer: Es wird gedroht, die Materalien zu veröffentlichen, wenn kein Geld bezahlt wird.

 
Erpressungen nach erotischem Videochat nehmen in Österreich stark zu. (c) William Perugini - shutterstock.com

Was passiert?

Kriminelle verbergen sich in Sozialen Netzwerken hinter falschen Identitäten und bahnen ein Gespräch mit fremden Personen an. Nach und nach beginnen sie, anzüglich und lasziv zu werden. Sobald es möglich ist, setzen sie die Kommunikation auf Skype oder WhatsApp fort. Dort zeigen sie sich freizügig und fordern von ihrem Gegenüber das gleiche Verhalten ein. Nachdem das Opfer der Aufforderung nachkommt, an sich selbst sexuelle Handlungen vorzunehmen und/oder Nackfotos zu versenden, erfährt es, dabei aufgenommen worden zu sein. Die Kriminellen fordern Geld, andernfalls drohen sie damit, das Video oder die Nacktfotos zu veröffentlichen.

Diese Drohung liest sich beispielsweise so:

„I recorded you masterbating and FINGERING YOUR ASS i ll share it now on youtube and facebook if you don t do what im teling you
I have all your friends and folowers in facebook and they will get your video link youtube
you have to pay 500 euro to cancel and delet the video
500euro = i deletE the video forever
If you don t pay i share it immdialtely and you ll regret fort he rest of your life
your information:
your facebook: xv
YOUR FRIENDS and family:
(…)

THE RULES :
You block me or you delete me : i share immediatyl
POLICE : they cant help you
500 EURO : i delete immediatly“

Selbstverständlich zeigen sich die Kriminellen in keinem Zeitpunkt des Verbrechens selbst. Vielmehr wird auf Fremd-Videos und -fotos zurückgegriffen, die sie aus dem Internet haben. Opfer berichten, dass ihr Gegenüber kaum sichtbar im Dunklen verborgen kaum Ähnlichkeit mit den verwendeten Lockvogel-Fotos hatte. Sehr problematisch ist der Umstand, dass Kriminelle selbst vor minderjährigen Opfer keinen Halt machen und diese anschreiben.

Woran erkenne ich den Betrug?

  • Die Fake-Konten der Kriminellen stellen in der Regel hübsche und junge Menschen dar. Es fällt auf, dass es mit Ausnahme von einigen Model-Fotos keine persönlichen Informationen gibt. Ein weiterer Hinweis sind hauptsächlich Mitgliedschaften in Gruppen, die die Themen Dating, Flirten, Erotik, Partner/innensuche und so weiter behandeln.
  • Skepsis ist angebracht, wenn sich wildfremde Personen melden, zu denen es keinerlei Beziehung gibt.
  • Die Kommunikation erfolgt anfänglich über Soziale Netzwerke. Sehr schnell wird versucht, das Gespräch auf alternative Kanäle, wie zum Beispiel Skype oder WhatsApp, fortzusetzen. An dieser Stelle ist Vorsicht geboten. Spätestens wenn sich die Person auf der anderen Seite nach kurzer Zeit entkleidet, sollten die Alarmglocken schrillen!
  • Die Kriminellen drängen darauf, sich vor der Kamera zu entblößen, Nacktfotos zu senden und sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen. Bleibt dieses Begehren erfolglos, drohen sie damit, pornographische Fotomontagen von ihrem Opfer zu erstellen und diese zu veröffentlichen.

Ich wurde Opfer – was kann ich tun?

Brechen Sie jeglichen Kontakt mit den Kriminellen ab und blockieren Sie diese. Gehen sie auf keine der Forderungen ein. In aller Regel wird bei der Bezahlung von Geld das inkriminierende Material nicht gelöscht, sondern noch mehr Geld verlangt!

Entdecken Sie anzügliche Videos oder Fotos von sich im Internet, nehmen Sie Kontakt mit den Seitenbetreiber/innen auf und ersuchen um Löschung der Inhalte. Plattformen wie Facebook löschen Videos und Fotos mit sexuellem Inhalt gewöhnlich sehr schnell. Der Internet Ombudsmann kann Ihnen ebenfalls dabei helfen, die Inhalte zu löschen.

Bringen Sie Betrugsversuche in jedem Fall zur Anzeige (lesen Sie dazu: Wie mache ich eine Anzeige?) – nur so kann die Polizei aktiv werden und auch anderen (potenziellen) Opfern helfen.

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Internet Ombudsmann