Schönbrunn-Ticketwebsites locken in Touristenfalle
Das Schloss Schönbrunn zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Wiens und bietet zahlreiche Möglichkeiten, das weitläufige Areal zu entdecken. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Eintrittskarten. Das nutzen Drittanbieter aus, indem sie Tickets zu überhöhten Preisen anbieten.
Mit einer Fläche von rund 120 Hektar und seinen prachtvollen Gärten bietet das Schloss Schönbrunn nicht nur Geschichtsliebhabern ein spannendes Besuchserlebnis. Vor allem Tourist:innen können bei der Ticketbuchung jedoch draufzahlen, da Drittanbieter Eintrittskarten zu höheren Preisen verkaufen.
Beispiel schonbrunnpalace.wientickets.org
So erweckt etwa die Website schonbrunnpalace.wientickets.org den Eindruck eines offiziellen Ticketdienstes, da verschiedene Tickets angeboten und allgemeine Informationen bereitgestellt werden. Tatsächlich handelt es sich jedoch nicht um den offiziellen Anbieter, und die Preise sind deutlich höher.
Ein sogenanntes „Palace Ticket“ kostet dort 53 Euro, während es auf der offiziellen Website um 38 Euro erhältlich ist. Auch bei den anderen Ticketkategorien gibt es einen Preisunterschied. Zudem stehen beim Kauf über die offizielle Website – im Gegensatz zum Drittanbieter – ermäßigte Tickets für Kinder und junge Studierende zur Verfügung.
Erst im Kleingedruckten unter dem Kontaktfeld wird darauf hingewiesen, dass im Preis Reservierungskosten von 15 Euro enthalten sind.
Ist das legal?
Unserer Einschätzung nach befindet sich die Website schonbrunnpalace.wientickets.org in einer Grauzone. Grundsätzlich ist der Weiterverkauf von Eintrittskarten erlaubt, allerdings werden auf dieser Website gesetzliche Vorgaben nicht vollständig eingehalten. So könnte die Gestaltung der Website den Eindruck erwecken, dass es sich um den offiziellen Ticketanbieter des Schlosses Schönbrunn handelt. Dadurch könnten Kund:innen in die Irre geführt werden. Zudem kommt der Anbieter der Impressumspflicht nicht nach.
Die auf schonbrunnpalace.wientickets.org verkauften Tickets sind mit hoher Wahrscheinlichkeit gültig. Dennoch gibt es viele Fake-Shops, die beliebte Attraktionen anbieten – zuletzt wurden gefälschte Tickets für das Belvedere gemeldet.
So umgehen Sie böse Überraschungen beim Ticketkauf
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Website prüfen: Entdecken Sie ein Online-Angebot, prüfen Sie, ob es sich um die Originalseite handelt. Falls nicht, überdenken Sie den Kauf – der offizielle Anbieter ist oft die bessere Wahl.
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Impressum prüfen: Achten Sie darauf, ob ein Impressum vorhanden ist und wer hinter der Website steht. Gibt es keines, sollten Sie besser nicht kaufen.
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Kleingedrucktes lesen: Oftmals werden zusätzliche Gebühren erst im Kleingedruckten angegeben.
Ich habe bereits gekauft – was kann ich tun?
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Wenn Sie nur einen geringen Aufpreis bei einem Drittanbieter gezahlt haben und das Ticket gültig ist, können Sie das Erlebnis wie geplant genießen. Meistens ist in diesem Fall keine Rückerstattung möglich.
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Wenn Ihnen jedoch deutlich höhere Kosten abgebucht wurden oder Sie ein gefälschtes Ticket erhalten haben, wenden Sie sich umgehend an Ihre Bank und erkundigen Sie sich nach den Möglichkeiten einer Rückerstattung.
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In diesem Fall ist auch eine Anzeige bei der Polizei empfehlenswert.