Schnelles Geld durch das Ansehen von TikTok-Videos? Vorsicht!
Zahlreiche Clips auf der beliebten Plattform versprechen, dass man allein durch das Ansehen von TikToks Geld verdienen kann. Für die Zuschauer:innen springt dabei nichts heraus. Stattdessen profitieren dubiose Website-Betreiber, die mit Affiliate-Links Geld machen.
Mit rund zwei Millionen Nutzer:innen zählt TikTok zu den beliebtesten Social-Media-Kanälen in Österreich. Doch auch unseriöse Profile treiben dort ihr Unwesen. Aktuell gibt es zahlreiche Videos, die vermeintlich lukrative Jobmöglichkeiten bewerben.
So funktioniert die Masche
Auf TikTok tauchen immer wieder Videos auf, die versprechen, dass man allein durch das Anschauen von Clips Hunderte Euro in kurzer Zeit verdienen kann. In den Clips wird oft gezeigt, dass man angeblich eine versteckte Funktion in den Einstellungen aktivieren müsse, während gefälschte Kommentare vorgaukeln, andere hätten bereits Geld verdient.
Wer den Links folgt, gelangt häufig auf Websites, die einen offiziellen Eindruck erwecken. Ein Beispiel dafür ist ReviewToks.com, wo suggeriert wird, dass Tausende Nutzer:innen bereits hohe Summen verdient hätten. Dafür müsse man sich zunächst angeblich nur registrieren.
Doch hier folgt schon die Ernüchterung: Anstelle einer seriösen Anleitung gelangt man zu Online-Casino-Seiten, die zur Einzahlung auffordern.
In einem anderen getesteten Fall, werden Nutzer:innen im Registrierungsprozess aufgefordert eine Datei herunterzuladen und ein kostenpflichtiges Testabonnement abzuschließen. Diese Vorgehensweise ist äußerst unseriös.
Was hat es damit auf sich?
Hinter den beworbenen Anleitungen oder Produkten stecken höchstwahrscheinlich externe Drittanbieter, deren Identität nicht eindeutig nachvollziehbar ist. Diese Anbieter sind häufig Teil von Affiliate-Programmen: Sie erhalten eine Provision, wenn Nutzer:innen über ihre Links etwas kaufen. Oft werden dabei falsche oder übertriebene Versprechungen über hohe Verdienste gemacht, um Besucher:innen auf die Websites zu locken.
Es ist dabei nicht davon auszugehen, dass die weitergeleiteten Unternehmen selbst etwas von der Masche wissen. Zwar sind sie möglicherweise Teilnehmer an Affiliate-Programmen, jedoch auf seriöse Weise. Die Klicks über irreführende Praktiken bringen den Unternehmen in der Regel keinen Vorteil und sind in vielen Verträgen sogar ausdrücklich verboten.
Für die Nutzer:innen endet die Aktion oft ernüchternd: Nicht nur bleibt die versprochene Verdienstmöglichkeit aus, auch persönliche Daten könnten an die unseriösen Drittanbieter weitergegeben werden. Zudem drohen unerwartete Kosten, etwa durch Downloads oder Testangebote, die sich unbemerkt in kostenpflichtige Abos verwandeln können.
Achtung vor diesen Anzeichen bei Online-Jobs:
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Versprechen von schnellem Geldverdienen: Seien Sie Misstrauisch, wenn Ihnen versprochen wird, dass Sie allein durch einfache Aufgaben wie das Ansehen von Online-Videos hohe Summen verdienen können. Seriöse Plattformen zahlen für Klicks auf Inhalte keine Vergütung.
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Aufforderungen zu Downloads oder Testabos: Wenn Sie im Registrierungsprozess Downloads durchführen, Testabonnements abschließen oder Geld zahlen müssen, ist das Angebot unseriös. Echte Anbieter verlangen das nicht
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Websites mit scheinbar vertrautem Design: Viele dubiosen Websites imitieren das Design bekannter Plattformen oder Apps. Sie sollen Vertrauen erzeugen und Nutzer:innen in die Falle locken.
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Persönliche Daten notwendig: Geben Sie niemals persönliche Daten an, wenn Ihnen das Unternehmen, das hinter der Website steckt, nicht genau bekannt ist. Bei unserem Test wurden auf dubiosen Verdienstwebsites keine Unternehmensdaten angegeben.
Vorsicht auch vor Jobbetrug: Ähnlich wie bei dieser Masche wird damit geworben, dass man mit einfachen Aufgaben, wie dem Anschauen oder Bewerten von Videos, viel Geld verdienen könne. Tatsächlich müssen Betroffene Geld einzahlen, um vermeintliche Funktionen freizuschalten bevor sie das Gehalt erhalten. Die erforderlichen Beträge steigen dabei immer weiter, echte Auszahlungen erfolgen nie.
Was tun, wenn man bereits teilgenommen hat?
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Nur auf der Website gewesen? Dann ist meist keine Gefahr entstanden. Beobachten Sie dennoch mögliche Auffälligkeiten.
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Downloads durchgeführt? Entfernen Sie alle heruntergeladenen Dateien von Ihrem Gerät. Bei Unsicherheit können IT-Profis helfen, mögliche Schadsoftware zu erkennen und zu entfernen.
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Abos abgeschlossen? Kündigen Sie das Abonnement schriftlich beim Anbieter und informieren Sie ggf. Ihren Kreditkartenanbieter. Fordern Sie bereits gezahlte Beträge zurück und ziehen Sie in Betracht, die Karte sperren zu lassen, falls unberechtigte Abbuchungen erfolgen.
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Profile auf Social Media melden: Melden Sie verdächtige Accounts oder Inhalte bei der Plattform, um andere Nutzer:innen zu schützen und eine Sperrung zu veranlassen.