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Scheckbetrug beim Privatverkauf

Gepostet am 22.11.2016 von Watchlist Internet

Kriminelle kontaktieren Privatverkäufer/innen und erwerben von diesen ein Produkt. Den Kaufpreis bezahlen sie mittels Scheck. Er fällt wesentlich höher aus, als vereinbart. Den Differenzbetrag sollen die Verkäufer/innen ins Ausland überweisen. Es stellt sich heraus, dass der Scheck ungedeckt ist, weshalb diese ihr Geld verlieren.

Vermeintliche Käufer/innen wollen ein Produkt von Privatpersonen kaufen. Die Bezahlung der Ware soll mittels Scheck erfolgen. Er fällt wesentlich höher aus, als die Vertragsparteien vereinbart haben. Aus diesem Grund sollen die Verkäufer/innen den Differenzbetrag an die Käufer/innen zurückbuchen. Dadurch verlieren sie Geld, denn der Scheck ist ungedeckt: Die zunächst von der Bank auf das Konto gutgeschriebene Summe wird von dieser rückgebucht. Es kommt hinzu, dass die – in aller Regel ins Ausland versandte – Ware verloren geht.

Begründung für den überhöhten Scheck

Die Kriminellen erklären dem Gegenüber, dass der Scheckbetrag höher ausgefallen sei, als vereinbart, weil es sich bei der Summe um einen Mindestbetrag für die Zahlungsmethode handelt, das auf einen versehentlichen Tippfehler zurückzuführen sei oder die Verkäufer/innen damit die Transportkosten bezahlen sollen. Den Differenzbetrag sollen die Verkäufer/innen mittels Bargeldtransferdienstleistern, wie zum Beispiel Western Union oder MoneyGram, oder per Banküberweisung ins Ausland transferieren. Die Aufforderung dazu liest sich beispielsweise folgendermaßen:

Guten Morgen, ich habe uns auf Ihre Adresse an diesem Morgen mein Buchhalter , Sie meinen Scheck bald erhalten, notieren Sie diese Überprüfung von 2.000 € wurde Ihnen geschickt Ihr Geld zu entfernen und das restliche Geld Übertragung auf mein Absender erhalten, die zur Abholung kommen über den Stuhl in Ihrem Haus, ich hoffe, Sie verstehen mich besser

Scheck im Postfach

Den überhöhten Scheck senden die Kriminellen mit der Post an ihr Opfer. Dazu schreiben sie zum Beispiel:

Hallo (…) Ich möchte Ihnen zu Ihrem Briefkasten zu überprüfen, da die Zahlung per Scheck sollte jetzt okay geliefert zu haben. Also, sobald Sie haben die Zahlung bestätigen, in Ihrem Postfach, ich wünschen Sie erhalten sie in Ihrem Konto und zurück zu mir mit dem Freigabe-Datum hinterlegt, so dass wir auf Okay fortgesetzt werden kann. Wir hoffen, bald von dir zu lesen.

Der Scheck stammt angeblich von einer ausländischen Bank und sieht professionell aus:


Ein ungedeckter Scheck, den Kriminelle mit der Post versendet haben.

Geld geht verloren

Wer mit dem Scheck zur Bank geht und ihn einlösen möchte, sollte das nicht tun, denn er ist ungedeckt: Das Geldinstitut wird den Betrag zwar zunächst auf das eigene Konto gutschreiben. Es dauert jedoch einige Tage, bis es feststellen kann, ob der Scheck tatsächlich gedeckt ist. Im Fall von kriminellen Vertragspartner/innen ist er das nicht, weshalb die Bank den Scheckbetrag zurückbuchen lässt. Die Verkäufer/innen verlieren ihr Geld und die ins Ausland gesendete Ware. Es kommt hinzu, dass die Täter/innen über persönliche Informationen ihrer Opfer, wie zum Beispiel dem Namen und der Anschrift, verfügen. Das können sie ausnützen, um unter fremden Namen Verbrechen zu begehen.

Erklärvideo zum Kleinanzeigen-Betrug

Alternativ können Sie das Video auf https://vimeo.com/161727092 sehen.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Brechen Sie den Kontakt mit vermeintlichen Kaufinteressent/innen ab, wenn diese vorgeben, dass sie im Ausland wohnen und vorschlagen, dass sie den Kaufpreis mittels Scheck bezahlen. In diesem Fall handelt es sich um einen klassischen Kleinanzeigenbetrug. Er läuft daraus hinaus, dass Sie sowohl das Geld als auch die Ware verlieren.

 

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einem Leser für die Meldung dieses Fallbeispiels.)

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