Rituals Adventkalender zu gewinnen? Vorsicht vor der Phishing-Falle!
Der Advent steht vor der Tür, die Kriminellen passen ihre Maschen entsprechend an. Die neueste virale Variante: Ein angeblich kostenloser Adventkalender von Rituals. Dahinter versteckt sich allerdings eine Kombination aus unterschiedlichen Betrugsmaschen: Abo-Falle & Diebstahl von Kreditkartendaten, garniert mit einem Kettenbrief.
Rituals Adventkalender: So funktioniert die Masche
Der erste Schritt zum angeblichen Rituals-Adventkalender ist die Beantwortung von vier Fragen. Praktisch für die Teilnehmer:innen: Falsche Antworten gibt es nicht – wie auch, bei einer derartigen Fragestellung:
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Kennst du Rituals bereits?
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Welche Art Rituals-Pflege magst du am liebsten?
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Welches Rituals-Produkt würdest du am liebsten hinter einem der 24 Türchen entdecken?
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Im nächsten Schritt spielt der Faktor Glück eine große Rolle. Oder zumindest wollen die Kriminellen das Ihre Opfer glauben machen. Am Bildschirm erscheinen neun Geschenkpakete. Man hat drei Versuche, das richtige zu finden. Nur wer das schafft, gewinnt einen Adventkalender. Tatsächlich gibt es hier nur Gewinner:innen. Spätestens der dritte Versuch ist ein Treffer.
Zum Abschuss des Gewinnspiels müssen die Teilnehmer:innen einen Teilnahmelink an 15 ihrer WhatsApp-Kontakte weiterleiten. Erst dann wird der Abschluss-Button aktiv, erst dann kann man sich den Kalender zusenden lassen. Ein Timer unter dem Fortschrittsbalken sorgt für Stress: „Dieses Angebot läuft in 500 Sekunden ab.“ Im Grunde nichts anderes als ein Kettenbrief.
Rechts: Glückwünsche und weitere Handlungsanweisungen.
Zu guter Letzt bitten die Gewinnspiel-Macher:innen noch um die Überweisung einer Portogebühr – für die Zusendung des Preises. Die Gebühr ist nicht sonderlich hoch. 2 Euro, um genau zu sein. Die sollen mittels Kreditkarte überwiesen werden, dazu werden noch detaillierte persönliche Informationen abgefragt. Gleichzeitig tappen die Opfer in einer Abo-Falle.
Von der beschriebenen Betrugsmasche gehen also gleich drei unterschiedliche Gefahren aus:
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Übermittlung von persönlichen Informationen an die Kriminellen
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Übermittlung von Kreditkartendaten an die Kriminellen
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Abschluss eines nur schwer kündbaren Abonnements
Neuer Köder, alte Falle. Das identische Setup wurde mindestens schon einmal benutzt. Damals allerdings mit einer Kühlbox voll Stiegl Bier als Köder. Durch das Kettenbrief-Element hatte sich die Falle innerhalb weniger Stunden massiv selbst verbreitet.
Rituals-Adventkalender: Daran erkennen Sie die Falle!
Das Unternehmen „Rituals“ ist bei Kriminellen ein gerne gewähltes Lockmittel. Sie nutzen den guten Ruf der Marke, um die Aufmerksamkeit ihrer Opfer zu erlangen. Wer weiß, worauf zu achten ist, entlarvt den Betrug aber relativ einfach. Die wichtigsten Anhaltspunkte:
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Kein seriöses Unternehmen verlangt für die Zusendung eines Preises Porto oder eine anderweitige Gebühr.
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Kriminelle versuchen durch Social Engineering Seriosität zu vermitteln. Die euphorischen Berichte angeblicher Gewinner:innen unter dem Gewinnspiel sollen zeigen, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht. Kommentare wie „Ich war skeptisch, doch heute früh kam mein Paket an. Unglaublich!“ sollten in Wahrheit aber alle Alarmglocken schrillen lassen.
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Das Gewinnspiel funktioniert nur über WhatsApp bzw. am Smartphone. Über Laptops, Stand-PCs und andere ähnliche Geräte ist die Seite nicht abrufbar.
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An mehreren Stellen des Gewinnspiels wird Druck auf die Teilnehmer:innen aufgebaut. Es seien nur noch so und so viel Kalender übrig oder das Angebot gelte nur mehr für wenige Minuten. Ein typisches Element von Betrugsmaschen.
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In keinem seriösen Gewinnspiel ist eine Weiterleitung an eine bestimmte Anzahl an WhatsApp-Kontakten vorgesehen.
Rechts: Das Kettenbrief-Element der Falle.
In die Rituals-Falle getappt? Das können Sie tun
Wer seine Kreditkartendaten und persönliche Informationen an die Kriminellen übermittelt hat, sollte möglichst rasch Gegenmaßnahmen einleiten.
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Kontaktieren Sie Ihr Kreditkartenunternehmen und schildern Sie die Situation! Die Expert:innen wissen, ob eine Sperre der Karte notwendig ist.
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Behalten Sie Ihr Konto im Auge und achten Sie auf ungewöhnliche Bewegungen!
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Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei! Nur wenn die Behörden über einen Betrug Bescheid wissen, können Sie ermitteln.
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Bleiben Sie wachsam! Die Kriminellen verfügen über Ihre persönlichen Daten und werden sehr wahrscheinlich versuchen, Sie mit einer neuen Masche zu kontaktieren.
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Durch den Abschluss des “Gewinnspiels” kommt kein rechtsgültiger Abo-Vertrag zustande. Betroffene müssen also nichts zahlen. Auch dann nicht, wenn Mahnungen oder gar Inkasso-Briefe ins Haus flattern. Sollte das der Fall sein, widersprechen Sie den Forderungen am besten schriftlich.