Rechnung über 99 Euro: Achtung vor versteckten Kosten bei der Gesundheits-App Fastic
Wer bewusster leben will, kann auf zahlreiche Gesundheits-Apps zu Unterstützung zurückgreifen. Viele dieser Angebote erscheinen zunächst gratis, doch in Wahrheit verbergen sich häufig versteckte Kosten. So auch bei der beliebten Diät-App Fastic, für die zahlreiche Nutzer:innen unerwartet eine Rechnung über 99 Euro erhalten haben.
Was ist Fastic?
Fastic ist eine Diät- und Fasten-App, die mit individuellen Ernährungsplänen beim Abnehmen helfen will. Nutzer:innen müssen sich registrieren und dabei persönliche Daten wie Größe, Gewicht, Essgewohnheiten und ein Wunschgewicht angeben. Am Ende der Registrierung wird zwischen zwei Varianten gewählt:
- Kostenlose Nutzung mit „Aktivitätsrabatt“
- Bezahlvariante „Fastic Plus“ mit Jahresgebühr
Viele Nutzer:innen entscheiden sich für die angeblich kostenlose Variante und staunen wenig später, wenn plötzlich 99 Euro abgebucht werden.
Wo liegt das Problem?
Beim Abschluss der Registrierung wird im Bestell-Button prominent ein reduzierter Preis von null Euro angezeigt. Daher kann der Eindruck entstehen, dass es sich um ein kostenloses Angebot handelt.
Allerdings gilt der Nulltarif nur, wenn man über einen Zeitraum von 14 Tagen hinweg täglich zweimal seine Mahlzeiten dokumentiert. Wird diese Bedingung nicht erfüllt, wird automatisch der volle Jahrespreis von 99 Euro verrechnet. Tückisch ist, dass dieser Hinweis im Kleingedruckten in heller, schlecht lesbarer Schrift am Rand der Seite erfolgt.
Wie kann man unerwartete Kosten vermeiden?
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Kleingedrucktes genau lesen: Achten Sie immer darauf, was unter dem Bestell-Button steht oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vermerkt ist. Hinweise auf Kosten verstecken sich oft im Kleingedruckten oder in Fußnoten.
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Zahlungsdaten bei „kostenlosen“ Angeboten: Wenn eine App angeblich kostenlos ist, aber trotzdem nach Ihrer Kreditkarte oder Kontoverbindung fragt, sollten Sie skeptisch sein. Oft ist das ein Hinweis auf ein verstecktes Abo oder eine spätere automatische Abbuchung.
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Bildschirmfotos machen: Machen Sie während der Anmeldung oder Bestellung Screenshots vom Preis, dem Bestell-Button und Hinweisen zur Zahlungspflicht. Diese Aufnahmen können Ihnen später helfen, wenn Sie eine Forderung anfechten möchten.
Das können Sie tun bei unerwarteten Rechnungen!
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Zahlungsforderung schriftlich zurückweisen: Widersprechen Sie der Forderung schriftlich. Erklären Sie, dass Sie keine kostenpflichtige Mitgliedschaft abschließen wollten und der Hinweis auf eine Zahlungspflicht nicht klar und deutlich erkennbar war.
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Nicht bezahlen: Zahlen Sie nichts, solange unklar ist, ob die Forderung überhaupt rechtens ist.
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Keine Angst vor Mahnungen oder Inkassomahnungen: Sollten Mahnungen oder Drohungen durch Inkassobüros folgen, lassen Sie sich nicht einschüchtern. Wenn Sie der Forderung widersprochen haben, sind weitere Mahnungen nicht rechtlich durchsetzbar (§ 1333 ABGB). Fastic kann dann keine Mahnkosten oder Inkassospesen verlangen.
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Kontaktieren Sie Ihren Kreditkartenanbieter oder Ihre Bank: Wurde der Betrag bereits von Ihrem Konto oder Ihrer Kreditkarte abgebucht? Dann wenden Sie sich sofort an Ihre Bank oder den Zahlungsdienstleister. Beträge, die Ihnen ohne Ihre Zustimmung abgebucht wurden (z.B. Beträge, auf die beim Kauf nicht ausreichend hingewiesen wurde oder die über den Wert Ihrer Bestellung hinausgehen), müssen gemäß § 67 Zahlungsdienstleistungsgesetz 2018 von Ihrem Zahlungsdienstleister zurückerstattet werden.