Polizeiliche Anzeigenstatistik 2025: Aktuelle Entwicklungen im Bereich „Internetbetrug“
Einen leichten Rückgang bei den Anzeigen, eine dezent gesunkene Aufklärungsquote – und eine Empfehlung für die Watchlist Internet. All das findet sich in der kürzlich veröffentlichten polizeilichen Anzeigenstatistik für das Jahr 2025.
Das Bundesministerium für Inneres hat am 31. März die polizeiliche Anzeigenstatistik 2025 veröffentlicht. Ein nicht unerheblicher Teil davon beschäftigt sich mit Internetbetrug – und ist somit auch aus der Sicht von Watchlist Internet interessant. Die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst:
-
Im Jahr 2025 gab es 31.001 Anzeigen – das sind um 2,4% weniger als 2024.
-
Die Aufklärungsquote lag bei 28,1% – 2,7% niedriger als 2024.
Den Rückgang der erfassten Anzeigen führt das Ministerium auf „gezielte Präventionskampagnen, internationale Zusammenarbeit sowie Kooperationen mit Stakeholdern aus der Wirtschaft und dem Privatsektor“ zurück.
Was die Aufklärungsquote betrifft, so liegt diese deutlich unter dem allgemeinen Wert von 53,6% für alle in Österreich angezeigten Delikte. Ein Zeichen dafür, wie schwierig sich die Ermittlungsarbeit im konkreten Bereich gestaltet. Die Behörden haben es mit international agierenden Netzwerken zu tun, der grenzüberschreitende Ansatz erschwert das Vorgehen massiv.
Internetbetrug als Teil von Internetkriminalität. Der Begriff „Internetkriminalität“ fasst all jene Delikte zusammen, die einen digitalen Bezug aufweisen. Dabei ist es nicht relevant, ob sich die Tat gegen IT-Systeme richtet oder lediglich über das Internet abgewickelt wird. Zusätzlich zum Problemfeld „Internetbetrug“ fallen noch Cybercrime im engeren Sinn, Erpressung im Internet, Kindesmissbrauch Online und sonstige Kriminalität im Internet in diese Kategorie.
Die gängigsten Maschen und neue Entwicklungen
Neben Zahlen, Daten und Fakten liefert der Kriminalitätsbericht ein Ranking der häufigsten Maschen im Bereich „Internetbetrug“. Die am öftesten gemeldeten Delikte sind:
- Bestellbetrug
- Investmentbetrug
- Pig-Butchering
- Vorauszahlungsbetrug
- Ransomware
- Sextortion
Eine Auflistung, die sich mit den Erfahrungen und Beobachtungen der Watchlist-Redaktion deckt.
Was sich damit ebenfalls deckt, ist die Identifizierung neuer Entwicklungen. Hier zeigt sich verstärkt der Trend zur wiederholten Schädigung ein und desselben Opfers – auch bekannt als Recovery Scam. Ein fiktives, von der Realität inspiriertes Beispiel:
-
Das Opfer fällt auf einen Fake-Shop, einen Investmentbetrug oder einen Love-Scam herein. Die Kriminellen kommen auf diese Weise nicht nur an das Geld, sondern auch an persönliche Informationen.
-
Diese Informationen nutzen sie für die nächste Masche. Die Betrüger:innen kontaktieren das Opfer nach einiger Zeit erneut und bieten ihre Hilfe bei der Rückholung des zuvor verlorenen Betrags. Sie wissen genau, wer wann in welcher Falle wieviel Geld verloren hat.
-
Diese Details helfen ihnen dabei, das Vertrauen des Opfers zu gewinnen. Die Falle schnappt erneut zu.
Der beste Schutz gegen Internetkriminalität? Prävention!
Der Bericht zur polizeilichen Kriminalstatistik enthält nicht nur Beschreibungen des Status quo, sondern auch Tipps und Empfehlungen, wie man sich am besten vor Internetbetrug schützen kann.
Grundsätzlich gilt: Wer die Fallen kennt, fällt nicht hinein! Es geht also um nichts anderes als Prävention und Aufklärungsarbeit.
Die Watchlist Internet bleibt in diesem Sektor eine der besten Anlaufstellen und wird entsprechend vom Innenministerium und dem Bundeskriminalamt empfohlen. Erwähnt werden außerdem der Fakeshop-Detektor und die Internet Ombudsstelle. Alle hilfreichen Tools der Watchlist Internet (App, Newsletter, WhatsApp-Kanal etc.) finden Sie hier!