Vorsicht, Phishing-Falle: willhaben.at versendet keine Job-Angebote per SMS!
Mit vermeintlich lukrativen Angeboten für Online-Jobs versuchen Kriminelle aktuell, ihre Opfer in die Falle zu locken. Den Erstkontakt stellen sie mittels Fake-SMS-Nachrichten her, in denen sie sich als Mitarbeiter:innen von willhaben.at ausgeben.
In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sind viele Menschen auf der Suche nach lukrativen Nebenjobs. Betrüger:innen machen sich diese Verzweiflung zunutze und locken die Arbeitssuchenden in Phishing-Fallen. Zu diesem Zweck versenden sie wahllos Fake-SMS, in denen sie im Namen von willhaben.at freie Stellen anbieten.
Daran ist natürlich nichts wahr. Die Nachrichten stehen in keiner Verbindung mit Österreichs größtem Anzeigenportal. Vielmehr geht es darum, die Opfer in einen Job-Betrug hinein und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Fake-Jobangebot von willhaben.at: So funktioniert die Falle
Die Kriminellen agieren nicht zielgerichtet, sie adressieren also nicht nur tatsächliche willhaben-User, sondern versenden ihre Fake-SMS völlig wahllos an völlig beliebige Nummern. In Fällen wie diesen gilt: Die Menge macht’s. Mehr Empfänger:innen bedeuten mehr potenzielle Opfer.
Die Nachricht selbst ist kurz und sehr simpel aufgebaut. Die zentralen Punkte:
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Vorstellung als „willhaben-Manager“. Name in der aktuellen Welle: Nakisa. Der kann sich in zukünftigen Phishing-Wellen ändern.
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Das Jobangebot: „30-45 Min/Tag Youtube liken & kommentieren“
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Die Bezahlung: „45 EUR/Std.“
von willhaben.at.
So weit, so ungefährlich. Brenzlig wird es erst im letzten Abschnitt. Dort sollen die Empfänger:innen nämlich in einen Telegram- oder WhatsApp-Chat gelockt werden.
Wer auf den integrierten Link klickt, findet sich in einem „privaten“ Kanal wieder, wo „Nakisa“ sich persönlich um einen kümmert. Der weitere Ablauf entspricht dem eines klassischen Job-Betrugs:
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Die Opfer sollen zunächst ein Konto erstellen und dafür zahlreiche persönliche Angaben übermitteln.
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Danach beginnt die eigentliche Arbeit. Sie müssen Aufgaben erfüllen und erhalten dafür Provisionen. Das Konto füllt sich.
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Die Annahme weiterer Aufträge ist allerdings kostenpflichtig. Die Beträge übersteigen dabei das Guthaben, das Konto rutscht ins Minus.
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Aufträge lassen sich allerdings nur mit einer positiven Bilanz bearbeiten, das Opfer muss eigenes Geld zuschießen, um das Konto wieder ins Plus zu bringen.
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Die Aufgaben werden immer lukrativer – und teurer. Gleichzeitig steigt die Höhe der notwendigen Zuschüsse.
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Die Kriminellen wiederholen diesen Ablauf so lange, bis das Opfer entweder kein Geld mehr hat oder den Betrug von sich aus bemerkt und abbricht.
Fake-SMS von willhaben.at: Daran erkennen Sie den Betrug
Die falschen SMS-Nachrichten erwecken im ersten Moment tatsächlich den Anschein, von willhaben.at zu stammen. Zumindest steht der Name des Unternehmens im Absenderfeld. Das ist allerdings sehr einfach zu fälschen, weshalb dieses Merkmal niemals als Beweis für die Echtheit einer Nachricht herangezogen werden darf. Die wichtigsten Hinweise auf den Fake-Charakter:
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Willhaben versendet keine Job-Angebote per SMS.
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Willhaben-Mitarbeiter:innen versenden keine Links, die aus der Plattform hinaus und in Messenger-Kanäle locken.
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Die Schreibweise der Nachrichten ist seltsam. So wird statt dem „O“ in Online-Job eine Null verwendet – also eine „0“ bzw. “0nline” statt “Online”.
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Die Anrede ist unpersönlich. Eine offizielle Kommunikation beginnt nie mit den Worten „Hallo zusammen“.
Mehrere Exit-Möglichkeiten! So gut sie auch gemacht sein möge, die Fake-SMS-Falle bietet einige Gelegenheiten, die Reißleine zu ziehen und Schaden zu vermeiden. Der Empfang alleine versucht noch keine Probleme. Auch der Klick auf den Link und die Unterhaltung mit „Nakisa“ ist nicht gefährlich. Problematisch wird es erst dann, wenn ein Konto erstellt und Daten übermittelt wurden. Spätestens wenn eigenes Geld nachgeschossen werden soll, um ein Minus auszugleichen, sollte Schluss sein.
In die Phishing-Falle getappt: Das können Sie jetzt tun
Wer dem Fake-SMS auf den Leim gegangen und einen Job übernommen hat, sollte möglichst rasch aktiv werden. Je früher Gegenmaßnahmen ergriffen werden, desto besser.
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Brechen Sie sofort jeglichen Kontakt ab und überweisen Sie kein Geld mehr!
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Da die Kriminellen meist auf Krypto-Währungen setzen, ist es so gut wie unmöglich, das Geld wieder zurückzuholen. Kontaktieren Sie dennoch Ihre Bank und schildern Sie die Situation!
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Dokumentieren Sie den Betrug, fertigen Sie Screenshots an und erstatten Sie eine Anzeige bei der Polizei!
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Wurden im Zuge der Kontoerstellung Fotos von Personalausweis, Führerschein oder Reisepass übermittelt, geben Sie das unbedingt auch bei der Polizei an! Die Kriminellen werden diese Informationen bei weiteren Betrugsmaschen verwenden.
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Bleiben Sie wachsam! Die Kriminellen verfügen über Ihre persönlichen Informationen und werden versuchen, diese für weitere Betrugsmaschen zu nutzen.