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online seit 30.03.2026

Phishing-SMS zielen auf Trade-Republic-Kund:innen ab

Kriminelle versenden derzeit Phishing SMS im Namen des Online Brokers Trade Republic. Ihr Ziel: Zugriff auf Konten und Kryptovermögen der Betroffenen zu erlangen.

Phishing-SMS und Fake-Kundendienst

Die erste SMS

Lisa ist eine von über zehn Millionen Kund:innen des deutschen Online‑Brokers Trade Republic. Als sie eine SMS erhält, in der behauptet wird, jemand wolle Geld von ihrem Portfolio abbuchen, bekommt sie ein ungutes Bauchgefühl. Sofort ruft sie die in der Nachricht angegebenen Telefonnummer des Kundenservices an.

Verdacht auf unautorisierten Portfolio-Transfer am 29.03. um 20:21. Bitte kontaktieren Sie zur Klärung umgehend unseren Support.

Anruf beim Kundenservice

Am anderen Ende der Leitung wird sie an die vermeintliche IT‑Abteilung weitergeleitet. Dort spricht sie mit einem deutschsprachigen Mann. Seine lockere Art und der freundliche Smalltalk nehmen Lisa die anfängliche Skepsis. Er erklärt, dass versucht werde, Geld von einem polnischen Konto abzubuchen. Um den Zugriff zu verhindern, müsse ihr Geld vorsorglich eingefroren und auf ein sicheres Konto in den Niederlanden überwiesen werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur „Sicherung" des Kontos

Auf Lisas skeptische Nachfragen hat der Mitarbeiter stets eine plausible Erklärung parat. Anschließend führt er sie Schritt für Schritt durch den angeblichen Sicherheitsprozess. Lisa erhält einen Verifizierungscode für eine Sofortüberweisung und wird aufgefordert, einen Link anzuklicken.

Im Glauben, ihr Geld in Sicherheit zu bringen, gibt Lisa den Code ein. Kurz darauf der Schock: Ihr Portfolio ist leergeräumt.

Wie ist das passiert?

Die Kriminellen nutzten eine klassische Phishing-Masche, die besonders auf Vertrauen und Zeitdruck setzt:

  • Verunsichernde SMS zu Beginn
    Am Anfang steht meist eine SMS mit einer angeblich verdächtigen Transaktion oder Auszahlung. Diese Nachrichten sollen Angst auslösen und Betroffene dazu bringen, schnell zu reagieren. Häufig enthalten die SMS konkrete Beträge, Verifizierungscodes oder eine Telefonnummer, die angeblich zum Kundenservice führt.

  • Spoofing und seriös wirkende Kommunikation
    Die Kriminellen nutzen häufig sogenanntes Spoofing. Dabei wird die angezeigte Telefonnummer oder der Absender manipuliert, sodass die Nachricht oder der Anruf echt wirkt. Auch deutschsprachige Gespräche, freundlicher Smalltalk und angebliche interne Weiterleitungen sollen Professionalität vortäuschen.

  • Zeitdruck und Dringlichkeit
    Die Kriminellen behaupten, dass sofort gehandelt werden müsse, um einen finanziellen Schaden zu verhindern. Dieser Zeitdruck soll verhindern, dass Betroffene die Situation in Ruhe überprüfen oder misstrauisch werden.

  • Vortäuschung von Wissen
    Die Kriminellen behaupten häufig, bereits über persönliche Informationen zu verfügen. Tatsächlich versuchen sie im Gespräch, weitere Daten zu erhalten. Teilweise stammen Informationen auch aus früheren Datenlecks.

  • Missbrauch von Verifizierungscodes
    Betroffene werden aufgefordert, Codes einzugeben oder zu bestätigen. Diese Codes dienen jedoch nicht der Sicherheit, sondern ermöglichen den Kriminellen Zugriff auf Konten oder die Freigabe von Transaktionen.

  • Täuschend echte Webseiten
    Zusätzlich werden Betroffene auf nachgebaute Webseiten geleitet, die der echten Plattform sehr ähnlich sehen. Dort sollen angebliche Sicherheitsmaßnahmen bestätigt werden.

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Seien Sie besonders vorsichtig bei angeblichen Sicherheitsmeldungen per SMS. Diese sind in den meisten Fällen ein Betrugsversuch. Kriminelle versuchen damit, Druck aufzubauen und Betroffene zu schnellen Handlungen zu bewegen.

Auszahlung von 9,733,25 EUR bestätigen: Code 7942 nutzen. Falls Sie die Transaktion nicht veranlasst haben, kontaktieren Sie uns sofort: +43720150290

So können Opfer handeln:
  • Trade Republic kontaktieren: Informieren Sie den Kundenservice und lassen Sie Ihr Konto überprüfen oder vorsorglich sperren.

  • Sofort Ihre Bank benachrichtigen: Versuchen Sie, verdächtige Überweisungen zu stoppen oder rückgängig zu machen. Lassen Sie im Zweifel Ihr Online-Banking sperren.

  • Anzeige bei der Polizei erstatten: Melden Sie den Vorfall möglichst rasch. Das kann auch für spätere Rückforderungen wichtig sein.

  • Zugangsdaten und Passwörter ändern: Ändern Sie sofort Ihre Passwörter, insbesondere für Ihr Broker-Konto, E-Mail und Online-Banking.

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