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Perfide Masche: Sex-Betrug via Skype

Gepostet am 30.09.2013 von Watchlist Internet

In deutschen Medien ist eine neue, besonders fiese Erpressungsmasche in aller Munde: Ein weiblicher Lockvogel verleitet Männer dazu, sich vor der Webcam auszuziehen – danach folgen Geldforderungen einer Betrügerbande.


Neue Erpressungsmasche im Netz: Ein attraktiver, weiblicher Lockvogel (Symbolfoto) verleitet Männer dazu, sich vor der Webcam auszuziehen und an sich herumzuspielen. Betrüger/innen schneiden das Video mit und fordern von den „Entblößten“ Geld. (c) Bild: William Perugini - shutterstock.com

Die Kontaktanbahnung beginnt mit harmlosen Flirts über Soziale Netzwerke wie Facebook. Schon nach kurzer Zeit wird die vermeintlich flirtwillige, junge Frau offensiver und fordert ihren männlichen Flirtpartner dazu auf, die Unterhaltung doch per Videochat (z.B. über Skype) weiterzuführen.

Die Sex-Falle schnappt zu

Prompt erscheint die mutmaßliche Flirtpartnerin nackt auf dem Bildschirm und präsentiert sich in erotischen Posen. Gleichzeitig verlangt sie von ihrem Gegenüber, sich auch zu entkleiden und sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen. Geht das Opfer darauf ein, schnappt die Sex-Falle zu. Die vermeintliche Flirtpartnerin vor der Kamera entpuppt sich als Lockvogel, die Fäden übernimmt nun eineüble Erpresserbande, die das delikate Bildmaterial mitgespeichert hat.

„Hacker-Stimme“ aus dem Hintergrund

Die Gießener Polizei berichtet von einer gesichtslosen „Hacker-Stimme“, die das entblößte Opfer auffordert, 500 Euro über Western Union zu überweisen. Passiert das nicht, drohen die Erpresser/innen das Video an Facebook-Freund/innen weiterzuleiten oder bei YouTube online zu stellen.

Vermutlich internationale Betrügerbande

Die Gießener Polizei vermutet hinter den „Sex-Erpressungen“ eine organisierte Betrügerbande, die aus dem Ausland agiert. Ein Aufspüren der Täter/innen wird daher als „sehr gering“ eingeschätzt. Die Frauen auf der anderen Seite der Webcam sind oftmals gar nicht real, sondern kommen lediglich „vom Band“.

In Deutschland gingen in den letzten Tagen mehrere Anzeigen von Betroffenen ein. Für Österreich sind uns noch keine konkreten Fälle bekannt. Aufgrund der Scham der Opfer ist die Dunkelziffer bei dieser Art von Betrug aber wahrscheinlich hoch.

So können Sie sich schützen

  • Seien Sie misstrauisch, wenn Sie unbekannte Personen sehr schnell zu einem Videochat einladen. Spätestens, wenn sich die Person auf der anderen Seite nach kurzer Zeit schon entkleidet, sollten die Alarmglocken läuten!
  • Wenn Sie beim Sex-Chat mitgemacht haben und erpresst werden: Brechen Sie den Kontakt sofort ab und gehen Sie keinesfalls auf die betrügerischen Forderungen ein. Entdecken Sie die delikaten Inhalte tatsächlich auf Online-Portalen, wenden Sie sich umgehend an die Seitenbetreiber/innen. Plattformen wie Facebook löschen Videos und Fotos mit sexuellem Inhalt gewöhnlich sehr schnell. Auch der Internet Ombudsmann kann bei Löschungen helfen.
  • Bringen Sie Betrugsversuche in jedem Fall zur Anzeige (lesen Sie dazu: Wie mache ich eine Anzeige?) – nur so kann die Polizei aktiv werden und auch anderen (potenziellen) Opfern helfen.

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