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PayPal-Käuferschutz-Falle bei Kleinanzeigenkauf

Gepostet am 29.11.2018 von Watchlist Internet

PayPal genießt hohes Vertrauen bei seinen Nutzer/innen aufgrund des angebotenen Käuferschutzes. Dennoch ist hier Vorsicht geboten, denn nicht immer kommt der Käuferschutz zum Tragen. Nutzen Sie beim Einkauf über Willhaben, Ebay, Geizhals und Co nicht die Funktion „Geld an Freunde oder Familie senden“ bei PayPal. Der Käuferschutz gilt nicht und Ihr Geld ist verloren.

Auf PayPal wird Ihnen beim Kauf von Waren oder Dienstleistungen ein umfassender Käuferschutz angeboten. Sollten Sie Ihre Waren, die Sie mit PayPal bezahlt haben, nicht erhalten, wird Ihnen so beispielsweise das Geld zurückerstattet – selbst dann, wenn PayPal es nicht von der Verkäufer/in zurückholen kann. Doch Vorsicht, dieser Käuferschutz greift nicht bei allen Überweisungsarten, die PayPal anbietet! Sie können Überweisungen frei von jeglicher Gebühr an Freunde und Familie tätigen. Der Vorteil liegt darin, dass keinerlei Gebühren von PayPal erhoben werden, der Nachteil hingegen darin, dass kein Käuferschutz besteht. Überweisungen an Kriminelle wären also verloren und könnten nicht mehr zurückgeholt werden.

Kein PayPal Käuferschutz?

Wie bereits kurz erwähnt, gewährt PayPal grundsätzlich einen umfangreichen Käuferschutz bei Einkäufen über das Internet. Kaufen Sie ein Produkt im Internet und bezahlen über PayPal, senden Sie den angegebenen Betrag einfach an die Empfänger/in und PayPal behält dafür eine kleine Gebühr ein. Bekommen Sie das Produkt nicht oder kommt es zu sonstigen Komplikationen, können Sie sich an PayPal wenden und erhalten Ihr Geld höchstwahrscheinlich im Rahmen des Käuferschutzes zurück. Dabei ist nicht ausschlaggebend, ob PayPal das Geld selbst von der Verkäufer/in zurückerhält oder nicht.

Um frei von jeglicher Gebühr Überweisungen tätigen zu können, gibt es die Funktion „Geld an Freunde oder Familie senden“. Wie schon der Name der Funktion vermuten lässt, ist diese Funktion nur für Überweisungen an Personen gedacht, die man tatsächlich kennt und denen man vertraut. In den Nutzungsbedingungen von PayPal ist außerdem geregelt, dass die Funktion nicht für den Verkauf von Waren und Dienstleistungen genutzt werden darf. Da die Überweisung hier an vertrauenswürdige Bekannte erfolgt, keine Gebühr einbehalten wird und die Funktion nicht für den Verkauf gedacht ist, besteht auch kein Käuferschutz.

Betrug auf Kleinanzeigenplattformen und Verkaufsportalen

Wenn Sie über Kleinanzeigenplattformen wie Willhaben, Geizhals und Ebay, oder über Facebook, Instagram und andere Kanäle Produkte von Privatpersonen einkaufen, kann es zu einer betrügerischen Nutzung der PayPal-Funktion kommen. Sie finden ein Produkt, dass Sie kaufen möchten und Ihr Gegenüber bietet Ihnen die Zahlung per PayPal an. Aufgrund des hohen Vertrauens in den PayPal-Käuferschutz stimmen Sie dem zu. Beim Austausch der Daten, um den Kauf abzuwickeln und das Geld senden zu können, werden Sie gebeten die Funktion „Geld an Freunde oder Familie senden“ zu nutzen, da so keine Gebühren entstehen. Da vielen Konsument/innen nicht bewusst ist, dass der Käuferschutz so entfällt, wird die Überweisung wie erbeten getätigt und das Geld geht an Kriminelle. Die Ware wird nie versendet und es besteht keinerlei Möglichkeit das gesendete Geld wieder zurückzubekommen.

So tappen Sie nicht in die Falle

Der Einkauf und Verkauf über Kleinanzeigenplattformen erfreut sich großer Beliebtheit. Da sich unter vertrauenswürdige Anbieter/innen und Interessent/innen aber auch Kriminelle mischen, ist Vorsicht geboten. Idealerweise treffen Sie sich persönlich mit Ihrem Gegenüber und wickeln das Geschäft direkt ab, wenn das im konkreten Fall möglich ist. Sollten Sie per Versand etwas kaufen, ist eine Bezahlung per PayPal grundsätzlich empfehlenswert, solange Sie die richtige PayPal-Zahlungsweise nutzen und der Käuferschutz besteht.

Lassen Sie sich also nicht dazu überreden beim PayPal-Kauf die Funktion „Geld an Freunde oder Familie senden“ zu benützen. Drängt Ihr Gegenüber wiederholt darauf, brechen Sie den Kontakt am besten ab, denn die Gefahr auf eine Betrüger/in gestoßen zu sein, ist hoch.

Sie wurden Opfer der Falle?

Wenden Sie sich an PayPal und teilen Sie den Mitarbeiter/innen mit, dass Sie einem Betrug aufgesessen sind. Womöglich kann PayPal so das betrügerische Konto deaktivieren und es kann nicht für weitere kriminelle Aktivitäten genutzt werden. Erstatten Sie außerdem polizeiliche Anzeige.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Sollten Sie Beratung oder Hilfe benötigen, wenden Sie sich an unsere Expert/innen vom Internet Ombudsmann. Die Beratung ist kostenlos. Das Anfrageformular ist der schnellste Weg, Ihre Fragen zu stellen:

 

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einem Leser für die Meldung der Betrugsmasche mit PayPal über Willhaben und Co)

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann