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online seit 02.10.2025

Oktoberfest-Betrug: Vorsicht vor Fake-Reservierungsplattformen

Das Münchner Oktoberfest ist in vollem Gange. Entsprechend haben auch Betrügereien Hochkonjunktur. So soll etwa eine Fake-Reservierungsplattform für Festzelttische den Opfern das Geld aus der Tasche ziehen.

Das Münchner Oktoberfest hat sich längst zu einem globalen Phänomen und einem großen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Kein Wunder, dass Kriminelle auch ein Stück vom finanziellen Kuchen wollen. Über minderwertige Trachten aus problematischen Shops haben wir bereits berichtet, heute dreht sich alles um Fake-Reservierungsplattformen für Tische in den Festzelten.

Die sind hervorragend als Tarnung für illegale Machenschaften geeignet. Mithilfe von Fake-Buchungen ziehen die Betrüger:innen ihren Opfern das Geld aus der Tasche. Eine Tischreservierung gibt’s hingegen – wenig überraschend – nicht.

Oktoberfest-Reservierungen: So funktioniert die Falle!

Auf der Suche nach Tischreservierungen für das Oktoberfest werden die Opfer auf das Fake-Portal mit der Domain www.oktoberfests-booking.com gelockt, wo scheinbar besonders gute Angebote lauern. Der Betrug selbst läuft in folgenden drei Schritten ab:

  • Reservierung: Das Opfer entscheidet sich für einen Tisch, füllt ein Formular aus und reserviert damit das gewünschte Angebot.

  • Zahlung: Als nächstes steht die Zahlung per Kreditkarte auf dem Programm. Erst wenn die abgeschlossen ist, gibt es den Voucher – also den Gutschein, der die Reservierung bestätigen soll.

  • Zustellung/Abholung: Dieser Voucher kann entweder per Kurier zugestellt oder direkt im Büro des jeweiligen Festzelts abgeholt werden. Die Kreditkarte wird angeblich erst nach Erhalt des Gutscheins belastet.

Das böse Erwachen folgt im Moment der geplanten Abholung. Wer sich mit der „Buchungsbestätigung“ zum Festzelt-Büro begibt, wird mit leeren Händen und viel Frust wieder nach Hause gehen müssen. Die Reservierung gibt es nicht, das Geld ist weg. Im Fall eine Kurierzustellung sind die Chancen auf ein tatsächliches Erscheinen des Boten praktisch inexistent.

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Bekannte Namen für mehr Seriosität. Die Kriminellen versuchen durch die Nutzung bekannter Unternehmen als angebliche Sponsoren mehr Seriosität auszustrahlen. So gibt es laut Website 50 % Rabatt für ADAC-Mitglieder oder Kund:innen der DKB, der Commerzbank, Solaris, der Landesbank Baden-Württemberg oder Barclays. Eine redaktionelle Nachfrage blieb leider unbeantwortet. Es ist allerdings davon auszugehen, dass keines der genannten Unternehmen oder Finanzinstitute von seinem „Glück“ weiß.

Oktoberfest: So erkennen Sie Fake-Reservierungsseiten

Die Tischreservierung auf dem Oktoberfest läuft im Normalfall direkt über die Betreiber:innen des jeweiligen Festzelts. Tatsächlich existiert aber auch die legale Möglichkeit, eine bestehende Reservierung weiterzuverkaufen. Eines der bekanntesten Portale für den Sekundarmarkt ist die Website „oktoberfest-booking.com“. Die Betrüger:innen haben es sich diesmal relativ einfach gemacht, und diese Seite schlicht kopiert. Auch das Impressum wurde 1:1 von der echten Seite übernommen, was eine Entlarvung als Fake-Shop im ersten Augenblick schwieriger macht. Wer aber weiß, worauf zu achten ist, stolpert nicht in die Falle. Die wichtigsten Hinweise:

  • Domainname: Im Fall der hier behandelten Seite ist der Domainname absichtlich an den einer echten Buchungsplattform angelehnt. Statt „oktoberfest-booking.com“ ist die Fake-Page eben unter „oktoberfestS-booking.com“ erreichbar. Ein minimaler Unterschied, den man schon einmal übersehen kann.

  • Registrierungsdatum: Das Registrierungsdatum von Fake-Webseiten liegt meist nur wenige Wochen oder gar Tage zurück. Das ist zwar kein eindeutiger Beweis, aber ein klares Indiz. Fake-Shops halten sich in der Regel nicht sonderlich lange, sondern werden häufig recht früh aus dem Netz genommen. Das Registrierungsdatum für oktoberfests-booking.com ist der 16. September 2025. Gerade rechtzeitig für das Event.

  • Links funktionieren nicht: Auf den ersten Blick sieht die Fake-Seite der echten sehr ähnlich. Allerdings funktionieren die angegebenen Links nicht. Sie führen entweder nirgendwo hin oder lösen lediglich einen Re-Load der Seite aus.

  • Zeitlicher Druck: Auf der originalen Seite sind keinerlei Elemente zu entdecken, die psychischen Druck erzeugen sollen. Legitime Reservierungs-Plattformen wissen, dass sie potenzielle Kund:innen zu nichts drängen müssen. Die Oktoberfest-Tische bleiben nicht unbesetzt. Fake-Seite wollen mit dem angeblich bald erschöpften Angebot ihre Opfer zu einem Impulskauf verleiten.

In die Reservierungsfalle getappt? Das können Sie tun!

Da die Fake-Reservierung über eine Kreditkarte getätigt wurde, sind die Chancen für eine Rückholung des Geldes durchaus gegeben. Sie sollten allerdings rasch handeln!

  • Kontaktieren Sie Ihr Kreditkartenunternehmen und schildern Sie die Situation! Die Expert:innen wissen, was zu tun ist und ob die Karte eventuell gesperrt werden muss.

  • Behalten Sie in den nächsten Wochen Ihre Abrechnung im Auge und achten Sie dabei auf ungewöhnliche Bewegungen!

  • Bleiben Sie wachsam! Die Kriminellen verfügen nun über Ihre Daten und werden sehr wahrscheinlich versuchen, Sie über eine andere Masche zu ködern.

  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei! Die Behörden können nur dann ermitteln, wenn Sie über den Betrug Bescheid wissen.

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