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Lintel Star versendet Rechnung über 79,90 Euro

Gepostet am 21.09.2015 von Watchlist Internet

Konsument/innen, die mobil im Internet unterwegs sind, können ungewollt ein 72-stündiges Gratisabo für Erotikseiten abschließen. Nach diesem kommt es zu einem Anruf von der Lintel Star s.r.o., dem eine Rechnung über 79,90 Euro im Monat folgt. Als Argument für diese wird ein kostenpflichtiger Zugang zu mobilen Erotik-Videoportalen ins Treffen geführt.


Werbung für eine Erotik-Website, bei der das Betätigen der Schaltfläche Play angeblich zu einem kostenpflichtigen Vertragsabschluss führt.

Konsument/innen berichten, dass ihnen beim mobilen Surfen Werbung für eine Erotikseite angezeigt werde. Obwohl sie diese schließen, erscheint daraufhin der Hinweis, dass sie ein 72-stündiges Gratisabo für die beworbene Website erhalten haben. Nachdem der angebliche Testzugang abgelaufen sein soll, melden sich Mitarbeiter/innen des Unternehmens Lintel Star s.r.o. und verlangen von ihnen für die Rechnungslegung des regulären Abos eine Anschrift. Teilen Konsument/innen dem Unternehmen mit, dass sie den Testzugang niemals wissentlich und beabsichtigt bestellt haben, erklärt es ihnen fälschlicherweise, dass es die Daten dafür benötige, ihnen ein Kündigungsschreiben zukommen zu lassen. Anstatt des vereinbarten Dokuments folgt jedoch eine Rechnung über 79,90 Euro für einen Monatszugang auf den Erotikseiten. Er soll sich nach Ablauf der Frist automatisch um den gleichen Zeitraum verlängern.

Kostenpflichtiger Monatszugang zu Videoportal

In der Rechnung von der Lintel Star s.r.o. heißt es auszugsweise:

Produktbeschreibung: Video on Demand-Zugang zu mobilem Videoportal
Dienstanbieter: Pulsira Limited

Monatszugang zu mobilem Videoportal analgeil.com

Die Bestellung erfolgte am xx.xx.2015 um xx.xx.xx Uhr über die Rufnummer xxx und wurde nach 3 Tagen Gratis-Test am xx.xx.xxxx aktiviert. (...) Dies ist der 1. Monat des Abonnements und wird am xx.xx.xxxxx erneuert.

Auszug einer Rechnung von der Lintel Star s.r.o.

Ergänzung Watchlist Internet: Weitere, von der Pulsira Limited betriebene Websites, bei denen Konsument/innen ungewollte Abo-Vertrage abschließen können, sind arschpralinen.com, hinterfotzen.com, fickdinger.com, fickmich18.com, freiluftficker.com, geileglocken.com, latinanutten.com, mundgeblasen.com, oarschgeil.com, parkplatznutten.com, pornorudel.com, rudelficken.com, sambaschlampen.com, schluckhasen.com und teenfick18.com.

Verstoß gegen gesetzliche Bestimmungen

Konsument/innen müssen die offene Rechnung nicht ohne Weiteres begleichen, denn beim angeblichen Vertragsabschluss erscheinen mehrere Punkte problematisch:

  • Die Bestellseite für die Erotik-Videportale erscheint ohne Zutun während dem mobilen Surfen. Für den dabei angeblich entstehenden Vertragsabschluss ist keine Eingabe von Daten erforderlich.
  • Für Konsument/innen ist nicht ersichtlich, dass sie eine zahlungspflichtige Leistung bestellen, denn der angebliche Vertragspartner zeigt ihnen keine ordnungsgemäßen Kostenhinweise an.
  • Es kommt zu keiner Umsetzung der sogenannten Button-Lösung: Sie sieht vor, dass bei einem Online-Einkauf der Bestellbutton mit zahlungspflichtig bestellen oder einer anderen gleichartigen Formulierung gekennzeichnet sein muss. Die Schaltfläche Play erfüllt diese Voraussetzung nicht. Genau das behaupet die Pulsira Limited jedoch: Play* - *Hinweis: Sie sind jetzt im Begriff, eine Vertragserklärung abzugeben.
  • Konsument/innen erhalten keine Bestätigung über den angeblichen Vertragsabschluss.
  • Der angebliche Vertrag enthält keine ausreichenden Informationen über seine allfällige automatische Verlängerung.
  • Auf den Websites der Erotik-Videoportale fehlt ein Hinweis über das Rücktrittsrecht und ein Widerrufsformular, mit dem Konsument/innen den angeblichen Vertrag auflösen können.

Hinweis: Um ungewollte Abos zu verhindern, können Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter eine Sperre von Web- bzw. WAP-Billing sowie Mehrwert-Diensten beantragen. Das kann helfen, einen nicht beabsichtigten Vertragsabschluss beim mobilen Surfen im Internet zu verhindern.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Sollten Sie im Auftrag der Pulsira Limited eine Rechnung von der Lintel Star s.r.o. erhalten, wenden Sie sich an den Internet Ombudsmann. Er kann Ihnen helfen, die Rechnung zu beeinspruchen, sodass Sie diese nicht bezahlen müssen!

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einer Leserin für die Meldung dieses Fallbeispiels.)

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