Zum Seiteninhalt
News

Liebesschwindel im Netz

Gepostet am 07.07.2013 von Watchlist Internet

In Online-Partnerbörsen, Singlechats oder Sozialen Netzwerken erschleichen sich Betrüger/innen das Vertrauen ihrer Opfer und spielen ihnen die große Liebe vor. Die vermeintlichen Traumfrauen und -männer haben jedoch nur eines im Sinn: Geld.

Sogenannte Love- bzw. Romance-Scammer tummeln sich überall dort im Internet, wo Kontaktaufnahmen sehr einfach sind – also etwa in Online-Partnerbörsen, Chats, bei Facebook usw. Sie erschleichen sich über einen längeren Zeitraum hinweg das Vertrauen ihrer Opfer, spielen ihnen die große Liebe vor und haben dabei nur eines im Sinn: Geld. Eine harmlose Einladung zum Chat dient vielen als Erstkontakt. Zahlreiche Chats, E-Mails und sogar Telefonate folgen, ein reales Treffen kommt aber nie zustande.

Unter einem Vorwand werden die Opfer nach einiger Zeit um Geldüberweisungen, die Unterzeichnung oder Kopie von Dokumenten, die Mithilfe bei Geldtransfers, der Weiterleitung von Paketsendungen usw. gedrängt – meist begleitet von emotionalen Geschichten (z.B. Todesfall in der Familie, eigene schwere Krankheit oder Unfall, plötzlicher Jobverlust, Probleme mit Behörden etc.). Viele Opfer tun, was von ihnen verlangt wird, weil sie längst emotional abhängig sind und die Realität verdrängen. Anfänglich kann es sogar vorkommen, dass geliehenes Geld zurückgezahlt wird, um Vertrauen aufzubauen – weitere Zahlungen werden aber dann definitiv nicht mehr rücküberwiesen.

E-Post einer Scammerin
E-Mail einer Scammerin: Schon beim Erstkontakt verspricht „Natali aus Russland“, einen „Mann für ein langes und glückliches Verhältnis“ zu suchen. Die Nachricht ist in gutem Deutsch verfasst, die vermeintliche Absenderin wirkt sympathisch und vertraut. Obendrauf sieht „Natali“ natürlich auch noch sehr attraktiv aus.

Vorsicht ist geboten, wenn:

  • die neue Online-Bekanntschaft schon nach kurzer Zeit von der großen Liebe spricht bis hin zu einem Heiratsversprechen;
  • zudem eine turbulente, teils herzzereißende Lebensgeschichte aufgetischt wird (z.B. von verstorbenen Ehepartnern und Kindern) und u.U. auch Verbindungen nach Afrika bestehen;
  • Sie mehrmals täglich und über verschiedene Kanäle (E-Mail, Chat, Soziales Netzwerk, Telefon etc.) mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeiten nur so überhäuft werden;
  • das Gegenüber praktisch immer Zeit hat und ständig für virtuelle Gespräche zur Verfügung steht;
  • Ihr Traummann/Ihre Traumfrau irgendwo im Ausland weilt und Besuche/Treffen immer nur verspricht bzw. kurzfristig absagt, aber nie einhält – auch aufgrund von angeblich unvorhergesehenen Zwischenfällen (gestrichene Flüge, falsch ausgestellte Reisedokumente, Krankenhausaufenthalt nach einem Unfall etc.);
  • Kopien von persönlichen Dokumenten oder Ausweisen verlangt werden, um ein angebliches Visum zu bekommen;
  • Briefe, Paketeoder Geld an Dritte weitergeschickt oder Schecks eingelöst werden sollen (diese sind natürlich gefälscht);
  • die Sprache auf Geldnöte kommt (z.B. unbezahlte Hotelrechnung, nicht ausgezahlter Arbeitslohn, gestohlener Koffer/Pass, teure Operation für ein Familienmitglied etc.) und um finanzielle Hilfe gebeten wird – das „Betteln“ kann bis zur Selbstmord-Ankündigung gehen.

Weibliche Scammer geben meist soziale Berufe an (Lehrerinnen, Krankenschwestern, Ärztinnen ...), manchmal sind sie auch vermeintliche Schauspielerinnen oder erfolgreiche Geschäftsfrauen. Sie sehen natürlich stets umwerfend aus (falsches Foto), geben sich interessiert und ködern auch mit sexuellen Versprechungen.

Männliche Scammer stellen sich ihren Opfern als gebildet und/oder wohlhabend dar, sind Ärzte, Ingenieure, Architekten oder IT-Spezialisten, die im Ausland arbeiten oder wohnen. Sie sehen stets übermäßig gut aus, geben sich interessiert und schreiben besonders einfühlsame und schwülstige Nachrichten.

Lesen Sie hier, was Sie tun können, wenn Sie auf einen Scammer/eine Scammerin reingefallen sind.

Unterstützt von:

Ein Projekt des:

Internet Ombudsmann