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online seit 23.10.2025

Angebliches Laternen-Fest in österreichischen Städten ist ein dreister Betrugsversuch

Spektakuläre Laternen-Festivals in vier österreichischen Städten mit Live-Musik, Streetfood-Ständen und Merchandise? Und das alles für nur €24,99? Leider nein! Hinter dem Onlineshop „lanternfestosterreich.com“ versteckt sich nichts weiter als ein klassischer Betrugsversuch.

Steigen Laternen koordiniert in den Nachthimmel, ergeben sich mitunter wunderbare Bilder. Ein klassischer „Davon werden die Kinder noch ewig schwärmen!“-Moment. Dass sich entsprechende Laternen-Events einer konstant hohen Beliebtheit erfreuen, überrascht somit nicht.
Dass Kriminelle versuchen, sich hier einzuklinken, überrascht ebenso wenig. Sie bauen auf den ersten Blick professionell anmutende Webshops, in denen sie Tickets für anstehende Laternen-Festivals in Wien, Linz, Salzburg und Innsbruck anbieten. Tatsächlich ist nichts davon wahr. Wer in solchen Shops einkauft, sieht sein Geld nicht wieder und Tickets gibt’s auch keine.

Das Auftauchen der Fake-Shops gerade jetzt, so kurz vor den traditionellen Martins-Umzügen, dürfte kein Zufall sein. Betrüger:innen versuchen durch thematische Anpassung an die Jahreszeit ihre Erfolgschancen zu erhöhen.

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Selbe Falle, andere Website. Die Fake-Laternenshows werden nicht nur unter lanternfestosterreich.com beworben. Unter dreamlightosterreich.com wartet exakt die gleiche Falle!

Laternen-Show: Daran erkennen Sie die Fake-Shops

Das Fake-Portal für Laternenshows ist unter der Domain lanternfestosterreich.com zu erreichen und wirkt nur auf den ersten Blick seriös. Schon beim zweiten Mal Hinsehen offenbaren sich viele Ungereimtheiten. Und wer es ganz genau nimmt, merkt sofort, dass hier etwas nicht stimmen kann. Die wichtigsten Warnsignale:

  • Veranstaltungsort: Wo genau das Event über die Bühne gehen wird, verrät die Website nicht. „Die genaue Adresse wird dir 48 Stunden vor der Veranstaltung mit deinem Ticket zugeschickt.“

  • Impressum: Die Impressumsangaben sind unvollständig und fehlerhaft. Eine Postadresse sucht man vergebens, die UID-Nummer lautet CHE-123.456.789.

  • Registrierungsdatum: Die Domain lanternfestosterreich.com wurde erst am 28. September 2025 registriert.

  • Sprache: Auf der Website präsentiert sich ein buntes Durcheinander unterschiedlicher Sprachen. Spanisch, Deutsch, Englisch – alles ist dabei. Ein derartig wirrer Sprachmix ist bei keinem seriösen Unternehmen anzutreffen.

Dazu zeigt sich an vielen Stellen, dass die Kriminellen die Website eigentlich für den deutschen Markt gebaut und lediglich stellenweise Anpassungen für Österreich vorgenommen haben. Auf vielen Grafiken ist groß „Lantern-Festival Deutschland“ zu sehen.

Klickt man auf die Unterseite für das Event in Linz, steht am Ende der URL in der Adressleiste des Browsers zu lesen: products/munich-englischer-garten - ursprünglich war hier also das Angebot für München zu finden.

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Früher Drohnen, heute Laternen. Ihnen kommt der Artikel seltsam bekannt vor? Ihr Gefühl trügt nicht! Vor einigen Wochen hatten wir bereits über einen ähnlich gelagerten Fall berichtet. Damals wurden Tickets für Drohnen-Shows verkauft, die ebenfalls nie stattgefunden haben. Hinter beiden Shops stehen die gleichen Kriminellen. Nicht nur sehen die Stores praktisch identisch aus, in zahlreichen Bereichen der Laternen-Seite ist außerdem weiterhin von „Drohnenshows“ die Rede. 

Tickets bei „lanternfestosterreich.com“ gekauft? Das können Sie jetzt tun!

Der Fake-Shop bietet als Zahlungsmöglichkeit lediglich die Kreditkarte, Shop Pay und Google Pay an. Das verschafft Geschädigten zumindest einen kleinen Vorteil, die Chancen auf eine Rückbuchung sind deutlich höher als bei einer Direktüberweisung. Grundsätzlich gilt: Werden Sie lieber früher als später aktiv!

  • Kontaktieren Sie umgehend Ihr Kreditkartenunternehmen und schildern Sie die Situation! Die Expert:innen dort kennen das Vorgehen in so einem Fall und wissen, ob eventuell eine Kartensperre notwendig ist.

  • Haben Sie sich für Shop Pay oder Google Pay entschieden, nehmen Sie den Käufer:innenschutz in Anspruch!

  • Bleiben Sie wachsam! Die Kriminellen verfügen nun über Ihre Kontaktinformationen und werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit versuchen, diese bei einer anderen Betrugsmasche einzusetzen.

  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei! Oft benötigen Finanzunternehmen einen entsprechenden behördlichen Nachweis. Außerdem können Ermittlung erst dann starten, wenn die Polizei über den Betrugsversuch Bescheid weiß.

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