Kriminelle versenden gefälschte Warnungen, um an Facebook-Accounts zu gelangen!
Derzeit verbreitet sich erneut eine besonders hinterhältige Masche über den Facebook Messenger: Kriminelle verschicken gefälschte Nachrichten, die angeblich von Facebook selbst oder dem offiziellen KI-Assistenten stammen. Darin drohen sie mit Kontosperrungen und fordern zur Verifizierung über einen Link auf. Wer hier seine Daten eingibt, riskiert eine Übernahme seines Accounts.
Wie wird die Nachricht versendet?
In einem konkreten Fall stammte die Nachricht scheinbar von einer sogenannten „AI Chatbox“ – ein Profil, das den Eindruck erwecken soll, es handele sich um einen offiziellen, in Facebook integrierten, mit künstlicher Intelligenz betriebenen Assistenten. Solche Chatbots sind inzwischen in mehreren sozialen Netzwerken verbreitet.
Was steht in der Nachricht?
Die Nachricht behauptet, das eigene Facebook-Konto solle wegen mehrerer Verstöße gegen die Community-Richtlinien gelöscht werden. Um Einspruch gegen diese Entscheidung einzulegen, habe man angeblich nur 24 Stunden Zeit. Innerhalb dieser Frist werde man aufgefordert, auf einen beigefügten Link zu klicken und eine Überprüfung zu beantragen. Der Link trägt einen vermeintlich seriösen Namen wie „metasupportteam“, um besonders glaubwürdig zu wirken.
Wohin führt der Link?
Klickt man auf den Link, wird man auf eine professionell gestaltete Website weitergeleitet, die wie eine offizielle Seite von Meta aussieht. Dort soll man angeblich die Reaktivierung seines Facebook-Kontos durchführen können. Im weiteren Verlauf wird man aufgefordert, verschiedene persönliche Informationen sowie seine Facebook-Zugangsdaten einzugeben.
Was passiert danach?
Wer seine Daten auf der gefälschten Seite eingibt, ermöglicht Kriminellen den Zugriff auf sein Facebook-Konto. In einem dokumentierten Fall wurde das betroffene Profil unmittelbar danach manipuliert. Der Profilname wurde in „AI Chatbox” geändert. Zusätzlich erstellten die Kriminellen ein weiteres Facebook-Konto mit einem leicht abgeänderten Namen und einer gefälschten E-Mail-Adresse. Dies ist eine gängige Methode, um das Opferkonto zu imitieren oder es als Backup für weitere Betrugsversuche zu nutzen.
Das Ziel des Hackings besteht darin, persönliche Daten zu stehlen, Geld zu ergaunern oder den Account für weitere betrügerische Zwecke zu missbrauchen. So werden beispielsweise über das gehackte Konto automatisch Nachrichten an die gesamte Freundesliste versendet, um möglichst viele weitere Facebook-Konten zu übernehmen.
Was kann man tun, um sich zu schützen?
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Hinterfragen Sie die Nachricht: Ist der Inhalt der Benachrichtigung wirklich plausibel? Facebook verschickt sicherheitsrelevante Informationen in der Regel nicht über private Nachrichten.
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Keine Links anklicken: Links in unerwarteten Nachrichten sind fast immer verdächtig.
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Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen: Kriminelle versuchen, Sie unter Zeitdruck zu setzen, um unüberlegte Handlungen auszulösen.
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Prüfen Sie die Webadresse sorgfältig: Sollten Sie doch auf den Link geklickt haben, dann prüfen Sie die Webadresse. Auch wenn eine Seite aussieht, als stamme sie von Facebook oder Meta, lohnt sich ein Blick auf die URL. Offizielle Mitteilungen kommen ausschließlich über „support.facebook.com“ oder „business.fb.com“.
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Nutzen Sie die Sicherheitseinstellungen von Facebook: Aktivieren Sie in Ihrem Facebook-Konto die zweistufige Authentifizierung. Dabei wird bei jedem Login ein zusätzlicher Sicherheitscode benötigt. So schützen Sie Ihr Konto auch dann, wenn jemand Ihr Passwort kennt.
Haben Sie Ihre Daten bereits eingegeben?
Wenn Sie Ihre Daten auf der betrügerischen Webseite eingegeben haben, sollten Sie rasch handeln:
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Überprüfen Sie als erstes, ob Sie sich noch anmelden können. Ist dies der Fall, ändern Sie Ihr Passwort. So können sich die Kriminellen nicht mehr anmelden. Wenden Sie sich außerdem an Facebook, um Ihr Konto zu sichern: https://www.facebook.com/hacked
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Gehen Sie in den Einstellungen in das Aktivitätenprotokoll und überprüfen Sie die Liste aktiver Sitzungen. Beenden Sie alle unbekannten oder verdächtigen Geräte und Standorte.
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Können Sie sich nicht anmelden, bedeutet dies, dass die Kriminellen Ihnen zuvorgekommen sind und das Passwort bereits geändert haben. Auch in diesem Fall sollten Sie sich über den oben genannten Link an Facebook wenden.
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Haben Sie Ihre Kreditkartendaten in Ihrem Facebook-Konto hinterlegt, sollten Sie außerdem Ihr Kreditkarteninstitut kontaktieren und in den nächsten Monaten Ihre Abbuchungen genau im Blick behalten.
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Warnen Sie Ihre Freunde. Wenn über Ihr Konto Nachrichten verschickt wurden, informieren Sie Ihre Kontakte, dass sie keine Links aus diesen Nachrichten anklicken sollen.