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online seit 25.08.2025

Kriminelle locken mit angeblichen Kryptoguthaben

Lukas kann seinen Augen kaum trauen. In seinem Postfach liegt eine E-Mail, die behauptet, dass sich ein hoher Betrag in seinem Kryptowallet befindet. Um wieder Zugriff zu erhalten, soll er lediglich ein paar einfache Schritte befolgen. Doch Vorsicht: Die E-Mail stammt von Kriminellen, die ihn zu hohen Überweisungen bewegen wollen!

Beispiel einer betrügerischen E-Mail.

So funktioniert die Masche

Kriminelle versenden massenhaft E-Mails, in denen vorgegeben wird, dass ein Wallet-Konto des Empfängers entdeckt wurde, auf dem eine besonders hohe Geldsumme liegt.

Hallo Herr ____

Wir möchten Sie darüber informieren, dass Ihre Transaktion im Blockchain-Netzwerk vorübergehend aus Sicherheitsgründen pausiert wurde.

Transaktionsdetails:
Betrag: 1.37890802 BTC
Gegenwert: 135.504€

Grund: Auffälligkeiten im Rahmen der Identitätsprüfung sowie bei der Änderung des Transaktionsstatus

Während einer automatisierten Prüfung wurden Unstimmigkeiten festgestellt, die eine manuelle Verifikation erfordern.

Zur Freigabe der Transaktion bitten wir um folgende Dokumente:

  • Gültiges Ausweisdokument (Vorder- und Rückseite)
  • Aktueller Wohnsitznachweis (z. B. Strom-, Wasser- oder Internetrechnung, max. 3 Monate alt)

Zusätzlich bitten wir um das Ausfüllen des Verifizierungsformulars: [Klicken Sie Hier]
Nach erfolgreicher Prüfung wird der Transaktionsstatus aktualisiert. Die Verifizierung ist aus Sicherheitsgründen 72 Stunden gültig.

Teilen Sie uns auch mit, wann Sie telefonisch erreichbar können, um den Vorgang ggf. gemeinsam zu klären.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe.

Im nächsten Schritt wird versichert, dass das Geld bald freigegeben werden kann, dafür sei jedoch zunächst eine Zahlung erforderlich, beispielsweise als Transaktionsgebühr. Überweist man das Geld, haben die Kriminellen ihr Ziel erreicht. Danach sind sie nicht mehr erreichbar und das versprochene Geld ist weg.

Info Icon

Ein Krypto-Wallet ist im Grunde ein digitales Portemonnaie für Kryptowährungen. In einem solchen Wallet können digitale Münzen wie Bitcoin, Ethereum oder andere Kryptowährungen aufbewahrt, empfangen und verschickt werden.

Doppelte Gefahr: Recovery Scam

Oft kontaktieren Kriminelle auch gezielt Personen, die bereits Opfer betrügerischer Finanzplattformen geworden sind, erneut. Dabei geben sie sich als Behörden wie die Finanzmarktaufsicht oder die Polizei, als Anwaltskanzleien oder als andere vermeintliche Dienste aus. Angeblich helfen sie dabei, das Geld zurückzuholen. Tatsächlich vergrößern sie jedoch den Schaden. Diese Betrugsmasche wird Recovery- bzw. Authority-Scam genannt.

Daran erkennt man den Betrug:
  • Plausibilität prüfen: Ist es realistisch, dass Sie ohne eigenes Zutun plötzlich über hohe Geldbeträge verfügen, von denen Sie nichts wissen? Solche Versprechungen sind fast immer Betrug.

  • Handlungsdruck: Müssen Sie angeblich sofort reagieren, da Ihr Anspruch sonst verfällt? Kriminelle setzen bewusst auf Zeitdruck, um unüberlegte Handlungen auszulösen.

  • Prüfen Sie die Absenderadresse: Oft tarnen sich die Täter als Kanzlei, Behörde oder Service. Recherchieren Sie im Internet nach den offiziellen Kontaktdaten und vergleichen Sie die Absenderadresse sorgfältig.

  •  Vorauszahlungen: Kein seriöser Anbieter verlangt Gebühren, um eigenes Guthaben freizuschalten.

Sind Sie betroffen?
  • Tätigen Sie auf keinen Fall weitere Einzahlungen! Lassen Sie sich auch von vermeintlichen Berater:innen nicht unter Druck setzen.

  • •Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

  • Ändern Sie Ihre Passwörter, falls Sie diese angegeben haben.

  • Kontaktieren Sie Ihre Bank bzw. Ihr Kreditkarteninstitut. Möglicherweise kann das Geld zurückgeholt werden.

  • Melden Sie die Plattform der Finanzmarktaufsicht und an die Watchlist Internet. 

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