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online seit 25.09.2025

Kriminelle kündigen Bankanruf per SMS oder WhatsApp an

Dass Kriminelle sich am Telefon als Bankmitarbeiter:innen ausgeben, ist seit Langem bekannt. Neu ist jedoch eine besonders raffinierte Variante, die derzeit im Umlauf ist. Dabei bauen die Kriminellen gezielt Vertrauen auf, indem sie den Anruf vorab per SMS oder WhatsApp-Nachricht ankündigen.

Vishing-Anruf Bawag.

So gehen die Kriminellen vor

Der Kontakt beginnt nicht wie gewohnt mit einem überraschenden Anruf, sondern mit einer vorherigen Nachricht. Betroffene erhalten zunächst eine SMS, die scheinbar von Mitarbeiter:innen ihrer Bank stammt. Im aktuellen Beispiel sieht es so aus, als wäre die betroffene Person von Mitarbeitenden der BAWAG kontaktiert worden. In der Nachricht heißt es, dass in Kürze ein Anruf erfolgen werde.

Wenn kurz darauf das Telefon klingelt, schöpfen die Betroffenen wegen der Vorankündigung häufig keinen Verdacht. Die angezeigte österreichische Rufnummer wirkt seriös und vermittelt Vertrauen. Die Anrufer:innen nutzen verschiedene Vorwände – zum Beispiel angeblichen Kontoschutz oder die Bestätigung von Daten – um die Betroffenen dazu zu bringen, einer „Transaktion" oder „Verifizierung" in ihrer Banking-App zuzustimmen. Führen diese die Anweisungen aus, haben die Kriminellen ihr Ziel erreicht.

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Woher kennen die Kriminellen meine Daten? Möglicherweise sind Sie in der Vergangenheit auf eine Phishing-Falle hereingefallen und haben Ihre Daten auf einer betrügerischen Webseite eingegeben. Es kann aber auch sein, dass Ihre Daten durch ein Datenleck eines Unternehmens ins Internet gelangt sind. Zudem können manche Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen stammen, wie beispielsweise Telefonbüchern oder ähnlichen Verzeichnissen.

Gefälschte WhatsApp-Profile im Umlauf

In manchen Fällen richten Kriminelle sogar ein WhatsApp-Geschäftskonto ein. Dieses ist oft mit dem Namen und dem Logo der Bank versehen und vermittelt so den Eindruck einer offiziellen Bankkommunikation. Banken kommunizieren jedoch aus Sicherheitsgründen nicht über WhatsApp.

Betrügerische Anrufe erkennen:
  • Ihre Bank wird telefonisch nie persönliche Daten abfragen oder per Anruf die Freigabe von Überweisungen verlangen.

  • Geben Sie niemals Zugangsdaten oder Transaktionen in Ihrer Banking-App auf Anweisung von Anrufer:innen frei.

  • Lassen Sie sich nicht täuschen, selbst wenn die Anrufer bereits einige Ihrer Daten kennen.

  • Anrufe außerhalb der Banköffnungszeiten sind verdächtig! Kriminelle nutzen diese Zeiten häufig, um Nachfragen bei der echten Bank zu verhindern.

  • Bleiben Sie vorsichtig, wenn Sie einen Anruf erhalten, dessen Echtheit Sie nicht prüfen können. Fragen Sie nach dem Namen des Anrufenden und vertrösten Sie ihn, um selbst bei Ihrer Bank nachzufragen.

Ich habe Zahlungen freigegeben – was nun?
  • Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank. Möglicherweise kann die Überweisung gestoppt werden.

  • Ändern Sie Ihre Zugangsdaten, wenn Sie diese preisgegeben haben.

  • Erstatten Sie eine Anzeige bei der Polizei.

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