Meldungen häufen sich: Kopierte Kleinanzeigen füllen Fake-Shops
Kriminelle stopfen ihre Fake-Shops immer öfter mit Bildmaterial und Produktinfos von Kleinanzeigen-Portalen voll. Komplette Annoncen landen, leicht verändert und mit einem ordentlichen Rabatt, in den betrügerischen Stores.
Eine in letzter Zeit besonders häufig gemeldete Betrugsmasche hängt mit Kleinanzeigen-Portalen zusammen, hat mit ihnen aber im Grunde nichts zu tun. Dennoch spielen diese Webseiten eine zentrale Rolle. Klingt verwirrend? Ist es aber gar nicht. Kurz zusammengefasst, worum es geht:
-
Kriminelle durchforsten Portale für Kleinanzeigen auf der Suche nach Angeboten, die sie für ihre Zwecke nutzen können.
-
Sie „kopieren“ besagte Angebote und füllen damit ihre Fake-Shops.
-
Die entsprechenden Gegenstände gibt es dann in den betrügerischen Stores deutlich günstiger als im Originalangebot auf der Kleinanzeigen-Plattform.
Eine thematische Eingrenzung der missbrauchten Angebote gibt es nachvollziehbarerweise nicht. Je breiter die Betrugspalette, desto größer ist der Teich an potenziellen Opfern. Hier gibt es so gut wie alles. Die Gefahr der Masche liegt auf der Hand: Interessierte überweisen den ausgerufenen Kaufpreis, den gewünschten Artikel erhalten sie hingegen nie. Das Geld ist unwiederbringlich weg.
Woran sich die Fake-Shops erkennen lassen
Die mit den gestohlenen Fotos gefüllten Fake-Stores sind nicht sonderlich ansprechend gestaltet. Alles wirkt wild zusammengewürfelt und irgendwie unfertig. Die Betrugsabsicht ist auf den ersten Blick zu erkennen. Die wichtigsten Anhaltspunkte:
-
Die Website verfügt über keinerlei Impressum oder Kontaktinformationen.
-
Die Domain wurde erst vor Kurzem registriert. (Im Fall der Website, die als Anschauungsbeispiel für diesen Artikel dient, war es konkret der 6. November 2025.)
-
Einige der Links funktionieren nicht.
-
Auf ausnahmslos alle Produkte werden Rabatte angeboten.
-
Die Preise liegen weit unter dem marktüblichen Durchschnitt.
-
Die Angebotspalette ist ungewöhnlich breit, wirkt unzusammenhängend und chaotisch.
Es ist davon auszugehen, dass sämtliche Angebotsinfos und -fotos gestohlen sind.
Gestohlene Bilder in Fake-Shop: Das können Betroffene tun
Wer gegen die missbräuchliche Verwendung seiner Fotos in Fake-Shops vorgehen will, hat folgende Optionen:
-
Reichen Sie bei Google eine Beschwerde wegen Urheberrechtsverletzung ein! Dadurch verschwindet der Fake-Shop aus der Indexierung und scheint bei einer Suche nicht mehr auf.
-
Bitten Sie bei der Domainvergabestellte nic.at um Löschung der Fake-Shop-Domain. Auch hier ist die Begründung ein Urheberrechtsverstoß. (Das Pendant in Deutschland ist übrigens denic.de.)
-
Versehen Sie Ihre Kleinanzeigen-Fotos mit Wasserzeichen und platzieren Sie diese so, dass sie nicht weggeschnitten werden können. Textvorschlag: „Veröffentlicht am [Datum] auf der Plattform [Plattformname].“ So wird zumindest der Foto-Diebstahl sofort offensichtlich und der ein oder andere Betrugsfall verhindert.
Geld an Fake-Shop überwiesen? Diese Möglichkeiten gibt es!
Ob es Chancen auf eine Rückholung des Geldes gibt und wie hoch diese sind, hängt grundsätzlich von der verwendeten Zahlungsart ab.
-
Im Fall von Direktüberweisungen ist die Wahrscheinlichkeit am geringsten. Kontaktieren Sie dennoch Ihre Bank und schildern Sie die Situation!
-
Im Fall einer Kreditkartenzahlung sieht es besser aus. Kontaktieren Sie umgehend Ihren Kreditkartenanbieter! Die Berater:innen wissen, was zu tun ist.
-
Behalten Sie Ihr Konto in nächster Zeit genau im Auge und achten Sie auf ungewöhnliche Bewegungen! Sollten Sie verdächtige Aktivitäten entdecken, kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank!
-
Bleiben Sie wachsam! Die Kriminellen verfügen nun über Ihre Kontaktdaten und werden eventuell versuchen, Sie mit einer anderen Masche zu ködern.