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Klage wegen Urheberrechtsverletzung verbreitet Schadsoftware

Gepostet am 18.10.2017 von Watchlist Internet

In erfundenen Schreiben behaupten unbekannte Absender/innen, dass Empfänger/innen eine Urheberrechtsverletzung begangen haben und deshalb verklagt werden. Für weiterführende Informationen dazu sollen Adressat/innen eine ZIP-Datei herunterladen. Sie verbirgt Schadsoftware und darf nicht geöffnet werden.

Internet-Nutzer/innen erhalten eine E-Mail, in der unbekannte Absender/innen von einer Urheberrechtsverletzung sprechen. Dokumente, die den Rechtsverstoß belegen, sind angeblich über einen Link einsehbar:

Beispiel: Lieber Abonnent!

Sie wurden für Urheberrechtsver verklagt.
Wir schicken Ihnen Beweise und eine detaillierte Beschreibung.

Wir bitten Sie, sich mit dem Dokument dringend vertraut zu machen und uns eine Antwort zu geben, sonst werden wir gezwungen sein, uns beim Gericht zu bewerben.

Beiliegende Dokumente

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COD customer of Allkind Joinery & Glass

Beispiel: Lieber Abonnent Frau ….. ……..!

Sie wurden für Urheberrechtsver verklagt.

Wir schicken Ihnen Beweise und eine detaillierte Beschreibung.
Wir bitten Sie, sich mit dem Dokument dringend vertraut zu machen und uns eine Antwort zu geben, sonst werden wir gezwungen sein, uns beim Gericht zu bewerben

Download Beweise und eine detaillierte Beschreibung

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Grafisch sind die Schreiben professionell gestalten:


Ein gefälschtes Schreiben, in dem von einer Urheberrechtsverletzung die Rede ist.

Variante:


Eine weitere Variante des vermeintlichen Schreibens, das eine Urheberrechtsverletzung belegt.

Wer den Link „Beiliegende Dokumente“ oder „Download Beweise und eine detailierte Beschreibung“ aufruft, wird aufgefordrt eine ZIP-Datei zu öffnen:


Besucher/innen sollen eine ZIP-Datei herunterladen.

Die ZIP-Datei beinhaltet die Datei „detailierte Beschreibung10-11-2017.js“. Die Endung js zeigt Ihnen an, dass es sich dabei um kein Dokument, sondern um einen JavaScript-Befehl handelt.


Die ZIP-Datei beinhaltet einen Javascript-Befehl, der Schadsoftware installiert.

Wenn Sie den JavaScript-Befehl ausführen, kann er Schadsoftware auf Ihrem Computer installieren und ungewollte veränderungen an Ihrem Betriebssystem vornehmen. Beispielsweise können Verbrecher/innen dadurch Ihre Passwörter stehlen oder Dokumente verschlüsseln.

Woran erkennen Sie, dass die Schreiben unseriös sind?

Dass das Schreiben unseriös ist, können Sie unter anderem anhand der nachfolgenden Punkte erkennen:

  • Sie haben keine Urheberrechtsverletzung begangen, weshalb Sie den Inhalt der Nachricht nicht weiter beachten müssen.
  • Die angebliche Urheberrechtsverletzung wird nicht näher ausgeführt. Normalerweise ist das immer der Fall.
  • Die E-Mail weist zahlreiche Fehler auf: „Sie wurden für Urheberrechtsver (...)“. Das spricht für die mangelnde Seriosität der Nachricht.
  • Sie sollen auf einer Website eine ZIP-Datei herunterladen. In ZIP-Dateien verstecken Kriminelle sehr oft Schadsoftware, weshalb das ein Hinweis dafür ist, dass die Nachricht gefährlich ist.
  • Die Datei „detailierte Beschreibung10-11-2017.js“ zeigt Ihnen an, dass Sie ein JavaScript-Befehl ist. Er kann Veränderung am Betriebssystem vornehmen, weshalb er ein Sicherheitsrisiko darstellt.

Sie haben die detailierte Beschreibung geöffnet?

Sollten Sie die detailierte Beschreibung geöffnet haben, aktualisieren Sie Ihr Antivirenprogramm. Führen Sie eine gründliche Untersuchung Ihres Computers durch. Wiederholen Sie den Schritt, bis es die Schadsoftware entdeckt und entfernt hat. Sobald das der Fall ist, ändern Sie umgehend die Passwörter Ihrer Konten, andernfalls können Kriminelle Zugriff darauf haben. Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei.

Die Watchlist Internet empfiehlt:

Öffnen Sie niemals Dateien von unbekannten Absender/innen, den es besteht die Gefahr, dass Sie dadurch Schadsoftware installieren. Im Zweifel gilt: Ist etwas wichtig, erhalten Sie es eingeschrieben mit der Post!

(Die Watchlist Internet bedankt sich bei einer Leserin für die Meldung der gefälschten Schreiben.)

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