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Jobangebote, gute Bezahlung und Verbrechen

Gepostet am 28.07.2014 von Watchlist Internet

Das Internet erleichtert es Betrüger/innen, ahnungslose Mittäter/innen für ihre kriminellen Machenschaften zu finden. Das gelingt ihnen, indem sie reguläre Stellenausschreibungen schalten und ihren Kandidat/innen ein gutes Gehalt versprechen. Ihre eigentlichen Absichten legen sie nicht offen.


Kriminelle nutzen Jobportale, um Mittäter/innen zu finden. (c) Jirsak - shutterstock.com

In zahlreichen Stellenanzeigen wird eine geringfügige Beschäftigung für 400 Euro im Monat angeboten. Der für die Arbeit einhergehende Zeitaufwand kann sehr gering sein, weshalb es reizvoll ist, sich für den ausgeschriebenen Job zu bewerben. Dabei ist jedoch nicht immer alles Gold, was glänzt, denn von Zeit zu Zeit kommt es vor, dass Kriminelle auf Job-Portalen Inserate schalten, um ahnungslose Mittäter/innen für ihre Betrugsmaschen zu finden. Um keine Rückschlüsse auf ihre Identität zuzulassen, verwenden sie Scheinfirmen, um sich den Anschein der Seriosität zu verpassen und glaubwürdig nach außen hin in Erscheinung zu treten.

Der Verkauf von nicht existierenden Produkten

Die Aufgabe der neu gewonnenen „Mitarbeiter/innen“ auf selbstständiger Basis ist es, in Wahrheit nicht existierende Produkte auf Auktionsplattformen für die Scheinfirma zu verkaufen. Die „Mitarbeiter/innen“ wissen dabei sehr oft nicht einmal, dass sie damit daran mitwirken, ein Verbrechen zu begehen.

Letzten Endes besteht ihre einzige Arbeit darin, die Betrugsopfer davon zu überzeugen, das vermeintlich existierende Produkt gegen Vorauszahlung zu erwerben. Das auf diese Art und Weise erhaltene Geld müssen sie anschließend auf Konten im Ausland überweisen. Die Lieferung übernimmt angeblich die Scheinfirma. Mit dieser Konstruktion können die hinter den Tarnfirmen stehenden Kriminellen das Risiko senken, von der Polizei gefasst zu werden.

Das diese Betrugsmasche sehr erfolgreich ist, zeigen Fälle, in denen zahlreiche Opfer aus Österreich, Deutschland und der Schweiz nicht existierende Produkte bezahlen und die von den Kriminellen angeworbenen „400-Euro-Jobber“ nicht einmal wissen, dass sie an einem Verbrechen mitgewirkt haben.

Wie kann ich mich vor solchen Jobangeboten schützen?

  • Um Kriminellen nicht in die Hände zu spielen und ihnen bei ihren Verbrechen zu helfen, ist es ratsam, sich nicht ohne Weiteres bei unbekannten Unternehmen zu bewerben. Es empfiehlt sich, eine Recherche zu starten undso viele Informationen, wie möglich, über den/die potenziellen Arbeitgeber/in in Erfahrung zu bringen.
  • Im Zweifelsfall schadet es nicht, im Branchenbuch der Wirtschaftskammer nachzusehen, ob die angegebenen Unternehmensdaten tatsächlich stimmen.
  • Ein weiterer Hinweis auf eine unseriöse Scheinfirma ist es, wenn das vermeintliche Unternehmen auf gratis E-Mail-Anbieter zurückgreift, um mit Jobinteressenten zu kommunizieren.
  • Darüber hinaus sollte es misstrauisch machen, wenn für eine sehr leichte und wenig zeitintensive Arbeit eine unverhältnismäßig hohe Geldsumme geboten wird.

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